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UKE bekommt Tierschutz-Professur

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) richtet eine neue Professur für tierversuchsfreie Forschung ein. Damit will Hamburg Entwicklung von alternativen Forschungsmethoden vorantreiben.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) richtet eine neue Professur für tierversuchsfreie Forschung ein. Damit will Hamburg Entwicklung von alternativen Forschungsmethoden vorantreiben.

Ziel sei es, Methoden zu erforschen, um Tierversuche zu verringern und zu ersetzen sowie alternative Forschungen voranzutreiben. Die neue Professur soll für das Fachgebiet „Refinement, Reduction, Replacement“ (englisch: Verbesserung, Verringerung und Vermeidung), kurz 3R-Verfahren, in der Versuchstierkunde eingesetzt werden. Die zusätzliche Stelle werde von der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und der Medizinischen Fakultät im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) finanziert und soll zum Herbst 2020 besetzt werden, wie beide Stellen in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgaben.

„Die neue Professur zur Erforschung von Ersatzmethoden für Tierversuche am UKE ist ein wichtiges Signal: Mit der Professur wollen wir den Fortschritt in der Medizin und gleichzeitig den Tierschutz vorantreiben“, sagt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, „in Zukunft wollen wir über Heilmethoden für schwere und tödliche Erkrankungen verfügen, die ohne Tierversuche entwickelt wurden.“

„Wir verfolgen seit langem das Ziel, Tierversuche auch in der wissenschaftlichen Forschung zu reduzieren. Allein in diesem Jahr werden innerhalb der Medizinischen Fakultät drei größere Forschungsvorhaben unter dieser Prämisse finanziell gefördert“, so Prof. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät und Mitglied im Vorstand des UKE. Die Einrichtung der Professur seie ein weiterer Schritt, um den verantwortungsvollen Umgang mit Versuchstieren zu stärken.

3R-Verfahren als Grundlage für alle Tierversuche

Die neue Professur setze Impulse für die Weiterentwicklung von Ersatzmethoden zu Tierversuchen, beispielsweise von Computersimulationen, Bildgebungsverfahren, Organoiden, oder permanente Zellkulturen, heißt es. Alternative Methoden könnten Tierversuche schrittweise reduzieren und ersetzen. Und sie dienten dazu, Forschung zu verbessern und die Ergebnisse übertragbarer auf den Menschen zu machen. Auch die Studierenden der Medizinischen Fakultät sollen für Tiergesundheit und Tierschutz weiter sensibilisiert und ausgebildet werden.

Für die Identifizierung von Krankheitsursachen und die Entwicklung neuer Therapieansätze seien die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im UKE nach wie vor auf Tierversuche angewiesen. Viele wissenschaftliche Fragestellungen könnten nur an einem lebenden Organismus genauer erforscht werden. Das gelte vor allem für komplexe Prozesse, an denen verschiedene Organe des Körpers beteiligt sind, so die Information. Tierversuche helfen demnach dabei, weit verbreitete Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, neurologische- und Stoffwechselerkrankungen besser zu verstehen und behandeln zu können. Maßgabe des UKE sei jedoch, für jeden Tierversuch die konsequente Umsetzung des 3R-Prinzips anzuwenden. Dahinter stehe eine sorgfältige Abwägung, ob ein Tierversuch notwendig ist, sowie die Planung und bewusste Entscheidung für oder gegen den Tierversuch.

 

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