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Telemedizin wird wichtige Rolle in der Gesundheitsversorgung einnehmen

Diagnostik, Therapie und ärztlicher Austausch über räumliche Entfernungen – die Digitalisierung in der Medizin schreitet voran: Telemedizin wird künftig ein wichtiger Baustein in der Gesundheitsversorgung sein. Zu dem Ergebnis kommt eine repräsentativen Studie, die der Digitalverband Bitkom anlässlich der Hub Conference am 10. Dezember in Berlin in Auftrag gegeben hat.

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Diagnostik, Therapie und ärztlicher Austausch über räumliche Entfernungen – die Digitalisierung in der Medizin schreitet voran: Telemedizin wird künftig ein wichtiger Baustein in der Gesundheitsversorgung sein. Zu dem Ergebnis kommt eine repräsentativen Studie, die der Digitalverband Bitkom anlässlich der Hub Conference am 10. Dezember in Berlin in Auftrag gegeben hat.

Für die Studie wurden hundert Experten aus dem Gesundheitswesen (Geschäftsführer und Vorstände von Pharmaunternehmen) gefragt, welche Bedeutung verschiedene telemedizinische Szenarien in zehn Jahren haben werden. Alle Befragten erwarten demnach, dass der telemedizinische Austausch eines Mediziners mit anderen Spezialisten künftig eine große Rolle spielen werde. Dabei kann beispielsweise ein Hausarzt Röntgenaufnahmen per Videotelefonie gemeinsam mit einem Fachkollegen auswerten.

Laut Bitkom gehen fast ebenso viele (98 Prozent) davon aus, dass telemedizinisch unterstützte Operationen (Telechirurgie) wichtig sein werden. In komplizierten Fällen könne so zum Beispiel ein führender Spezialist aus dem Ausland hinzugezogen werden. Die telemedizinische Routineüberwachung des Gesundheitszustands (Vitalparameter) eines Menschen werde nach Ansicht von 97 Prozent der Experten eine große Rolle spielen. Herz- oder Diabetespatienten übermitteln dabei von Zuhause aus Werte wie EKG, Blutdruck, Gewicht oder Blutzucker elektronisch an einen Arzt. Der behandelnde Arzt bekomme eine lückenlose Kontrolle auch ohne ständige Praxisbesuche oder Krankenhausaufenthalt. 70 Prozent der Experten denken außerdem, dass auch die Online-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient bedeutsam werde. Diese ersetze den Arztbesuch nicht, sondern ergänze ihn, etwa bei Routineuntersuchungen.

„Telemedizin ist einer der zentralen Schlüssel zur Bewältigung der medizinischen Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringt“, sagt Pablo Mentzinis, Bereichsleiter E-Health beim Bitkom. „Gerade in ländlichen Regionen können digitale Anwendungen die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern, die Lebensqualität von Patienten erhöhen und zugleich Kosten sparen. Hierfür müssen wir heute die gesetzlichen Weichen stellen.“

Telemedizin soll im geplanten E-Health-Gesetz verbindlicher geregelt werden. Nach jetzigem Stand soll Telemedizin auf Rezept vor allem für die telekonsiliarische Befundung von Röntgenaufnahmen eingeführt werden. Mentzinis: „Das reicht aber nicht. Es gibt bereits seit 2012 einen Auftrag an die Kassen und Ärzte, über weitere Telemedizinanwendungen zu entscheiden. Es gibt viele Anwendungsfelder und auch der Koalitionsvertrag ist ehrgeiziger als der vorliegende Gesetzesentwurf.“ Im Koalitionsvertrag war vereinbart worden, dass Telemedizin verstärkt werden soll, zum Beispiel zur engen Betreuung von Risikopatienten oder chronisch Kranken. „Das geht deutlich über die Fernbefundung von Röntgenaufnahmen hinaus.“

Das Thema Telemedizin ist ein Schwerpunkt der Hub Conference, die der Bitkom am 10. Dezember 2015 in Berlin veranstaltet.

 

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