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Recht & Steuern

GmbH: Was bei Leistungen des Gesellschafter-Geschäftsführers zu beachten ist

Die verdeckte Gewinnausschüttung ist ein ständiges Risiko bei Leistungen eines geschäftsführenden Gesellschafters an die GmbH. Richtig vorbereitet, wird die Abrechnung des Unternehmers an die eigene Firma auch vom Finanzamt anerkannt.

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Die verdeckte Gewinnausschüttung ist ein ständiges Risiko bei Leistungen eines geschäftsführenden Gesellschafters an die GmbH. Richtig vorbereitet, wird die Abrechnung des Unternehmers an die eigene Firma auch vom Finanzamt anerkannt.

Das Finanzamt nimmt eine verdeckte Gewinnausschüttung immer dann an, wenn Vermögensminderungen objektiv durch das Gesellschaftsverhältnis verursacht sind. Die Folgen sind die Umwertung der entsprechenden Betriebsausgaben zu einer Gewinnausschüttung und die nachträgliche Besteuerung des Vorgangs.

Zur Feststellung dieser Sachverhalte prüft das Finanzamt zum Beispiel Rechnungen, die ein Gesellschafter als Berater an die Gesellschaft gestellt hat. Die verdeckte Gewinnausschüttung und nachträgliche Besteuerung lässt sich vermeiden, wenn die Vertragsparteien die folgenden Voraussetzungen für die Abrechnung erfüllen:

Abgrenzung

Die Leistungen des Gesellschafters dürfen nicht zu den arbeitsvertraglichen oder gesetzlichen Pflichten des Geschäftsführers gehören. Eine eindeutige Abgrenzung und Dokumentation der Tätigkeit ist zu beachten.

Tipp: Schließen Sie einen schriftlichen Vertrag mit eindeutiger Aufgabenbeschreibung.

Fremdvergleich

Die Höhe des vereinbarten und gezahlten Honorars muss einem Fremdvergleich standhalten. Der Gesellschafter darf seine Leistungen höchstens mit dem Honorar eines fremden Beraters abrechnen.

Tipp: Holen Sie als Nachweis mindestens ein Angebot eines fremden Dritten Anbieters für die Leistung ein.

Schriftliche Vereinbarung

Jeder Zahlung der Gesellschaft an den Gesellschafter sollte eine schriftliche Vereinbarung zugrunde liegen. Gehalt, Kostenerstattung und ganz besonders Leistungen außerhalb des Arbeitsvertrags sollten durch einen Vertrag zwischen der Gesellschaft und deren Eigentümer fixiert sein. Bei einem beherrschenden Gesellschaftsverhältnis (größer 50 Prozent) muss die Vereinbarung für die steuerliche Anerkennung schriftlich geschlossen sein.

Tipp: Regeln Sie die Leistungen und Honorar detailliert und verständlich, vermeiden Sie Interpretationsspielräume.

Der steuerliche Berater kann Hinweise zur Vertragsgestaltung geben, um die Feststellung einer verdeckten Gewinnausschüttung durch das Finanzamt zu vermeiden.

Lesen Sie dazu auch die Buchbesprechung „Vergütungsformen: 100 Steuertipps für GmbH-Geschäftsführer“.

 

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Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

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