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IfW-Präsident Felbermayr: „Weltwirtschaftliches Umfeld belastet die deutsche Wirtschaft auch 2020“

Im Rahmen der Jahrestagung des AGA Unternehmensverbands am 23. Januar 2020 in Hamburg warfen Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Institutes für Weltwirtschaft (IfW), und Hans Fabian Kruse, AGA-Präsident, einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung 2020 in Norddeutschland und der Welt.

AGA Unternehmensverband

Im Rahmen der Jahrestagung des AGA Unternehmensverbands am 23. Januar 2020 in Hamburg warfen Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Institutes für Weltwirtschaft (IfW), und Hans Fabian Kruse, AGA-Präsident, einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung 2020 in Norddeutschland und der Welt.

Die Jahrestagung des AGA Unternehmensverbandes fand im Ballin-Haus der Hapag-Lloyd AG an der Hamburger Binnenalster statt. Der IfW-Präsident Prof. Gabriel Felbermayr sprach als Gastredner vor mehr als 200 geladenen Gästen über die handelspolitischen Entwicklungen und ihre Folgen für Unternehmen.

„Das weltwirtschaftliche Umfeld ist in den vergangenen Jahren zur Belastung für die Wirtschaft geworden, und das wird auch 2020 so bleiben. Die Handelspolitik der USA spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagte Felbermayr. Und weiter: „Das jüngste Abkommen der USA mit China wird europäische Exporteure Marktanteile in China kosten, weil sich die Chinesen zur Abnahme von mehr US-Gütern verpflichtet haben. Gleichzeitig droht sich nun der Fokus von Trump auf Europa zu richten, mit dem er bislang kein Handelsabkommen geschlossen hat und gegen das er mit weiteren Zöllen vorgehen könnte.“ Darüber hinaus warnte der IfW-Präsident: „Der deutsche Norden hat dabei als Region mit geringerer industrieller Wertschöpfung zunächst direkt weniger zu verlieren. Allerdings sollte sich der Norden darauf nicht ausruhen, sondern seine industrielle Basis perspektivisch stärken. Den hier vorhandenen Stromüberschuss nutzbar zu machen, wäre eine Hebel dafür.“

Auch AGA-Präsident Dr. Hans Fabian Kruse schaute kritisch auf das Jahr 2019 zurück: „Der Hamburger und norddeutsche Außenhandel mussten mit vielen Änderungen und negativen Einflüssen kämpfen. Donald Trump streut bewusst Unsicherheit. Die Auseinandersetzungen zwischen den USA und China zeigen deutliche Folgewirkungen. 2019 sind diese Handelskriege auch auf die Wirtschaft in Norddeutschland durchgeschlagen.“

Für 2020 sieht der AGA-Präsident nur geringe Chancen auf ein norddeutsches Wachstum: „Auch 2020 wird ein Jahr des Übergangs mit einem eher stagnierenden Welthandel. Der Brexit ist erst einmal eingepreist. Das Risiko liegt jetzt in der Ausgestaltung der zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und UK. Für Hamburg sehe ich kaum Wachstumschancen, eher eine wirtschaftliche Seitwärtsbewegung. Die Unternehmer sind jetzt gefragt, mit neuen Ideen ihr Geschäft zu stabilisieren. Denn der Welthandel ändert sich und mit neuen Warenströmen entstehen auch neue Chancen.“

Aktuelle Wirtschaftsdaten für den Groß- und Außenhandel in Norddeutschland

Kruse gab zudem die Zahlen des aktuellsten AGA-Wirtschaftstests (4. Quartal 2019) bekannt: Danach verlor der Index für den norddeutschen Groß- und Außenhandel erneut 4 Punkte und liegt jetzt bei 103,9 Punkten. Vor einem Jahr waren es noch 129 Punkte. In Hamburg verlor der Index einen Punkt und verharrt bei knapp 100 Punkten. Der Umsatz sank in Norddeutschland um real 3,4 Prozent, in Hamburg um 3,2 Prozent.

Für die kommenden sechs Monate sind die norddeutschen Unternehmen weiterhin skeptisch, aber die Zahlen haben sich etwas verbessert: So erwarten in Norddeutschland 29 Prozent der Händler mehr Umsatz bis zur Jahresmitte – im Vorquartal waren es 4 Prozent weniger – und nur 15 Prozent weniger Umsatz im Vergleich zu 32 Prozent aus dem Vorquartal. In Hamburg sieht es ähnlich aus: Hier erwarten 26 Prozent mehr Umsatz und 20 Prozent weniger Umsatz.

 

Bildquellen

  • jahrestagung_aga_unternehmensverband_2020_1: AGA Unternehmensverband
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