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Hamburg startet finanzielle Förderung für Dachbegrünung

Grundeigentümer in Hamburg können ab sofort Zuschüsse für den Bau von Gründächern beantragen.

Grundeigentümer in Hamburg können ab sofort Zuschüsse für den Bau von Gründächern beantragen.

Die Nachrüstung von Dächern als Gründächer sowie den Einbau begrünter Dächer auf Neubauten können sich Grundeigentümer in Hamburg finanziell fördern lassen. Vorgesehen ist die Förderung sowohl für Wohngebäude als auch Gewerbebauten. Insgesamt will die Stadt laut der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bis zum Jahr 2019 drei Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Zuschüsse gibt es bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg).

Voraussetzungen für die Förderung ist laut Behörde eine mindestens 20 Quadratmeter große Begrünungsfläche. Außerdem darf die Dachfläche maximal um 30 Grad geneigt sein. Die Förderung erhalten ausschließlich Eigentümer, die ihr Dach freiwillig begrünen. Pro Maßnahme soll es Zuschüsse für private Grundeigentümer wie Unternehmen von durchschnittlich 30 bis maximal 60 Prozent der Herstellungskosten geben. Ausschlaggebende Faktoren für Zuschläge seien etwa die Lage in der inneren Stadt, Aufstellung in Kombination mit Solarmodulen, Dach mit Garten, Sportplatz oder Grünanlage. Die Zuschüsse müssen nicht zurückgezahlt werden. Die maximale Förderhöhe beträgt 50.000 Euro je Maßnahme. Die genauen Bedingungen finden sich in der „Förderrichtlinie für die Herstellung von Dachbegrünung auf Gebäuden“, abrufbar unter www.ifbhh.de/gruendachfoerderung. 

VARIANTEN DER DACHBEGRÜNUNG
Zwei Varianten der Dachbegrünung werden hauptsächlich genutzt. Zum einen die extensive Dachbegrünung: Sie wird so aufgebaut und bepflanzt, dass sie sich selbst erhalten und weiterentwickeln kann und keine weitere Bewässerung außer dem Niederschlag benötigt. Auf Grund geringer Schichtdicke eignet sich dieser Typ auch zur nachträglichen Installation, sofern die Gebäudestatik es zulässt. Zum anderen die intensive Dachbegrünung: Bei diesem Typ lassen sich auf dem Dach nutz- und begehbare Gartenlandschaften mit Gräsern, Stauden, Gehölzen oder Teichen erstellen, wenn die Dachlast und der Substrataufbau erhöht wird. Die Pflege und Bewässerung der Anlage ist mit der eines Gartens vergleichbar (Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt).

Anpassung an den Klimawandel

Die Hamburger Gründachstrategie hatte der Senat im April 2014 beschlossen. Sie ist ein Baustein des Maßnahmenpakets zur Hamburger Anpassung an den Klimawandel und Teil der Qualitätsoffensive Freiraum. Die HafenCity Universität kümmert sich um die wissenschaftliche Begleitung und ist Projektpartner der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) bei der Umsetzung, das Bundesumweltministerium stellt Fördergelder zur Verfügung.

Gründächer zahlen sich ökologisch und ökonomisch vielfach aus

Begrünte Dächer tragen dazu bei, das das Klima vor Ort zu verbessern. Die Pflanzen kühlen die umgebende Luft ab und feuchten sie an. Dadurch reduzieren sich städtische Wärmeinseln. Die Pflanzen reinigen zudem die Luft von Staub und Schadstoffen und binden CO2. Die Vegetation reguliert die Temperatur des Gebäudes: Im Winter bleibt die Wärme drinnen, im Sommer bleibt sie draußen. Bis zu zehn Prozent weniger Energie geht durch das Dach verloren. Die Kosten für Heizung und – falls nötig – Klimatisierung sinken.

Photovoltaik-Anlagen erhöhen auf Gründächern ihre Effektivität, denn die Pflanzen kühlen die Umgebungstemperatur der Solarzellen und erhöhen dadurch deren Wirkungsgrad. Die Pflanzendecke schützt zudem die Dachabdichtung, die auf diese Weise bis zu doppelt so lange hält wie bei einem nichtbegrünten Dach mit weicher Bedachung. Außerdem verbessern die begrünten Dächer auch das Wassermanagement im Quartier, indem sie Regenwasser zurückhalten und verdunsten lassen. Für begrünte Dächer müssen laut Behörde in Hamburg 50 Prozent der Niederschlagswassergebühr, also nur 0,37 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden. Die neuen Gründächer sollen durchschnittlich 60 Prozent des Regenwassers zurückhalten. Niederschläge gelangen dadurch verzögert in die Entwässerungssysteme und vermeiden deren Überlastung bei Wolkenbrüchen.

Gründächer sind außerdem neue Freiräume mitten in der Großstadt, wo sich die Menschen erholen können, Sport treiben, Gemüse anbauen oder Blumen pflanzen. Auf nicht begehbaren, naturnahen Extensivdächern leben Bienen, Vögel oder Schmetterlinge und viele Pflanzen.

 

Bildquellen

  • 485838_web_r_by_johannes_gerstenberg_pixeliode: Johannes Gerstenberg / Pixelio.de
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