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Versorger will bis 2030 gut 700 Mitarbeiter einstellen

Der städtische Versorger Hamburg Wasser weist für das vergangene Geschäftsjahr einen Rekordgewinn aus. Mit einer Joboffensive will das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren rund 700 neue Mitarbeiter finden.

Der städtische Versorger Hamburg Wasser weist für das vergangene Geschäftsjahr einen Rekordgewinn aus. Mit einer Joboffensive will das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren rund 700 neue Mitarbeiter finden.

Der Ausnahmesommer 2018 mit außergewöhnlich trockenem Wetter vor allem in den Monaten von Mai bis September bescherte den Hamburger Wasserwerken einen Gewinn von insgesamt 103,1 Millionen Euro und damit das beste Ergebnis seit Konzerngründung 2006. Mit 837,8 Millionen Euro wurde im gleichen Zeitraum auch ein Umsatzrekord erzielt. Diese Zahlen teilte das Unternehmen Ende Mai anlässlich seiner Jahrespressekonferenz in Hamburg mit.

Mitarbeiter der Zukunft gesucht

In seiner Unternehmensmitteilung kündigt Hamburg Wasser für die nächsten zehn Jahre Investitionen in Personal und technische Anlagen an. Des Weiteren stellte der Versorger seine Strategie vor, mit denen er den Herausforderungen der Zukunft begegnen will.

So ist Hamburg Wasser neben möglichen Folgen des Klimawandels von den Auswirkungen des demografischen Wandels betroffen. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten von Hamburg Wasser beträgt nach laut Mitteilung aktuell 47 Jahre. Bis 2030 verlassen demnach rund 40 Prozent der aktiven Beschäftigten altersbedingt das Unternehmen. Bei den Führungskräften fallen die Abgänge mit knapp 50 Prozent noch höher aus. Dieser absehbaren personellen Veränderung soll eine frühzeitige Joboffensive entgegenwirken.

„Wir wollen bis 2030 gut 700 neue Mitarbeiter einstellen und suchen dafür die richtigen Kollegen“, sagt Nathalie Leroy, Sprecherin der Geschäftsführung von Hamburg Wasser. „Die Arbeitswelt und damit die Anforderungen an unsere Mitarbeiter werden sich aufgrund der Digitalisierung stark verändern. Wir werden neue Qualifikationen und Profile suchen, aber bei uns zu arbeiten, bleibt sinnstiftend, nachhaltig und zukunftsweisend.“ Im Werben um qualifiziertes Personal soll das interne und externe Arbeitgebermarketing gezielt ausgebaut werden, um Neueinsteiger von den vielfältigen Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten sowie von den betrieblichen Leistungen zu überzeugen.

Die mit der digitalen Transformation einhergehende Vernetzung von Mechanik mit allzeit verfügbaren Daten bringe aber nicht nur neue Jobprofile mit sich. Sie enthalte für Hamburg Wasser die Chance, die eigenen Prozesse noch effizienter zu gestalten, unterstreicht der technische Geschäftsführer Ingo Hannemann: „Beispiel Kanalinspektion: Wir setzen bereits heute schon ferngesteuerte Kamerasysteme ein. Es ist nicht abwegig, dass diese in einigen Jahren als autonome Roboter unterwegs sind.“

Brunnenbauprogramm: 100 Brunnen in den nächsten fünf Jahren

Um sich für steigende Verbräuche als Folge des anhaltenden Bevölkerungswachstums zu wappnen, setzt Hamburg Wasser seine Anstrengungen im Brunnenneubau fort. Zwischen 2011 und 2017 seien rund 124.000 Menschen nach Hamburg gezogen – ein Plus von mehr als sieben Prozent. Dazu komme eine steigende Anzahl von Berufspendlern. „In Summe führt das zu Mehrverbräuchen, die wir für die Zukunft einplanen müssen”, so Hannemann. „Wir setzen zurzeit ein Brunnenbauprogramm um, das den Neubau von gut einhundert Brunnen innerhalb von fünf Jahren vorsieht.

Was die Versorgung mit Trinkwasser angeht, sieht sich Hamburg Wasser „grundsätzlich gut aufgestellt”. Sorgen bereitet dem Unternehmen aber eine mögliche Zunahme langanhaltender Trockenphasen, da diese zu einer Konkurrenz zwischen öffentlicher Wasserversorgung und anderen Nutzungsarten führen können.

Trinkwassersparte führt 43,4 Millionen Euro an die Stadt ab

Alle Konzernbereiche können außergewöhnlich gute Zahlen vorlegen. So liegen die Ergebnisse aus dem Trinkwasserverkauf mit 43,4 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresergebnis mit 28,8 Millionen Euro. Der Gewinn wird an die Freie und Hansestadt Hamburg abgeführt. Auch das Ergebnis der Abwassersparte übertrifft mit 57,3 Millionen Euro den Vorjahreswert, der bei 49,1 Millionen Euro liegt. Der Überschuss fließt in die Rücklagen des Unternehmens und dient dem Funktionserhalt von Kanalisationsnetz und Klärwerksverbund. Hamburg Wasser hat im vergangenen Jahr 2,2 Millionen Menschen mit 119,8 Millionen Kubikmetern Trinkwasser versorgt und 158,7 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt.

„Gleichzeitig haben wir die langfristig angelegte Umschuldungsstrategie erfolgreich fortgesetzt und die Finanzverbindlichkeiten der für das Abwassergeschäft zuständigen Hamburger Stadtentwässerung AöR um weitere 65,8 Millionen Euro reduziert“, bilanziert Geschäftsführerin Nathalie Leroy.

Hamburg Energie mit überplanmäßigem Gewinn

Wegen eines windstillen Februars 2018 konnten statt der kalkulierten gut 126 Millionen Kilowattstunden grünem Strom nur gut 112 Millionen Kilowattstunden Strom aus Windenergie gewonnen werden. Dennoch hat Hamburg Energie mit einem Ergebnis von 1,91 Millionen Euro den Planwert um gut fünf Prozent übertroffen. Auch die Umsatzerlöse fielen mit 247 Millionen Euro höher aus als mit 242 Millionen Euro geplant.

Das gute Geschäftsergebnis begründet sich maßgeblich durch weiter gestiegene Kundenzahlen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2018 hat Hamburgs städtischer Ökostromanbieter insgesamt 141.000 Kunden verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von 6,8 Prozent. Davon sind 116.000 Stromkunden, weitere 25.000 Kunden beziehen Gas über Hamburg Energie.

 

Bildquellen

  • hamburg_wasser_jobs_nathalie_leroy_und_ingo_hannemann_praesentieren_die_bilanz_fuer_2018: Ulrich Perrey / Hamburg Wasser
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