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Umweltschutz-Pilotprojekt: HPA und private Hafenschifffahrtsbetriebe nutzen neuen Dieselkraftstoff für ihre Flotten

Die Hamburg Port Authority und zehn mittelständische Unternehmen setzen ab sofort einen neuen synthetischen Dieselkraftstoff auf Erdgasbasis ein. Damit soll der Ausstoß von Schadstoffen im Hamburger Hafen und auf der Elbe reduziert werden.

Wie die Hafenbehörde, Hamburg Port Authority (HPA), jüngst bekanntgab, will sie im Rahmen ihres nachhaltigen Flotten-Managements mit umweltfreundlicheren als den herkömmlichen Kraftstoffen bei ihrer städtischen Bootsflotte den Ausstoß von Schadstoffen weiter reduzieren. Dafür kommt der neue emissionsärmere Dieselkraftstoff GTL Fuel zum Einsatz. Im Juni 2016 wurden Versuchsfahrten der Barkasse „Carl Feddersen“ mit GTL im Vergleich zu dem bisherigen schwefelarmen LKW-Diesel durchgeführt und dokumentiert. Auf Grundlage der dabei gewonnenen Messergebnisse bebunkert die HPA nach eigenen Angaben seit diesem September in einem erweiterten Feldversuch vier ihrer Schiffe im Regelbetrieb mit dem neuen Dieselkraftstoff.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Einsatz von GTL eine gute Alternative haben, auch die Emissionen älterer Schiffe zu reduzieren. Zudem sind weder Umrüstungen an den Motoren noch Investitionen in Betankungsinfrastruktur notwendig“, sagt Karsten Schönewald, Leiter Flottenmanagement bei der HPA. „Aufgrund der positiven Testergebnisse haben wir uns entschieden, GTL in einem ersten Schritt ab sofort für den Betrieb unserer Schiffe „Hafenkapitän“, „Hafenaufsicht“, „Heinrich Hübbe“ und „Bunthaus“ einzusetzen.“

GTL (GTL = Gas-to-liquids) ist ein synthetischer Dieselkraftstoff auf Erdgasbasis. Dafür wird Erdgas zu Kohlenwasserstoffen umgewandelt. Die gewonnene farb- und geruchlose Flüssigkeit ist schwefelfrei und enthält weder aromatische Verbindungen noch organischen Stickstoff. GTL hat eine geringere Wassergefährdungsklasse als herkömmlicher Diesel. Die höhere Zündwilligkeit sorgt für einen bis zu 5 Dezibel leiseren Motorlauf. GTL ist für ältere Motoren geeignet. Umbaukosten entstehen in der Regel nicht, so dass sich die Emissionsvorteile durch einfaches Tanken realisieren lassen. Erste Messungen haben den Ausstoß von bis zu 70 Prozent weniger Ruß, bis zu 20 Prozent weniger Stickoxide und bis zu 9 Prozent weniger Kohlendioxid ergeben.

Umweltschutz-Initiative der privaten Schifffahrtsbetriebe

Auch die privaten Schifffahrtsbetriebe des Hamburger Hafenschiffahrtsverbands wollen den neuen Dieselkraftstoff GTL Fuel ab sofort testen. An dem Probebetrieb nehmen laut Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. zunächst zehn Mittelständler mit 20 Fahrzeugen teil.

Zu den Teilnehmern zählt die Gregors GmbH, die unter anderem die linienmäßige „Hop-on Hop-off“-Hafenrundfahrt Maritime Circle Line betreibt. „Wir halten den Einsatz des umweltfreundlicheren Kraftstoffes für einen guten Beitrag in Richtung eines nachhaltigen Flotten-Managements. Deshalb haben wir uns entschieden, ab sofort auch für unsere Barkassenflotte den neuen Kraftstoff Shell GTL Fuel einzusetzen“, so Reeder Gregor Mogi, der eine der treibenden Kräfte der Unternehmensinitiative ist. „Als Barkassenbetreiber und Tourismus- und Freizeitanbieter ist uns daran gelegen, möglichst viel dafür zu tun, die Umwelt zu entlasten.“

Der Testlauf der privaten Schifffahrtsbetriebe soll vier Monate dauern. In dieser Zeit könne die erste Anzahl der Teilnehmer noch um weitere Firmen und Fahrzeuge erweitert werden, so der Hafenschiffahrtsverband. Nach Auswertung der Testergebnisse sollen mit dem Senat die Fördermöglichkeiten zur Abfederung der Mehrkosten beim Einsatz von innovativen Kraftstoffen erörtert werden.

 

Bildquellen

  • neues_pilotprojekt_umweltschutz_im_hafen_hamburg_binnenschiff_foto_hhm_marc_ihle_7024_web: Marc Ihle / HHM
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