Connect with us

Hi, what are you looking for?

Aktuell

Erstmals „Wegbereiter der Inklusion“ ausgezeichnet

Die Initiative Freiwurf Hamburg, der Phoenix Sport e.V. und die 1. Basketball-Damenmannschaft des SV-Eidelstedt von 1880 e.V. mit ihrem Trainer Jens Goetz sind am 3. Dezember im Festsaal des Hamburger Rathauses vor mehr als 300 Gästen als „Wegbereiter der Inklusion“ ausgezeichnet worden.

Brigitte Muschiol

Die Initiative Freiwurf Hamburg, der Phoenix Sport e.V. und die 1. Basketball-Damenmannschaft des SV-Eidelstedt von 1880 e.V. mit ihrem Trainer Jens Goetz sind am 3. Dezember im Festsaal des Hamburger Rathauses vor mehr als 300 Gästen als „Wegbereiter der Inklusion“ ausgezeichnet worden.

Mit dieser Auszeichnung wollen die Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, und das bei ihr angesiedelte Inklusionsbüro mit seinem Leiter Klaus Becker, aus der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (Basfi) das Thema Inklusion in Hamburg bekannter machen. Die Auszeichnung „Wegbereiter der Inklusion“ wird in diesem Jahr erstmalig vergeben.

12 Hamburger Initiativen mit Vorbildcharakter

Zwölf Bewerbungen aus der Hamburger Sportwelt lagen vor. Drei wurden beispielhaft und ohne Rangfolge von einer Jury ausgewählt, der neben Ingrid Körner und Klaus Becker auch Vertreter des Hamburger Sport Bundes e.V., des Deutschen Behindertensportverbandes e.V., des Landessportamtes und der Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V. angehörten. Mit der Hamburger Athletin Dorothee Vieth war eine der erfolgreichsten deutschen Handbikerinnen in der Jury tätig.

Das hat die Jury bei den ausgezeichneten „Wegbereitern der Inklusion“ überzeugt:

  • Freiwurf Hamburg ist ein Netzwerk für Handball-Teams von Menschen mit und ohne geistiges Handicap in der Metropolregion Hamburg. Im Netzwerk engagieren sich der AMTV Hamburg, der EHT Elmshorn, der FC St. Pauli und der SVE Hamburg. Die Initiative Freiwurf hat sich aus dem Behindertensportverband gelöst und im Deutschen Handballbund organisiert. Mit der Freiwurf-Hamburg-Liga hat das Netzwerk die erste inklusive Handball-Liga in Deutschland aufgebaut. Ein Mitglied von Freiwurf Hamburg brachte es so auf den Punkt: „Bei uns gibt es nur Halbrechts, Linksaußen und Kreisläufer.“
  • Der Phoenix Sport e.V. ist der erste Hamburger Sportverein, der von geistig beeinträchtigten Menschen, deren Eltern und Freunde gegründet wurde. Von den 111 Mitgliedern haben 75 Mitglieder ein Handicap. Eine Besonderheit des inklusiven Sportvereins: Alle Mitglieder haben gleichberechtigt Zugang zu allen Positionen und zu allen Sportangeboten im Verein.
  • Die 1. Basketball-Damenmannschaft des SV Eidelstedt wird von dem gehörlosen Trainer Jens Goetz trainiert. Ihn hatte die Mannschaft aufgrund seiner Qualifikationen ausgewählt; sein Handicap spielte keine Rolle. Inzwischen haben alle Spielerinnen Module der Gebärdensprache gelernt. Zweimal im Jahr hilft eine Gebärdendolmetscherin, die Saisonvorbereitung optimal zu gestalten. Die große Bereitschaft der Sportlerinnen für ihren Trainer dazuzulernen, hat die Jury beeindruckt.

Der Bereich Sport machte den Anfang

Dass die drei ausgezeichneten Initiativen aus dem Bereich Sport kommen, ist kein Zufall: „Wir haben die Initiative „Wegbereiter der Inklusion“ im Bereich Sport gestartet, da viele Menschen mit Begeisterung sportlich aktiv sind.“ erklärt Klaus Becker. „Die vorliegenden zwölf Bewerbungen zeigen, dass Inklusion allen Beteiligten Spaß machen kann. Das freut mich ganz besonders!“ Ingrid Körner, sagte: „In Hamburg finden bereits viel kleine und große Aktivitäten statt, in denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben. Es sind beeindruckende Beispiele, die leider häufig viel zu wenig bekannt sind. Uns geht es darum, gute Beispiele öffentlich zu machen und damit auch zum Nachahmen anzuregen.“

Senator Detlef Scheele, Präses der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, wies in seinem Grußwort auch auf die UN-Behindertenrechtskonvention – Grundlage der Inklusion – hin, die seit 2009 in Deutschland geltendes Recht sei. „Inklusion ist mit einem Perspektivwechsel verbunden, der ein Umdenken erfordert“, so Senator Scheele. Inklusion bedeute, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte und Bedürfnisse haben wie Menschen ohne Behinderung und allen Menschen die gleichberechtige Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen ist. In Hamburg spiele Inklusion bereits seit Längerem eine große Rolle.

 

Brigitte Muschiol

Bildquellen

  • gruppenbild_dsc_0478_neua: Brigitte Muschiol
Anzeige

Kolumne Kann passieren

KOLUMNE KANN PASSIEREN

Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

Anzeige

Weitere Beiträge

Messe & Kongress

Vom 14. bis 17. September 2022 findet in Düsseldorf die 45. Ausgabe der internationalen Fachmesse für Rehabilitation und Pflege statt. Mit Informationen über Lösungsansätze...

Gesellschaft & Medien

Die Bewegung startete kurz vor den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio und tritt für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein.

Aktuell

Die Aktion Mensch und das Institut der deutschen Wirtschaft wollen mit dem Ratgeber „Inklusion im Betrieb” Personalentscheidern vor allem in kleinen und mittleren Betrieben...

Messe & Kongress

Vom 18. bis zum 21. September dreht sich auf dem Düsseldorfer Messegelände wieder alles um die besonderen Bedarfe und Anliegen von Menschen mit Behinderung...

Aktuell

Ende 2017 gab es in Deutschland rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen. Diesen wird der Alltag mittlerweile durch ein breites Spektrum an digitalen Hilfsmitteln erleichtert....

Aktuell

Vom 13. bis 20. November 2017 findet in Hamburg wieder die „Woche der Inklusion“ statt. Die Initiative zur Gleichstellung behinderter Menschen in Hamburg will...

Aktuell

Die Hansestadt Hamburg hat sich den Ausbau der Barrierefreiheit auf die Fahnen geschrieben. Einer Marktforschung zufolge werden erste positive Auswirkungen im öffentlichen Raum deutlich.

Aktuell

Nach der großen Kreuzfahrtschiffstaufe zum Hafengeburtstag gab es am 10. Mai 2016 eine Schiffstaufe im kleinen Kreis an den Hamburger Landungsbrücken. Die Barkasse „St....

Anzeige