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Laura Johanna van ’t Veer erfindet den Gentest auf Brustkrebs– Entdeckergeist und Pionierarbeit Teil 16

Jahr für Jahr trifft es über 1,7 Millionen Frauen weltweit. Die niederschmetternde Diagnose: Brustkrebs. Die Erfindung von Laura van ‘t Veer und ihrem Team des Niederländischen Krebsinstituts (NKI) ermöglicht es betroffenen Frauen, fundiert zu entscheiden, ob sie sich nach einer Operation einer Chemotherapie aussetzen oder nicht. Der von diesem Team entwickelte Gentest untersucht Tumorgewebe auf ein Rückfallrisiko innerhalb der nächsten 10 Jahre.

Jahr für Jahr trifft es über 1,7 Millionen Frauen weltweit. Die niederschmetternde Diagnose: Brustkrebs. Die Erfindung von Laura van ‘t Veer und ihrem Team des Niederländischen Krebsinstituts (NKI) ermöglicht es betroffenen Frauen, fundiert zu entscheiden, ob sie sich nach einer Operation einer Chemotherapie aussetzen oder nicht. Der von diesem Team entwickelte Gentest untersucht Tumorgewebe auf ein Rückfallrisiko innerhalb der nächsten 10 Jahre.

Die Erkrankung ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich weltweit 450.000 Betroffene an den Folgen. Aber auch wenn der Tumor erfolgreich entfernt wurde, bleibt die bange Frage: Kommt er wieder? Die niederländische Forscherin Laura Johanna Van‘ t Veer hofft, darauf eine Antwort zu finden. „Man versucht mittels Chemotherapie zu verhindern, dass der Krebs zurückkommt. Die Frage ist, ob jede an Brustkrebs erkrankte Patientin tatsächlich die Therapie braucht. Gibt es ein Verfahren, mit dem man festzustellen kann, ob eine Chemotherapie wirklich nötig ist? Vielleicht kann der Tumor selbst diese Auskunft liefern,“ so van ’t Veer.

Als sie 1993 mit ihrer Forschung beginnt, sucht sie nach einer neuen Methode, um endlich eine genauere Prognose zu finden. Der Krebsbehandlung liegen jahrzehntelang drei Hauptkriterien zugrunde: Das Alter der Patientin, der pathologische Befund und die Anzahl der sich teilenden Krebszellen. Van ’t Veer und ihr Team suchen hingegen in den Genen der Tumore nach Zusammenhängen mit der Erkrankung. Nach der Analyse unzähliger Tumorproben machen sie eine wichtige Entdeckung: „Wir entdeckten bestimmte Muster, in den Genen der Tumore, anhand derer wir zwischen hohem und niedrigerem Wiedererkrankungsrisiko unterscheiden können. Es gibt 70 spezielle Gene in den Tumoren, die über das Risiko einer erneuten Erkrankung dadurch entscheiden, ob sie aktiv oder passiv sind“, erläutert die Forscherin.

Van ‘t Veer und ihr Team entwickeln ein neues Verfahren, den „Mammaprint-Test“. Mit Hilfe dieses Tests lässt sich die Aktivität tausender verschiedener Gene zur gleichen Zeit untersuchen. Auch die der etwa 70 krebsspezifischen Gene.

2003 wird der Test auf den Markt gebracht. „Der Mammaprint-Test ermöglicht eine bessere Voraussage darüber, bei welchen Patienten ein erhöhtes Wiederausbruchsrisiko besteht und bei wem es nötig ist, eine Chemotherapie anzuwenden. Bei niedrigem Risiko können wir auf sie verzichten. Damit ersparen wir den Patientinnen die schweren Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Haarausfall und permanente Müdigkeit.“ In der Praxis habe der Mammaprint-Test dafür gesorgt, dass 20 bis 30 Prozent weniger Brustkrebspatientinnen eine Chemotherapie brauchen.

Das von ihr entwickelte Verfahren ist erfolgreich: 2004 gründet van ’t Veer die Firma Agendia, die heute in Amsterdam und in Kalifornien beheimatet ist. Agendia gehört inzwischen zu den 14 weltweit führenden Molekulardiagnostik-Unternehmen. Der Mammaprint-Test wird inzwischen in Europa, Nord-, Südamerika und Asien verwendet. Bei mehr als 40.000 Frauen habe der Test bei der Diagnose und Krebsbehandlung geholfen.

Für ihre erfolgreiche Krebsforschung ist Laura Johanna van ’t Veer für den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie „Kleine und mittlere Unternehmen“ nominiert, der am 11. Juni 2015 zum 10. Mal verliehen wird.

 

Bildquellen

  • fotolia_82031923_xs_18: Alexander Limbach / Fotolia.com und Video © setOne GmbH
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