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Exitstrategie Bitcoin

Verbunden mit dem enormen Anstieg der Kryptowährung Bitcoin in den letzten Monaten hat sich in Rekordzeit eine neue vermögende Investorengruppe gebildet, die sich zum größten Teil mit dem für sie neuen Thema der dauerhaften, professionellen Vermögensanlage in der Vergangenheit nicht beschäftigen musste.

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Verbunden mit dem enormen Anstieg der Kryptowährung Bitcoin in den letzten Monaten hat sich in Rekordzeit eine neue vermögende Investorengruppe gebildet, die sich zum größten Teil mit dem für sie neuen Thema der dauerhaften, professionellen Vermögensanlage in der Vergangenheit nicht beschäftigen musste.

Nach der jüngsten, rasanten Wertentwicklung und den immer lauter werdenden Stimmen nach einer überfälligen Korrektur, fragen sich viele neue Bitcoinmillionäre zurecht, wie sie ihren angehäuften Reichtum absichern können.

Die Zeichen einer überfälligen, massiven Kurskorrektur bei Bitcoin häufen sich zusehends. Wir stellen klare Anzeichen einer weltweiten Masseneuphorie, die durch alle gängigen Medien und die Einführung des Futurehandels auf Bitcoin zusätzlich angeheizt wird, fest. Die tägliche Anzahl an neu eröffneten digitalen Konten durch unerfahrene Anleger ist mittlerweile schwindelerregend hoch. Regierungen und Notenbanken werden offensichtlich nervös und denken über Alternativen oder Regularien zur Eingrenzung der Kryptowährungen nach. Bulgarien sitzt auf über 3 Mrd. Euro in Bitcoins. Da liegt die Frage nahe, wann der Staat die Reißleine zieht und Kasse macht. Südkorea, als eine der Bitcoin Hochburgen, unternahm bereits mehrere Schritte, um die Bitcoin-Manie im eigenen Land einzudämmen; neben dem Handelsplatzverbot diskutiert man eine Besteuerung der Gewinne in Bitcoin.

Ein Vergleich der extremsten Spekulationsblasen der Geschichte zeigt, dass der Bitcoin sogar die Tulpenmanie des 16. Jahrhunderts bereits weit hinter sich gelassen hat.

Mit der Ursprungsidee einer Ersatzwährung hat das unseres Erachtens nicht mehr viel zu tun. Die derzeitige Bitcoin-Entwicklung zeigt die Charakteristik eines reinen Spekulationsobjektes. Es sind alle Indizien für eine Blasenbildung gegeben, der Schornsteineffekt kann die Kurse noch weiter in die Höhe treiben. Für länger Investierte stellt sich in diesem Umfeld dennoch von nun an die berechtigte Frage:

Wie sichere ich meinen signifikanten Gewinn aus der virtuellen in die reale Welt?

Dabei sollte klar sein: Wenn eine Korrektur an Dynamik gewinnt, werden viele Adressen versuchen, aus dem fallenden Markt auszusteigen, während sich die Anzahl der Käufer gleichzeitig verringert. Ein Flaschenhalseffekt droht, der den Kurs immer schneller und heftiger unter Druck bringen wird. Wer dann noch aussteigen möchte, wird bei stark fallenden Kursen schmerzhafte Stunden erleiden.

Für große Bitcoin-Positionen bietet sich als erster Schritt eine Absicherung über den Weg an die US-Terminbörsen an. Seit kurzem ist dort ein Bitcoin-Future Short käuflich. Dies ist allerdings mit einigem Aufwand und Risiken verbunden. Um Geschäfte an einer Terminbörse durchführen zu können, benötigt der Investor entsprechende, tiefergehende Kenntnisse und sollte sich daher von einem professionellen Vermögensverwalter begleiten lassen. Die Vorbereitungen sind verbunden mit einem umfangreichen Aufklärungsgespräch, der Eröffnung eines Sicherheitenkontos (sog. Marginkonto) und einigen weiteren Formalien – es gilt also, rechtzeitig Vorbereitungen zu treffen.

Wir empfehlen als nächstes, sich über mehrere Schritte sehr konsequent aus dem Markt der Kryptowährungen zurückzuziehen, bis ein großer Teil des aktuellen Kryptowährungsexposures in Anlageklassen der realen Welt überführt sind.
Orientieren Sie sich strategisch an den Vorteilen, die Wertpapiersparpläne mit sich bringen: Verkaufen Sie regelmäßig konsequent vordefinierte Positionen. Setzen Sie klare Regeln fest, die Ihren individuellen Neigungen entsprechen. Gönnen Sie sich zur Definition, Überprüfung und Umsetzung einen professionellen Sparringspartner. Neben Ihren Erfahrungen und Kenntnissen, Wünschen und Zielen sollte ebenso Ihre Risikotragfähigkeit in die Exit-Strategie einfließen. Je nach Risikoaversion oder –appetit könnten Fast-Exit oder Stückzahl-Veränderungen bei bestimmten Kursschwellen festgelegt werden. Ein Mindesterlös aus der Gesamtposition sollte notiert werden. Die Trennung zwischen einem Spekulationsbestand und einem Überführungsbestand scheint ratsam. Wichtig ist die konsequente Umsetzung, damit insbesondere entgangenen Gewinnen nicht nachgetrauert wird.

Wer beispielsweise 100 Bitcoins besitzt, der hat sein Kapital bereits auf etwa 1,5 Mio. Euro vermehrt. Der (partielle) Transfer in ein Portfolio aus Real-Assets führt zu einer breiteren Diversifikation und damit Sicherung Ihres Vermögens. Ein Portfolio aus verzinslichen Wertpapieren und internationalen Aktienwerten sowie eines geeigneten Immobilieninvestments ist in dieser Größenordnung mit professioneller Unterstützung eines Vermögensverwalters gut umsetzungsfähig. So sollte die Sicherung und Mehrung des erreichten Vermögensstatus für die nächsten Jahre sichergestellt sein. Bei einem realistischen, laufenden Jahresertrag von 3-4% nach Kosten sind etwa 50.000 Euro jährliche Entnahme aus diesem Betrag bei gleichzeitig langfristiger Kapitalsicherung erzielbar.

 

Maik Bolsmann

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Kolumne Kann passieren

KOLUMNE KANN PASSIEREN

Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

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