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Hafenbarkasse „Tokyo“ nach zweiter Taufe wieder auf Fahrt

In der Hamburger HafenCity wurde die Barkasse „Tokyo“ zum zweiten Mal getauft. Das besondere Ereignis fand am Schiffsanleger vor dem Internationalen Maritimen Museum statt. Prominenter Taufpate war Prof. Peter Tamm, Gründer und Vorstand des Museums.

Favorit-Media-Relations GmbH

Der 24. Februar 2015 war ein großartiger Tag und „Happy End“ nach einer schweren Zeit für Barkasseneigner Gregor Mogi und sein Team: Die Barkasse „Tokyo“ – ursprünglich 1950 gebaut und damit eigentlich schon ein Veteran unter den Hafenbarkassen – wurde nach einem kompletten Wiederaufbau zum zweiten Mal getauft. Taufpate Peter Tamm gab damit den Startschuss für die Wiedereingliederung der „Tokyo“ in die insgesamt fünf Barkassen umfassende Flotte der Maritimen Circle Line.

Vor genau neun Monaten, in der Nacht zum 24. Mai 2014, hatten Unbekannte an den St. Pauli Landungsbrücken auf der Barkasse ein Feuer gelegt. Das Schiff brannte komplett nieder, drohte sogar zu sinken (wir berichteten). Die Wochen nach der Brandstiftung waren hart. Es habe einige Zeit gedauert, bis der erste Schock vorüber war, sagte der 41-jährige Schiffseigner. Doch er habe neuen Mut geschöpft und sich entschlossen – nachdem die Ermittlungen und Begutachtungen abgeschlossen waren –, die „Tokyo“ vollständig restaurieren und wiederaufbauen zu lassen. Dass seine Barkasse nun wieder im Hamburger Hafen zum Einsatz kommt, grenzt für Mogi fast an ein kleines Wunder.

Sechs Monate Wiederaufbau nach Totalzerstörung

Von Ende Juni 2014 bis zum Jahresende lag die „Tokyo“ in den Hallen der Feltz-Werft in Hamburg-Finkenwerder. Die Werftarbeiter entkernten die Barkasse in dieser Zeit komplett. Sie beseitigten alle Brandschäden. Den Kiel der traditionellen Hafenbarkasse konnten sie erhalten. Das klappbare Ruderhaus, das dem Kapitän eine Rundumsicht ermöglicht, wurde nach alten Zeichnungen wieder erstellt. Insgesamt vergrößerten sie die Barkasse in Länge und Breite um jeweils 1,50 Meter. Dadurch hat sich die zulässige Personenzahl an Bord von 73 auf 130 Personen erhöht. Zugleich ist der traditionelle Stil einer echten Hamburger Hafenbarkasse geblieben. Die 18 Meter lange „Tokyo“ sei nun moderner, technisch auf dem neuesten Stand und auch leiser während der Fahrt. Sie habe einen schönen, lichtdurchfluteten Salon mit Seitenfenstern zum Öffnen. Durch die Verwendung von bis zu 50 Jahre altem Holz sei auch das „Gemütliche“ erhalten geblieben, so Mogi. 370.000 Euro habe der Wiederaufbau gekostet. Statt der auffallend roten Farbe der Circle-Line-Schiffe trägt die neue „Tokyo“ eine weiße Lackierung mit bunten Motiven. Ab sofort soll die Barkasse wieder im Ausflugs- und Rundfahrtengeschäft eingesetzt werden.

Peter Tamm: „Hamburg ohne Hafenrundfahrt ist einfach undenkbar.“

„Eine Hafenrundfahrt ist noch immer eines der schönsten Erlebnisse in Hamburg – und das seit über hundert Jahren“, erinnerte der 86-jährige Peter Tamm in seiner Taufrede. „Ohne Schaukeln auf der Elbe treffen unsere Gäste nicht auf das Lebensgefühl der Stadt. Und das ist nun einmal wasserdurchtränkt wie in keiner anderen Stadt Deutschlands.“

Die Zeiten, in der Barkassen die Werftarbeiter am frühen Morgen zu ihren Arbeitsplätzen fuhren oder die Seeleute von ihren Schiffen zum Landgang abholten, seien lange vorbei. Jetzt dienten die Barkassen fast ausschließlich touristischen Zwecken, so Tamm weiter. Er hob hervor, dass Mogi – den er als einen „engen Freund des Museums“ bezeichnete –, mit dem Angebot der Circle Line im hart umkämpften Markt erfolgreich neue Wege gegangen sei. Er wünschte Mogi nach dem überstandenen Schicksalsschlag weiterhin viel Erfolg sowie der „Tokyo“ immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und allzeit gute Fahrt.

„Hop-On Hop-Off”-Barkassenfahrten zu Museen und weiteren Attraktionen

Die Maritime Circle Line verbindet seit 2007 als einzige Linie mit festem Fahrplan alle touristischen Sehenswürdigkeiten und Museen im Hafen, in der Speicherstadt und HafenCity auf einem Rundkurs. An insgesamt acht Haltestellen gibt es die Möglichkeit zum Landgang („Hop-On Hop-Off”). Erst vor zweieinhalb Jahren wurde der Schiffsanleger „Maritimes Museum“ im Magdeburger Hafen vor den neuen Elbarkaden eröffnet, sodass die Fahrgäste auch direkt am Internationalen Maritimen Museum aussteigen können. Jüngst zeichnete der ADAC die Kreislinie für ihr „Hop-On Hop-Off”-Angebot mit Hafenrundfahrt-Live-Moderation in deutscher und englischer Sprache mit dem Tourismuspreis für innovative touristische Projekte aus.

 

— Tanja Königshagen —

Bildquellen

  • schiffstaufe_tokyo_1: Favorit-Media-Relations GmbH
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