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Gelassene Reaktionen der Wettbewerber im Pressevertrieb

Auf die Nachricht, dass Hubert Burda Media die Vertriebstochter Burda Medien Vertrieb schließt und sich – neben der WAZ-Mediengruppe und dem geschäftsführenden Gesellschafter Michael Imhoff – am Verlagsdienstleister Modernen Zeitschriften Vertrieb (MZV) beteiligt, löste bei den Wettbewerbern und im Presse-Grosso gelassene oder auch zurückhaltende Reaktionen aus.

Auf die Nachricht, dass Hubert Burda Media die Vertriebstochter Burda Medien Vertrieb schließt und sich - neben der WAZ-Mediengruppe und dem geschäftsführenden Gesellschafter Michael Imhoff - am Verlagsdienstleister Modernen Zeitschriften Vertrieb (MZV) beteiligt, löste bei den Wettbewerbern und im Presse-Grosso gelassene oder auch zurückhaltende Reaktionen aus.

Auf die Nachricht, dass Hubert Burda Media die Vertriebstochter Burda Medien Vertrieb schließt und sich – neben der WAZ-Mediengruppe und dem geschäftsführenden Gesellschafter Michael Imhoff – am Verlagsdienstleister Modernen Zeitschriften Vertrieb (MZV) beteiligt, löste bei den Wettbewerbern und im Presse-Grosso gelassene oder auch zurückhaltende Reaktionen aus.

Durch diese Fusion zwischen WAZ, Burda und der MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb soll – vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes – der zweitgrößte deutsche Pressevertrieb nach Springer und vor Bauer entstehen, wie die Unternehmen am 30. November mitteilten.

Dr. Olaf Conrad Geschäftsführer des DPV Deutscher Pressevertrieb in Hamburg, meint zu dem Schritt: „Der Druck auf Kosten und Strukturen, unter dem Verlage und Vertriebfirmen derzeit stehen, ist enorm. Durch den Zusammenschluss in Eching entsteht ein beachtlicher Marktpartner, der durch die Bündelung seiner quantitativen Marktanteile vor allem in den Segmenten wöchentlich unterhaltender Magazine und Programmpresse erheblichen Wettbewerbsdruck aufbauen wird.“

Die direkten Auswirkungen auf den DPV, so Conrad weiter, seien begrenzt. Man habe bei der Gründung des DPV vor vier Jahren moderne und flexible Strukturen aufgestellt, von denen man gerade in diesen Zeiten profitiere. Durch die Größe des DPV-Verbundes sei man in der Lage, unabhängig und erfolgreich im Markt zu operieren. „Entscheidend für unsere Verlagskunden ist unsere Gestaltungskraft im Markt. Wir richten unsere Arbeit konsequent an der optimalen Marktbearbeitung für die Titel unserer Verlagskunden aus“, sagte Conrad. Auf die Frage nach möglichen Fusionspartnern für den DPV sagte Conrad, dass er kurzfristig keine Zusammenschlüsse mit anderen Nationalvertrieben erwarte.
Deutlich zurückhaltender äußerte sich Heribert Bertram, Geschäftsleiter der Bauer Vertriebs KG. Da die Faktenlage noch nicht sehr ergiebig sei, „kann und will ich das Thema nicht kommentieren“, sagte er. Auch Torsten Brandt, Geschäftsführer Vertrieb BILD und Zeitschriften der Axel Springer AG, lehnte eine Stellungnahme ab.

Anders Hermann Schmidt, Geschäftsführer des Jahreszeiten-Verlags und der PSG Premium Sales Germany, Hamburg, sowie des Arbeitskreises Mittelständischer Verlage (AMV). „Klar ist, dass durch den Zusammenschluss der Machtfaktor von WAZ/Burda/MZV im Vertriebsgeschäft wächst“, meint Schmidt. „Der Schritt ist eine eindeutige Positionierung gegenüber der Axel Springer AG und der Bauer Media Group.“ Aus seiner Sicht bleibt abzuwarten, welche Rolle zukünftig die spezifischen Interessen der mittel- und kleinauflagigen Titel mittelständischer Verlage in einem derartigen Großvertrieb spielen werden. Er verweist darauf, dass die Beispiele ASV und VU in der Vergangenheit gezeigt hätten, dass die Ziele von Mutterunternehmen und den Nationalvertriebstöchtern nicht immer identisch seien. „Die ASV Vertriebs GmbH als Nationalvertrieb wie auch der DPV sind mit diesem Widerspruch stets sehr offensiv und akzentuiert umgegangen“, so Schmidt. „Anderenorts ließ sich nicht verbergen, wer Koch und wer Kellner war.“ Unmittelbare Konsequenzen für mittelständische Verlage und andere Nationalvertriebe erwartet Schmidt gegenwärtig nicht.

Als „Mega-Deal, der die Verlags- und Nationalvertriebslandschaft voraussichtlich deutlich verändern wird“, bewertet dagegen Frank Nolte, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Presse-Grosso, die strategische Allianz zwischen WAZ und Burda. Der Weg zu Kooperation und Konzentration, den das Presse-Grosso aus wirtschaftlichen Gründen vor Jahren eingeschlagen habe, verstärke sich auf der Anbieterseite, stellt Nolte fest. „Dass die Verantwortlichen sowohl die Bedeutung – und ich möchte hinzufügen, die zunehmende Bedeutung – des Einzelverkaufs hervorheben als auch ihr Bekenntnis zum Vielfalt sichernden Grosso-System erneuern, freut uns“, führt er weiter aus. „Sowohl Burda als auch MZV und sein Gesellschafter WAZ waren und sind bis zum heutigen Tag verlässliche Partner der Grossofirmen. Ich gehe davon aus, dass dies auch in Zukunft so bleibt.“ Abzuwarten bleibe, welche Auswirkungen die Bündelung der Verhandlungsmacht, über die MZV nun verfüge, auf den Pressehandel habe, merkt Nolte an. Er weist darauf hin, dass die vier marktprägenden Verlagsplayer mit ihren Vertriebstöchtern dann 83 Prozent Marktanteil auf sich vereinen. „Umso wichtiger wird auch in Zukunft sein, dass die Ebenentrennung zwischen Hersteller- und Handelsseite im Pressevertrieb nicht aufgeweicht wird“, folgert Nolte.

 

ots / dnv

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