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Beratungsstelle „Perspektive Arbeit und Gesundheit“ für Beschäftigte und Betriebe in Hamburg eröffnet

Wenn es um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz geht, gibt es in Hamburg eine neue Anlaufstelle: Bei „Perspektive Arbeit und Gesundheit“ können Beschäftigte und betriebliche Akteure ab sofort eine kostenlose Beratung erhalten.

Wenn es um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz geht, gibt es in Hamburg eine neue Anlaufstelle: Bei „Perspektive Arbeit und Gesundheit“ können Beschäftigte und betriebliche Akteure ab sofort eine kostenlose Beratung erhalten.

Wenn es um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz geht, gibt es in Hamburg eine neue Anlaufstelle: Bei „Perspektive Arbeit und Gesundheit“ können Beschäftigte und betriebliche Akteure ab sofort eine kostenlose Beratung erhalten.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks hat die Einrichtung „Perspektive Arbeit und Gesundheit“ (PAG)  in der Schanzenstraße 75 am 14. Januar 2016 eröffnet. „Psychische Belastungen bei der Arbeit gehören inzwischen zu den wesentlichen Ursachen für Gesundheitsgefährdungen oder Krankmeldungen am Arbeitsplatz. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen verstärkt präventiv tätig werden und die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schützen“, sagte die Senatorin. „Die neue Anlaufstelle wird Betriebe sowie ihre Beschäftigten dabei unterstützen und Hilfestellungen anbieten. Damit schließen wir eine bislang bestehende Beratungslücke in Hamburg.“

Psychische Belastungsfaktoren bei der Arbeit seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. So belegten der Stressreport Deutschland und die Beschäftigtenbefragung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg ein hohes Niveau psychischer Belastung bei der Arbeit. Dabei spielten Multitasking, starker Termin- und Leistungsdruck, monotone Arbeit und Unterbrechungen bei der Arbeit für viele Beschäftigte eine große Rolle; zwischen 44 und 58 Prozent der Befragten seien von diesen Belastungsfaktoren häufig betroffen, heißt es aus der Gesundheitsbehörde.

Fast 17 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage bundesweit, in Hamburg sogar 22 Prozent, gehen demnach auf psychische Erkrankungen zurück. Diese stehen damit nach den Muskel- und Skeletterkrankungen auf Platz zwei (DAK-Gesundheitsreport 2015). 43 Prozent der bundesweiten Renten-Neuzugänge aufgrund von Erwerbsunfähigkeit waren 2014 auf diese Diagnose zurückzuführen (Statistik der Deutschen Rentenversicherung 2015). Die betroffenen Frühverenteten sind zudem mit durchschnittlich 48 Jahren relativ jung, wenn sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen.

Vertrauliche Beratung für Beschäftigte

Beschäftigte, die sich aufgrund ihrer Bedingungen am Arbeitsplatz belastet fühlen oder befürchten, dass ihre Gesundheit oder Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit gefährdet ist, sollen die Möglichkeit erhalten, in der Anlaufstelle mit professioneller Hilfe individuell und vertraulich ihre Belastungssituation zu klären und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Für Fälle, bei denen Qualifizierung oder berufliche Beratung zu den denbaren Problemlösungen gehören, kooperiert die Anlaufstelle mit der Agentur für Arbeit Hamburg. Zunächst für Beschäftigte der Pflegebranche gebe es in der Agentur einen zentralen Ansprechpartner, der kurzfristig einen Beratungstermin vermittele, so die Behörde.

Unterstützung für Unternehmen

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels kann die Anlaufstelle auch für Betriebe interessant sein, geht es für sie doch darum, durch gute Arbeitsbedingungen die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Hier setzt der Hamburger Senat mit seiner Fachkräftestrategie an, die das Ziel verfolgt, die Erwerbsbeteiligung zu steigern und ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu vermeiden. „Eine alters- und alternsgerechte Unternehmenskultur, der Erhalt und die Weiterentwicklung von Kompetenzen der Beschäftigten und die Stärkung ihrer Ressourcen sowie die Unterstützung bei Veränderungsprozessen während des gesamten Erwerbslebens tragen wesentlich mit dazu bei, Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit zu sichern“, so Sozialsenatorin Melanie Leonhard.

Für Unternehmen gehört die vorbeugende Gefährdungsbeurteilung einschließlich psychischer Belastungsfaktoren bei der Arbeit zu den gesetzlichen Pflichten. Sie müssen Belastungen am Arbeitsplatz ermitteln, beurteilen und Maßnahmen zur Prävention ergreifen. Jedoch wüssten viele Unternehmensleitungen nicht, wie sie mit dem Thema „Psychische Belastung am Arbeitsplatz“ systematisch umgehen sollen. „Wir wollen Arbeitgeber, Führungskräfte, betriebliche Arbeitsschutzakteure und Betriebsräte darin unterstützen, psychische Belastungen richtig einzuschätzen und geeignete betriebliche Maßnahmen zu entwickeln“, so Michael Gümbel, Leiter der Anlaufstelle PAG.

Die Anlaufstelle startet als zweijähriger Modellversuch und wird von den Hamburger Behörden für Gesundheit und Verbraucherschutz und für Arbeit, Soziales, Familie und Integration finanziert. Das Modellvorhaben wird durch die Agentur für Arbeit Hamburg mit einem speziellen Beratungsangebot begleitet und zudem von den Partnern der ArbeitsschutzPartnerschaft Hamburg sowie dem „Aktionsbündnis für Bildung und Beschäftigung – Hamburger Fachkräftenetzwerk“ unterstützt. Träger der Beratungsstelle ist der Verein „Arbeit & Gesundheit“.

Weitere Informationen: www.pag-hamburg.org

 

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