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Finanz-News

Zwischen Rezession und Erholung

Die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitutes (HWWI), des Bankhauses Donner & Reuschel AG sowie des Asset Managers HM Trust AG prognostizieren für die nächsten Monate weiterhin schwankende Kapitalmärkte.

Die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitutes (HWWI), des Bankhauses Donner & Reuschel AG sowie des Asset Managers HM Trust AG prognostizieren für die nächsten Monate weiterhin schwankende Kapitalmärkte.

Die Experten des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitutes (HWWI), des Bankhauses Donner & Reuschel AG sowie des Asset Managers HM Trust AG prognostizieren für die nächsten Monate weiterhin schwankende Kapitalmärkte.

 Ausschlaggebend dafür sei die anhaltende Finanz- und Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone. „Die derzeitige Nachrichtenlage trübt die allgemeine Stimmung dermaßen ein, dass nicht nur die Kapitalmarktteilnehmer den sicheren Hafen suchen, sondern auch die realwirtschaftliche Dynamik zunehmend negativ beeinflusst wird“, sagte Carsten Mumm, Leiter Asset Management bei Donner & Reuschel, auf dem 4. Hamburger Forecast-Forum des Finanzplatz Hamburg e.V. und der German CFA Society e.V. in der Handelskammer. Daher werde sich die aktuelle Stresssituation an den Kapitalmärkten weiter zuspitzen und volatile, negativ tendierende Aktienmärkte, eine weitere Absenkung des EZB -Leitzinses und niedrige kurzfristige Zinsen sowie einen schwächer tendierenden Euro zur Folge haben.

Prof. Michael Bräuninger, Forschungsdirektor des HWWI, verwies auf die Risiken aus der Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft: „Die Weltkonjunktur ist ins Stocken geraten und die europäische Währungsunion befindet sich in der Rezession.“ Trotz einer guten Binnenkonjunktur könne sich Deutschland von diesen Entwicklungen nicht dauerhaft abkoppeln. 

Raik Milder, Vorstandsmitglied der HM Trust AG, erwartet ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung: „Der Konsolidierungszwang der Staatshaushalte, der Risikoabbau bei Banken und die verstärkte Sparanstrengung der europäischen Verbraucher lassen für 2012 eine Rezession in der Eurozone erwarten.“ Allerdings werde die zuletzt über den Zielwert der EZB von zwei Prozent pro Jahr angestiegene Inflation sinken: „Die platzende Verschuldungsblase wirkt stark disinflationär“, so Mildner. Er sagt vor dem Hintergrund der konjunkturellen Belastungen voraus, dass die Aktienmärkte bis weit in das nächste Jahr im übergeordneten Abwärtstrend bleiben.

Die Zinsen lang laufender Bundesanleihen dürften trotz schwächerer Inflation nicht sinken. Mumm: „Nachdem Bundesanleihen in den letzten Monaten als Hort der Stabilität galten, wird sich die zunehmende Fokussierung auf Deutschland als Hauptlasttragender der Rettungsaktionen in Form von steigenden Zinsen auswirken.“ Dies erhöhe den Druck auf die Geld- und Fiskalpolitik, schnelle und konkrete Handlungen vorzunehmen. Mumm erwarte daher die Ankündigung unbeschränkter Käufe von Euroland-Staatsanleihen durch die EZB sowie weitere konkrete Schritte in Richtung einer stärkeren fiskalischen Zusammenarbeit unter den einzelnen Euroteilnehmerstaaten. „Diese Aktionen sollten die Kapitalmärkte dann soweit beruhigen, dass der Fokus sich ab dem zweiten Quartal 2012 wieder auf die fundamentalen Rahmenbedingungen verlagern dürfte.“ Die Folge wäre eine deutliche Erholung an den Kapitalmärkten.

Einig sind sich die Experten, dass die Entwicklung der Kapitalmärkte von der Lösung der Euro-Krise abhängt. So betone Fritz Horst Melsheimer, Vorstandsvorsitzender des Finanzplatz Hamburg e.V. und Präses der Handelskammer, in seiner Eröffnungsrede die Wichtigkeit, für den Euro zu kämpfen: „Der Euro ist mehr als nur eine gemeinsame Währung: Er ist ein zentraler Pfeiler des europäischen Binnenmarktes und ein Symbol für die Einigung eines früher heillos zerstrittenen Kontinents.“ Nicht nur für die Kapitalmärkte, sondern gerade für den Außenwirtschaftsplatz Hamburg sei er von großer Bedeutung: Fast die Hälfte der Hamburger Exporte gingen in die Euro-Zone, zugleich komme nahezu ein Drittel der Importe aus den anderen Euro-Staaten.

 

HK / Redaktion

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