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Perspektivenwechsel beschleunigt Prozesse

Die Fähigkeit zur innerlichen Perspektivenübernahme zeichnet die menschliche Spezies aus. Business-Diplomaten setzen die Technik der Empathie ein, um neue Ideen zu generieren.

Die Fähigkeit zur innerlichen Perspektivenübernahme zeichnet die menschliche Spezies aus. Business-Diplomaten setzen die Technik der Empathie ein, um neue Ideen zu generieren.

Wie gehen Sie in Ihrem Unternehmen vor bzw. was machen Ihre Vorgesetzten, wenn neue Geschäftsideen gefragt sind? Oft sammeln die Mitarbeiter in einem Brainstorming neue Vorschläge. Diese intuitiv-kreative Methode wie auch das Brainwriting oder die Galerietechnik (Brainwalking) zielt darauf ab, eine direkte Lösung zu finden. Wer schon an solchen Sitzungen teilgenommen hat, weiß, dass die Anzahl der konstruktiven und realisierbaren Ideen in der Regel recht übersichtlich ist. Das liegt schlicht und einfach daran, dass man im eigenen Kopf nur die Ideen vorfindet, die vorher schon da waren. Wir haben es mit dem Phänomen der Betriebsblindheit zu tun.

Wie funktioniert der Perspektivenwechsel?

Einer meiner Lehrer hat immer gesagt: „Der Kopf und das Gehirn sind rund, damit wir mit unseren Gedanken nicht in eine Ecke laufen.“ Beim Perspektivenwechsel ändert man seinen Blick auf die Problemstellung und betrachtet sie zunächst aus einer völlig neuen Richtung. Diese neue Perspektive liefert dann Anregungen zur Lösung der Aufgabe, die man sonst nicht oder nur nach langem Suchen gefunden hätte.

Doch wie gelangt man zu einer neuen Perspektive? Dafür gibt es verschiedene Methoden. Ich beziehe mich im Folgenden auf die Ausführungen von Graham Horton.

Eine Methode basiert auf einem zufälligen Wort oder Bild wie z. B. Papagei, Astronaut oder Tomatensuppe. Diese so genannte Zufallstechnik ist eine schwache, aber erstaunlich weit verbreitete Kreativitätstechnik. Etwas wirksamer sind Perspektivenwechsel durch Fragestellungen wie: Wie würde Apple mein Problem lösen? Was würde ein Vier-Sterne-General mir empfehlen? Was wurde ein Nobelpreisträger an meiner Stelle tun?

Besser noch funktioniert jedoch die so genannte Analogietechnik. Hier betrachtet man die zu lösende Aufgabe aus der Perspektive einer ähnlichen Person oder Organisation. In der Praxis haben wir es mit wichtigen und komplexen Aufgaben zu tun: Ein Kunde sucht Ideen beispielsweise für neue Produkte, Anwendungen oder Geschäftsmodelle. Hier reichen die einfachen Perspektivwechsel nicht mehr aus. Hier muss ein Perspektivenwechsel erfolgen, der zum Auftraggeber und zur Aufgabenstellung passt.

Bedenken Sie beim Perspektivenwechsel, dass Motive und Beweggründe von Mitarbeitern oder Kunden sich nicht unmittelbar beobachten lassen, sondern sich nur durch Empathie erschließen lassen. Wenn ein Mitarbeiter sich gegen ein bestimmtes Projekt oder eine neue Idee sträubt, lässt sich die Ursache am besten auf empathischem Wege ergründen.

Gelingt der Perspektivenwechsel, dann erreicht man mit dieser Methode im Vergleich zu den generischen Techniken eine zehnfache Ideen-Erfolgsquote. Denn beim klassischen Brainstorming ist – nach Graham Horton- eine Idee in 1 zu 100 Fällen wirklich gut; mit einem guten Perspektivenwechsel beträgt die Quote 1 zu 10 oder besser. Damit verkürzt sich die Dauer der Ideenfindung erheblich, was sich positiv auf die betriebswirtschaftlichen Kosten auswirkt.

 

Wulf-Hinnerk Vauk

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Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

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