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Fähre „Stena Germanica“ mit Methanol-Antrieb in See gestochen

Die weltweit erste mit Methanol betriebene Passagier- und Frachtfähre ist auf der Ostsee im Einsatz. Die schwedische Reederei Stena Line hat das Schiff auf den umweltfreundlichen Kraftstoff umrüsten lassen.

Die weltweit erste mit Methanol betriebene Passagier- und Frachtfähre ist auf der Ostsee im Einsatz. Die schwedische Reederei Stena Line hat das Schiff auf den umweltfreundlichen Kraftstoff umrüsten lassen.

Die „Stena Germanica“ ist am 26. März 2015 auf der täglichen Route Kiel–Göteborg wieder in See gestochen. Der Grund für die mehrmonatige Werftzeit war die Umrüstung des Schiffes auf Methanol-Antrieb (wir berichteten). Stena Line sei damit weltweit die erste Reederei, die den umweltverträglichen Kraftstoff als Hauptbrennstoff einsetze, gab die Reederei bekannt. „Wir sind begeistert von den zahlreichen Möglichkeiten, die uns Methanol bietet – der Kraftstoff hat das Potenzial, der Schiffsbrennstoff der Zukunft zu werden. Wir wollen Veränderungen und Entwicklungen in der Schifffahrt erzielen. Mit der Umrüstung der Stena Germanica nehmen wir einen positiven Einfluss auf die Umwelt und beschreiten damit neue, innovative Wege innerhalb der Branche“, sagte Stena-Line-CEO Carl-Johan Hagman.

METHANOL
Methanol ist eine farblose Flüssigkeit und kann aus Naturgas, Kohle, Biomasse oder CO2 hergestellt werden. Verglichen mit anderen Treibstoffen verringert sich durch den Einsatz von Methanol der Ausstoß von Schwefel um 99 Prozent, von Stickstoff um 60 Prozent, von Rußpartikeln um 95 Prozent und von Kohlendioxid um 25 Prozent. Methanol ist zudem biologisch abbaubar und ein kosteneffektiver Brennstoff (Quelle: Stena Line).

Die Umrüstung der Motoren und des Treibstoffsystems der Stena Germanica wurde von Ende Januar bis Ende März 2015 in Gdansk auf der Remontova-Werft von Stena Teknik in Kooperation mit dem Motorenhersteller Wärtsilä durchgeführt. Nach dem Umbau sei Methanol die primäre Antriebsquelle, als Unterstützung bestehe aber auch die Möglichkeit, auf Marinediesel umzuschalten – diese Technologie werde als „Dual Fuel“ bezeichnet, hieß es. Die Gesamtkosten des von der EU-Initiative „Motorways of the Seas“ geförderten Umbaus beliefen sich nach Reederei-Angaben auf rund 22 Millionen Euro. Für den Einsatz der innovativen Technologie auf der „Stena Germanica“ und den Fortschritt, den sie für die Meeresumwelt bringt, wurde „Stena Line“ vor Kurzem auf der Green Ship Technology Conference (GST) in Kopenhagen mit der Auszeichnung „Ship-owner of the year“ („Reederei des Jahres“) prämiert.

„Stena Line steuert einen nachhaltigen und besonders umweltfreundlichen Kurs. Wir sind stolz, dass die Route Kiel–Göteborg ausgewählt wurde und wir Teil dieses herausragenden Pilotprojektes sind“, freute sich Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG. Seit 2005 arbeite „Stena Line“ daran, ihren Einfluss auf die Umwelt durch ein Energiesparprogramm zu reduzieren. Bisher sei es der Reederei bereits gelungen, den Energieverbrauch der Fährschiffe um durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr zu verringern.

 

Bildquellen

  • stena_germanica_methanol: Stena Line
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