Connect with us

Hi, what are you looking for?

Recht & Steuern

Steuerersparnis durch Arbeitsverträge mit Familienangehörigen erneut auf dem Prüfstand

Arbeitsverträge mit Familienangehörigen sind ein bewährter Weg, um Steuern einzusparen. Der Bundesfinanzhof entscheidet über die Anerkennung von Arbeitsverträgen mit unüblich niedrigen Vergütungen.

Arbeitsverträge mit Familienangehörigen sind ein bewährter Weg, um Steuern einzusparen. Der Bundesfinanzhof entscheidet über die Anerkennung von Arbeitsverträgen mit unüblich niedrigen Vergütungen.

Arbeitsverträge mit Familienangehörigen sind ein bewährter Weg, um Steuern einzusparen. Der Bundesfinanzhof entscheidet über die Anerkennung von Arbeitsverträgen mit unüblich niedrigen Vergütungen.

Arbeitsverhältnisse zwischen Unternehmen und Ehegatten oder Kindern sind zulässige Vertragsgestaltungen, um betriebliche Steuern zu sparen und finanzielle Mittel im Unternehmen zu halten. Besonders im Mittelstand und bei Freiberuflern trifft die Finanzverwaltung auf diese Praxis.

Ständige Rechtsprechung
Die ständige Rechtsprechung der Finanzgerichte hat in zahlreichen Urteilen entwickelt, wann und unter welchen Umständen Arbeitsverträge mit Familienangehörigen steuerlich abzugsfähig sind. Die Vereinbarungen müssen für die Anerkennung durch das Finanzamt ernsthaft gewollt sowie klar und eindeutig vereinbart sein. Eine weitere Voraussetzung ist der inhaltliche Fremdvergleich, nach dem die arbeitsvertraglichen Regelungen den Vereinbarungen entsprechen müssen, die unter Fremden üblich sind. Der Bundesfinanzhof (BFH) hält einen Arbeitslohn der Höhe nach für angemessen, wenn er dem entspricht, was ein fremder Dritter im Fall vergleichbarer Qualifikation, Kenntnisse und gleichem Einsatz als Gegenleistung erhalten würde. Darüber hinausgehende Bezüge hält der BFH für nicht angemessen, betrieblich veranlasst und damit steuerlich abzugsfähig (BFH, Urteil vom 28. Juli 1983, I V R 103/82).

Zu niedrige Entlohnung
Eine unüblich niedrige Vergütung war bisher steuerlich nicht schädlich. Die Finanzbehörde zerlegte die Dienstleistung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Anteil und erkannte die vergütete Arbeitsleistung als betrieblich veranlasst an (BFH, Urteile vom 28. Juli 1983, IV R 103/82 und vom 25. Juli 1995, VIII R 38/93). Dieser Beurteilung ist das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) nicht mehr gefolgt. Das FG hat bei einer eklatanten Unterschreitung des üblichen Entgeltes das Arbeitsverhältnis nicht mehr anerkannt und die steuerliche Berücksichtigung abgelehnt. Der Steuerpflichtige hat dagegen Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH eingelegt. Das Urteil des Finanzgerichts aus dem Jahr 2012 ist damit nicht rechtskräftig und liegt nun dem BFH zur Entscheidung vor (nicht rechtskräftiges Urteil vom 29. März 2012, 5 K 1815/10; Az. beim BFH: X R 31/12).

 

Anzeige

Kolumne Kann passieren

KOLUMNE KANN PASSIEREN

Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

Anzeige

Weitere Beiträge

Recht & Steuern

Bei unsicheren wirtschaftlichen Aussichten – wie in der aktuellen Pandemie – kann der Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages ein probates Mittel sein. Bei Neueinstellungen kann...

Aktuell

Möchte ein Arbeitnehmer im bestehenden Arbeitsverhältnis einer Nebenbeschäftigung nachgehen, berufen sich Arbeitgeber häufig auf arbeitsvertragliche Klauseln, nach denen die Nebentätigkeit nur mit ihrer Genehmigung...

Aktuell

Eine Vereinbarung eines Crowdworkers mit dem Betreiber einer Internetplattform, die keine Verpflichtung zur Übernahme von Aufträgen enthält, begründet kein Arbeitsverhältnis. Wer als Crowdworker einen...

Aktuell

Im Jahr 2018 waren 8 Prozent aller Angestellten ab 25 Jahren befristet beschäftigt. Davon hatten 55,5 Prozent einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von weniger...

Recht & Steuern

Stirbt ein Arbeitnehmer im laufenden Arbeitsverhältnis und sind zum Todeszeitpunkt noch Urlaubsansprüche von ihm offen, so stellt sich die Frage, ob die Urlaubsansprüche vererbt...

Recht & Steuern

Der Anspruch eines Arbeitnehmers auf bezahlten Jahresurlaub erlischt nicht zwangsläufig. Arbeitsgeber müssen ihre Beschäftigten über den konkreten Urlaubsanspruch und die Verfallfristen belehren. In der...

Recht & Steuern

Im Jahr 2019 stehen erneut in vielen Branchen Tarifverhandlungen an, so auch im Groß- und Außenhandel. Die ersten Kündigungen der Tarifverträge sind von der...

Recht & Steuern

Bei einem gravierenden Pflichtverstoß des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit eine fristlose Kündigung auszusprechen.

Anzeige