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Websitetexte: Auch online originell sein

Das Internet boomt: Allein in diesem Jahr ersteigerten 27 Millionen Deutsche via Web Produkte, orderten 1 Millionen Flachbildschirme, buchten 13 Millionen Sommer-Reisen. Kein Wunder also, dass Online-Werbung im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftkrise neue Rekorde feierte. Aber was macht Internetseiten erfolgreich?

Das Internet boomt: Allein in diesem Jahr ersteigerten 27 Millionen Deutsche via Web Produkte, orderten 1 Millionen Flachbildschirme, buchten 13 Millionen Sommer-Reisen. Kein Wunder also, dass Online-Werbung im vergangenen Jahr trotz Wirtschaftkrise neue Rekorde feierte. Aber was macht Internetseiten erfolgreich?

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Natürlich ein überzeugender Inhalt. Und eine ansprechende Form: Knackiges Design, frische Fotos, reibungslose Programmierung, eine einfache Anwendung und – gute Texte. Doch was heißt das: Guter Text im Netz?

Keine Frage: Online ist anders als offline. Lesen am Bildschirm strengt an. Wir lesen am Monitor ungefähr ein Drittel langsamer als in Büchern oder Broschüren. Und: Wir lesen anders. Wir scannen auf relevante Infos, wandern von Headlines zu Bildunterschriften, springen zwischen Text-Schnipseln hin und her – und klicken weiter. Im Schnitt alle 7 Sekunden pro Seite.

Dabei sind Texte enorm wichtig für Ihre Website. Denn Google und Co suchen nicht nach Flash-Animationen, sondern nach Texten. Und um Ihre Seite zu finden, nutzen potentielle Kunden Wörter. Ihre Seite mit relevantem Text zu füllen, ist also ein wesentlicher Baustein für den Erfolg Ihrer Internet-Präsenz. Worauf Sie bei Online-Texten achten sollten, verraten Ihnen diese Tipps.

Tipp Nr.1: Links vor rechts. Verkehrsregeln im Netz

Richtig: Bevor Sie sich in den Online-Verkehr stürzen, sollten Sie die Regeln kennen. Dann wissen Sie, wie Sie Informationen sinnvoll verteilen. Merke: links vor rechts, oben vor unten. Das ergeben so genannte Eye-Tracking-Tests. Sie prüfen den Blickverlauf des Auges. Das wichtigste sollte also links oben stehen, dann rechts davon der Text mit Priorität zwei usw. Was in den Scroll-Bereich fällt, hat 90% weniger Konakt-Wahrscheinlichkeit. Natürlich ändern Fotos, grafische Elemente, Headlines etc. den Blickverlauf. Als Faustregeln sollte man diese Koordinaten allerdings immer im Hinterkopf behalten.

Tipp Nr.2: Geschnitten oder am Stück? Die optimale Text-Länge

Sie kennen das: Sie klicken eine Seite auf und eine endlose Buchstaben-Wüste starrt Sie an. Panisch zucken Sie mit dem Finger über die Maus und fliehen. Bloß weg hier! Heißt das, Sie dürfen auf Ihrer Website nur Schlagwörter verabreichen? Nein. Die Kunst des Online-Textens besteht in der richtigen Dosierung: Eine Headline, ein kurzer Absatz (3-7 Zeilen), Zwischen-Überschriften. Brechen Sie den Text hin und wieder mit Bulletpoints auf, setzen Sie Fotos ein, nutzen Sie grafische Elemente. Ganz wichtig: Locken Sie den Leser in die Tiefe Ihrer Seite. Klick für Klick. Texte fürs Netz also nicht am Stück servieren – sondern geschnitten.

Tipp Nr.3: Please me, tease me. Mit Teaser-Texten zum Lesen verlocken

Da wir schon beim Locken sind: Genau darum heißen diese Dinger Text-Teaser. Weil sie locken und reizen – also teasen. Wie der Blick einer schönen Frau oder eines attraktiven Mannes der verspricht: Folge mir, es lohnt sich… Ein Teaser könnte auf der Startseite stehen und auf eine Unterseite verweisen. Er macht in ungefähr 400 Zeichen neugierig auf den Inhalt der nächsten Seite. Die entschiedene Frage, die Sie sich beim Texten eines Teasers stellen sollten: Warum lohnt sich für den Leser das Weiterlesen? Der Teaser greift die wichtigsten Infos auf. Aber Vorsicht: Verraten Sie nicht alles. Der Klick muss ja ein Erfolgserlebnis sein, das neue Infos preisgibt. Klassiker sind die Weiterverlinkung über „mehr“ oder „weiter“. Gut sind auch Formulierungen wie „Zum Traumurlaub“ oder „Wie´s geht, erfahren Sie hier“.

Tipp Nr.4: Ein Haus, tausend Türen. Landing-Pages texten

Das denk man sich alles so schön: Eine Home-Seite, da kommen alle an. Herzlich willkommen! Und von da aus geht´s weiter. Aber Online-Besucher kommen beileibe nicht immer durch die Vordertür. Sie „landen“ überall – anhängig davon, was sie suchen. Konzipieren Sie also so genannte Landing-Pages. Das sind Unterseiten Ihrer Webpräsenz, auf denen der User landen könnte. Überlegen Sie, durch welche Suchwörter er auf diese Seite gelangt. Und dann spitzen Sie den Inhalt auf diese Suchwörter zu. Wenn Sie also Büroartikel verkaufen, könnten Sie eine Seite nur für Briefblöcke reservieren. Dort sollte der User dann alles finden, was es zum Thema zu wissen gibt. Und zwar ohne dass er zusätzlich überladen wird mit Infos zu Scannern, Bleistiften oder Tischkalendern.

Tipp Nr.5: Der Schlüssel: die richtigen Worte. Über Keywords

Keywords, Schlüsselwörter. Wie bildhaft Sprache doch sein kann. Keywords sind nämlich tatsächlich Schlüssel – für Sie und die Besucher Ihrer Seite. Für Sie sind sie der Schlüssel zur Textstruktur und zum Interesse des Lesers. Denn der wiederum sucht genau nach diesen Keywords. Die hat er in die Suchmaschine getippt. Wichtig: Schlüsselwörter gehören gleich in den Text-Einstieg. Suchmaschinen lesen nur ein paar hundert Zeichen, nicht alles. Und: Bei den relevanten Keywords sind Wiederholungen ausdrücklich erwünscht. Doch Vorsicht: Zu viel des Guten ist aus nicht gut. Ballern Sie Ihre Seite einfach nur mit dem Keyword „Versicherung“ voll, ermüdet das den Leser schnell – und die Suchmaschine straft es ab. Wie überall im Leben gilt: Das richtige Maß ist alles!
Google hat ein Keyword-Tool, das Ihnen bei der Auswahl hilft.

Tipp Nr.6: Link-Building – verknoten, verknüpfen, kontakten 

Was noch wichtig ist: die Link-Popularität. Tatsächlich: Ihre Website ist so was wie ein Popstar, der sich in den Hitparaden behaupten muss. Je mehr Links auf die Seite verweisen, desto höher ist sie im Ranking. Denn Google setzt auf Qualität. So viele Seiten verweisen auf Sie? Dann müssen Sie ja gut sein. Nutzen Sie Verknüpfungen mit Geschäftspartnern und Netzwerken. Tragen Sie Ihre Seite in relevante Suchverzeichnisse ein. Setzen Sie Links in Bloggs oder Foren. Aber Vorsicht bei Linkfarmen oder Anbietern, die Ihnen tausend Verlinkungen versprechen. Schummeln mag Google überhaupt nicht. Page-Rank testen? Können Sie hier: http://www.database-search.com/sys/pre-check.php

Tipp Nr.7: Auf die Website, fertig, los? Testen, umbauen, relaunchen

Die schlechte Nachricht zu erst: Ihre Website ist wahrscheinlich nie fertig. Und nun die gute Nachricht: Ihre Website ist nie fertig! Websites sind nämlich nicht statisch, sondern dynamisch. Sie entwickeln sich weiter – so wie Sie und Ihr Unternehmen. Holen Sie sich darum Feedback von Kunden und Klickern. Nutzen Sie das Feedback und bauen Sie um, was der Verbesserung bedarf. Messen Sie mit Analyse-Tools den Besucherstrom und finden Sie heraus, wo die Besucher abspringen. Google Analytics hilft: http://www.google.com/intl/de/analytics/. Und nicht verzagen: Gute Webseiten sind in einem fortwährenden Umbau- und Relaunch-Prozess. 

Kirsty Pargeter / istockphoto.com

 

Stephan Rau

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Kolumne Kann passieren

KOLUMNE KANN PASSIEREN

Andreas Ballnus erzählt in seiner Kolumne „Kann passieren“ reale Begebenheiten, fiktive Alltagsgeschichten und manchmal eine Mischung aus beidem. Diese sind wie das Leben: mal humorvoll, mal nachdenklich. Die Geschichten erscheinen jeweils am letzten Freitag eines Monats in business-on.de.

Hier finden Sie eine Übersicht aller Beiträge, die von Andreas Ballnus erschienen sind.

Lesen Sie auch die  Buchbesprechung zur Antologie „Tierisch abgereimt“.

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