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Erforschung des Sehens: Botond Roska erhält hochdotierten Körber-Preis

Der ungarische Wissenschaftler Botond Roska will Erblindeten das Augenlicht zurückgeben. Sein Forschungsansatz gilt als wegweisend. Mit dem Körber-Preis bekommt er aus Hamburg eine Million Euro für seine Arbeit.

Der ungarische Wissenschaftler Botond Roska will Erblindeten das Augenlicht zurückgeben. Sein Forschungsansatz gilt als wegweisend. Mit dem Körber-Preis bekommt er aus Hamburg eine Million Euro für seine Arbeit.

Der ungarische Mediziner und Neubiologe Botond Roska wird mit dem Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2020 ausgezeichnet. Das teilte die in Hamburg ansässige Körber-Stiftung am 23. Juni 2020 mit.

Meilenstein: Züchtung einer künstlichen Netzhaut im Reagenzglas

Botond Roska habe mit seiner Arbeit die Augenheilkunde revolutioniert, heißt es in der Presseinformation. Ziel des diesjährigen Preisträgers sei es, erblindeten Menschen das Augenlicht zurückzugeben. Die Ergebnisse seiner Studien setzen international neue Maßstäbe in der Augenforschung. So gelang es ihm und seinem Team im Jahr 2018, im Reagenzglas eine künstliche und voll funktionsfähige Netzhaut zu züchten.

Roska studierte zunächst Cello an der Musikakademie in Budapest, musste seine Musikerkarriere aber wegen einer Verletzung aufgeben und absolvierte im Anschluss ein Medizin- und Mathematikstudium. Zusammen mit Professor Hendrik Scholl wurde er im Dezember 2017 Gründungsdirektor des Instituts für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel, IOB.

Der 50-Jährige hat sich der Erforschung der Netzhaut (Retina) verschrieben. Sie befindet sich im hinteren Teil des Augapfels, gegenüber der Augenlinse, die Bilder auf sie projiziert. Die meisten Seherkrankungen gehen auf Defekte der Netzhaut zurück und sind häufig erblich oder altersbedingt.

Roska hat nach Informationen der Körber-Stiftung die etwa hundert unterschiedlichen Zelltypen in der Retina aufgespürt und ihr Zusammenspiel ergründet. Ein Durchbruch sei dem Augenforscher gelungen, als er einen Zelltyp im Auge so umprogrammierte, dass dieser die Funktion von defekten Lichtrezeptor-Zellen übernehmen konnte. Blinde Netzhäute konnte er damit wieder lichtempfindlich machen. Die klinische Erprobung bei blinden Menschen habe bereits begonnen.

Preisverleihung

Die Preisverleihung an Botond Roska findet am 7. September 2020 im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses statt.

Der mit einer Million Euro dotierte Körber-Preis zählt zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen. Er wird seit 1985 jährlich für einen wichtigen Durchbruch in den Physical oder den Life Sciences in Europa verliehen. Prämiert werden exzellente und innovative Forschungsansätze mit hohem Anwendungspotenzial. Sechs Preisträgerinnen und Preisträger erhielten bislang nach Verleihung des Körber-Preises den Nobelpreis.

 

Bildquellen

  • botond_roska_labor: Friedrun Reinhold / Körber-Stiftung
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