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Steuertipps

Energiesparmaßnahmen rund ums eigene Haus in Planung

Ab 2012 können Immobilieneigentümer erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten und einen neuen Sonderausgabenabzug beanspruchen, wenn sie an ihren vermieteten oder selbst genutzten Wohngebäuden oder Eigentumswohnungen energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen. Das ermöglicht der Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden vom 6.6.2011. Die Förderung basiert dabei auf zwei verschiedene Neuregelungen:

Ab 2012 können Immobilieneigentümer erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten und einen neuen Sonderausgabenabzug beanspruchen, wenn sie an ihren vermieteten oder selbst genutzten Wohngebäuden oder Eigentumswohnungen energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen. Das ermöglicht der Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden vom 6.6.2011. Die Förderung basiert dabei auf zwei verschiedene Neuregelungen:

  • Vermieter können jährlich zehn Prozent des Herstellungsaufwands über einen Zeitraum (zur Definition Zeitraum) von zehn Jahren als erhöhte Absetzungen bei den Werbungskosten (zur Werbungskosten Definition) im Rahmen der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung geltend machen.
  • Besitzer selbst genutzter Häuser oder Eigentumswohnungen dürfen neben den Herstellungskosten auch noch laufende Erhaltungsaufwendungen geltend machen, ebenfalls mit jährlich zehn Prozent über einen Zeitraum von zehn Jahren über den Abzug von Sonderausgaben.

Diese steuerliche Förderung gibt es für Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden, mit deren Bebauung vor 1995 begonnen wurde. Durch die jeweiligen Maßnahmen muss insbesondere der Energiebedarf dieses Altbestands erheblich verringert werden und der Wärmeverlust bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Ein Sachverständiger muss die begünstigte Maßnahme bescheinigen, um den Aufwand dem Finanzamt nachzuweisen. Der Hauseigentümer muss zudem belegen, dass er dieses Objekt tatsächlich selbst nutzt. Da die Kosten des Sachverständigen zu der Sanierungsmaßnahme gehören, können sie ebenfalls berücksichtigt werden.

Um staatliche Doppelförderungen zu vermeiden, gibt es die neuen steuerlichen Privilegien nur, wenn für diese Maßnahmen keine erhöhten Absetzungen nach den Regeln für Objekte in Sanierungsgebieten oder Baudenkmalen gewährt werden, es sich nicht um öffentlich geförderte Maßnahmen handelt – zum Beispiel durch zinsverbilligte Darlehen und steuerfreie Zuschüsse nach anderen Förderprogrammen oder durch KfW-Darlehen – und auch keine Förderung nach dem Investitionszulagengesetz oder der ehemaligen Eigenheimzulage in Anspruch genommen werden.

(TIPP) Die erhöhten Absetzungen sowie der Sonderausgabenabzug werden erstmals auf begünstigte Baumaßnahmen angewendet, die nach dem 5.6.2011 begonnen haben und vor dem 1.1.2022 abgeschlossen werden. Maßgebend hierfür ist das Datum, an dem der entsprechende Bauantrag gestellt wird und bei antragsfreien Objekten der Zeitpunkt, an dem die Bauunterlagen eingereicht werden. An Wärmedämmung interessierte Hauseigentümer brauchen ihre Pläne also nicht mehr aufzuschieben, bevor sie energetische Sanierungsmaßnahmen in Auftrag geben.

(!) Arbeitnehmer können den Sonderausgabenabzug für energetische Gebäudesanierungsmaßnahmen bereits vorab im Lohnsteuerabzugsverfahren über einen Freibetrag berücksichtigen lasen. Das gelingt ebenfalls bei einer Fremdvermietung, sofern in einem Jahr negative Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vorliegen.

Unklar ist noch die Förderung bei Eigennutzung. Der geplante Sonderausgabenabzug führt dazu, dass Spitzenverdiener aufgrund ihrer Steuerprogression entsprechend mehr vom Sonderausgabenabzug profitieren als Eigentümer mit einem durchschnittlichen Einkommen. Eigenheimbesitzer, die gar keine Einkommensteuer zahlen, erhalten sogar überhaupt keine Förderung. Dies ist nicht nur ungerecht, sondern auch im Sinne einer möglichst hohen Anreizwirkung zur Steigerung der Klimaschutzinvestitionen von Hausbesitzern kontraproduktiv, da eine Vielzahl von Hauseigentümern nicht oder nur unzureichend erreicht wird.

Eine progressionsunabhängige Steuerermäßigung, die alle Wohnungseigentümer grundsätzlich finanziell gleich behandelt, wäre nicht nur gerechter, sondern auch im Sinne des Klimaschutzes zielführender. Denkbar wäre eine Förderung vergleichbar mit der Eigenheimzulage. Klar ist jedoch, dass eine Förderung kommen wird – entweder über eine Steuerermäßigung oder einen Zuschuss. Da sich die Parlamente in der Sommerpause befinden, kann sich die Suche nach einer Lösung bis in den Herbst hinziehen.

 

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