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Der dienstälteste Trekkie der Welt fordert eine bemannte Weltraummission zum Mars

Er ist weltweit einer der dienstältesten Fans der Film-Saga „Star Trek“: der US-Amerikaner Jesco von Puttkamer. In den vergangenen Wochen tourte der 79-Jährige wieder durch Deutschland, um für seine Vision von einer bemannten Marsmission zu werben. Doch von Puttkamer ist nicht irgendein „Star Trek“-Fan, sondern Raumfahrtingenieur bei der US-Weltraumbehörde NASA. Er beriet bereits in den 1980er Jahren die Macher der Science Fiction-Kinofilme.

Onur Yamac

Eingeladen hatte von Puttkamer an diesem Oktoberabend das „Schlaue Haus“ Oldenburg, eine Einrichtung der beiden Hochschulen in der nordwestdeutschen Stadt. Wer vor dem verschlossenen Haupteingang am Schlossplatz den angebrachten Hinweis gelesen, einmal um den Block gelaufen, sowie den in der Dunkelheit recht unscheinbaren Dritteingang neben dem Hintereingang gefunden hatte, der musste nur noch den Weg durch das Treppenhaus zum Vortragsraum im Dachgeschoss finden. Und dort wartete ein Spitzen-Vortrag.

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sah und heraushörte: familiäre Wege verschlugen von Puttkamer in die 160.000-Einwohner Stadt, denn die dortige Universitäts-Vizepräsidentin Katharina Al-Shamery ist die Cousine des Raumfahrt-Urgesteins mit deutschen Wurzeln. Von Puttkamer wurde 1933 in Leipzig geboren, Maschinenbau studierte er in Aachen und wanderte dann im Jahr 1963 in die USA aus. Er verkehrte mit Raketen-Spezialisten wie Wernher von Braun, dem Erfinder der legendären V2-Rakete.

Großes Interesse am Mars

Die Oldenburger Chemikerin Al Shamery machte in einem Eingangsstatement deutlich, dass die Frage des Übergangs von der nicht lebenden zur lebenden Materie noch eine ganz ungeklärte Frage sei. Zusammen mit der Frage nach den Rahmenbedingungen für lebendige Materie sei sie eine der spannendsten Fragen der Wissenschaft überhaupt. Der ebenfalls anwesende Biologe Dirk-Henner Lankenau stellte zudem aus dem Blickwinkel seiner Fachdisziplin dar, wie man bestehende Strukturen anhand eines top-down Modells erklären kann.

Raumfahrtingenieur Jesco von Puttkamer wiederum erläuterte, dass die NASA ein großes Interesse am Mars habe. „Was ist, wenn wir auf dem Mars Mikroorganismen finden?“ fragte von Puttkamer in die Runde. Der Mars sei ein überaus interessanter Planet. Finde man dort Leben, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass man auch anderswo im Universum Leben finde. Bücher müssten umgeschrieben werden, auch Philosophen müssten umdenken. Für „Religionsleute“ wäre es sicher ein ganz großer Schock, führte der Experte weiter aus.

So seien bei einer unbemannten Marsmission durch Staubaufwirbelungen ganz zufällig Kieselsteine entdeckt worden. Was sich für den Otto-Normal-Bürger banal anhört, stuften NASA-Experten als Sensation ein. Genauer erläuterte dies Biologe Lankenau anhand von Gesteinsklassifikationen. Diese ermöglichten es, Phänomene genauer einzuordnen: die kleinen Steinchen seien der Beweis, dass es flüssiges Wasser auf dem Mars gab. Man habe geglaubt, es dauere Monate, bis die Marslandefähre auf Anzeichen stoße, ergänzte von Puttkamer. Durch eine Staubaufwirblung habe man aber dann sehr rasch Indizien für Wasser gefunden.

Auch an den Polen des Planeten Mars könnte es Wasser geben. Dort herrschen Temperaturen zwischen -40 und -60 Grad Celsius in der Nacht und 6 Grad Celsius am Tag. Recht eindeutige Indizien für Wasser sind für die Wissenschaftler Rinnsale auf Aufnahmen des Roten Planten. Diese seien auf vorangegangenen Aufnahmen noch nicht zu sehen gewesen, so von Puttkamer.

Kennedy brachte Menschen auf den Mond

Doch der Aufwand rund um Raumfahrtprogramme kostet stets viele Milliarden und reißt Löcher in Staatshaushalte. Daher unternahm NASA-Experte Jesco von Puttkamer bei seinem Vortrag im Oktober auch einen bunten Streifzug durch die Zeitgeschichte und warb für die Raumfahrt als Zukunftsinvestition. Man tue Dinge weil sie schwer seien, nicht weil sie einfach seien, zitierte der Raumfahrtingenieur US-Präsident John F. Kennedy (1917-1963).

Dieser hatte während seiner Amtszeit in der spannenden Phase des Ost-West-Konfliktes erfolgreich eine bemannte Mondmission mit den Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf den Weg gebracht. Die Zeitpläne der Kennedy-Administration aus Zeiten des Kalten Krieges seien allerdings heute nicht mehr so denkbar, so von Puttkamer: meist habe man erst gewusst, dass man ein gutes Gerät gebaut habe, als das Hitzeschild bei Testflügen hielt und die Kapsel wohlbehalten auf die Erde zurück kam. Zuweilen geschah dies mit Lebewesen an Bord. Das Risiko für alle Beteiligten war groß.

NASA lässt fortlaufend Studien erstellen

Die Technologie und das Wissen für eine Marsmission seien allerdings vorhanden, führte der NASA-Experte weiter aus. 60 Jahre lang habe die NASA insgesamt 40 Mio. Dollar für Studien über bemannten Marsmissionen ausgegeben. Diese seien fortlaufend weiterentwickelt und an den technischen Fortschritt angepasst worden. Neben neuester Elektronik stünden den Raumfahrtingenieuren heute auch leichtere und stabilere Metalle zur Verfügung.

Zudem habe man unter Zuhilfenahme von Psychologen, Verhaltensbiologen und Ernährungswissenschaftlern 500 Simulationen rund um die Frage unternommen, wie sich Menschen auf einer mehrjährigen Reise durch das Weltall verhalten. Laut von Puttkamer hätten sich die Probanden nicht gegenseitig erschlagen. Selbst für einen gläubigen Moslem habe man im All schon eine Lösung für sein Gebet nach Mekka finden können. Fit hielten sich die Astronauten durch festgelegte Übungen. Nur die schädliche Weltraumstrahlung müsse man noch besser in den Griff bekommen. Denkbar sei eine Art Schutzraum, führte von Puttkamer aus. Zur Absorption der Weltraumstrahlung eigne sich im Weltraum aber auch Wasser.

Bislang erledigen ferngesteuerte Marsroboter die Forschung. Die Übertragung des Funksignals zum Mars dauert aber zuweilen bis zu 20 Minuten. Ferngesteuerte Forschung reiche daher auf Dauer nicht aus, so von Puttkamer über die technischen Herausforderungen bei Marsmissionen.

Doch nach Wegfall des Ost-West-Konfliktes sind 14 Nationen auch bei der bemannten Raumfahrt zusammengerückt und planen künftig gemeinsame Aktivitäten. Alleine China fehlt bislang im weltweiten Club der Weltraumfreunde. Hintergrund dafür ist, dass die Raumfahrtaktivitäten dort beim Militär angesiedelt sind und der Space Act in den USA nur zivile Zusammenarbeit zulässt.

Streben des Menschen ins Weltall

Das „Return on Investment“, also die Zeitspanne bis investierte Gelder von der Industrie in Produkte umgesetzt werden können, sei gewiss sehr viel länger als in anderen Bereichen, so der Weltraumexperte. Dennoch hätten 40.000 Menschen in den Apollo-Programmen mitgearbeitet und es seien unsere heutigen Kleincomputer sowie Materialien wie Teflon und weitere Innovationen aus der Weltraumforschung hervorgegangen. Man entwickle ein Marsprogramm für Menschen, die heute noch „Dreikäsehochs“ seien, verdeutlichte von Puttkamer die zeitlichen Dimensionen.

Die Evolution sei durch das Streben von Kreaturen aus dem Wasser heraus an Land erfolgt, führte der NASA-Experte weiter aus. Nach zahlreichen Fehlversuchen habe es eine Kreatur durch Mutationen schließlich geschafft und so die Besiedlung der Kontinente auf dem Planeten Erde eingeleitet. Beim Streben des Menschen in das Weltall sei es das Selbe. Wenn man große Dinge erreichen wolle, müsse man hinnehmen, dass man sie nicht mehr selbst miterleben könne, griff er ein Zitat Friedrich dem Großen auf.

Von Puttkamer warb bei seinem Vortrag in Oldenburg zugleich für den Ingenieursnachwuchs: die Jugend sei die Zeit, in der man am meisten lerne. Kinder und Jugendliche dürften ihre Zeit daher nicht alleine vor Spielkonsolen verbringen. Die Jugend sei ein solches Geschenk, daraus müsse man etwas machen, forderte der NASA-Ingenieur. Der ehemalige „Star Trek“-Berater machte deutlich, dass er sich auch in Zukunft würdige Nachfolger wünscht, die nicht nur „Star Trek“ daddeln, sondern auch Großes erreichen wollen.

 

Onur Yamac

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