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DAX bald bei 20.000 Indexpunkten?

Der deutsche Aktienindex DAX eilt von Allzeit-Hoch zu Allzeit-Hoch. Die Europäische Zentralbank EZB flutet die Märkte, Griechenland ist weiterhin in Finanznöten. Die Ukraine hängt am Tropf des Internationalen Währungsfonds IWF. Deutsche kämpfen in der Ost-Ukraine. Rätsel um Putin sorgen für Gesprächsstoff. Die Moskauer Börse erlebt eine Kurskorrektur, während die Börse Bratislava sich top entwickelt. Ein Überblick von Andreas Männicke.

Tim Reckmann / Pixelio.de

Der deutsche Aktienindex DAX eilt von Allzeit-Hoch zu Allzeit-Hoch. Bei der Nullzinspolitik der Notenbanken gibt es zur Aktie im Moment kaum eine Alternative. Viele Anleger vergessen dabei, dass Anlagen in Aktien auch mit hohen Risiken verbunden sind. Mögliche Risiken wie ein Staatsbankrott in Griechenland oder der Ukraine werden im Moment ignoriert. Auf der anderen Seite geraten immer mehr institutionelle Anleger wie Versicherungen, Bausparkassen und Pensionskassen in einen Anlagenotstand, da sie keine allzu hohen Risiken eingehen dürfen. Auch eine Altersvorsorge ist ohne das Eingehen von hohen Risiken jetzt nicht mehr möglich.

DAX schon wieder auf neuem Allzeit-Hoch

Der deutsche Aktienindex DAX erreichte am 13. März 2015 ein neues Allzeit-Hoch mit 11.941 Indexpunkten. Dies bedeutet ein Kursplus von über 20 Prozent in diesem Jahr. Angetrieben wird der DAX durch die nun in Gang gesetzten Anleihenkäufe der europäischen Zentralbank (EZB) im Volumen von 60 Milliarden Euro monatlich. Wir haben es damit mit einer ausgemachten Liquiditätshausse zu tun. Zudem nährt die Hausse bekanntlich die Hausse. Die Optimisten erhoffen sich schon einen Indexstand von 20.000 bis Jahresende.

Droht Griechenland der Staatsbankrott noch im März?

Die Anleger lassen sich auch nicht durch die ungeklärte Situation in Griechenland zurückschrecken. Die griechische Regierung fordert von der deutschen Regierung nicht nur Reparationszahlungen in Milliardenhöhe, sondern auch mehr Entgegenkommen, damit die Sparpläne nicht wieder zu sozialen Unfrieden führen. Die Gespräche auch mit der Europäischen Union bleiben schwierig. Der deutsche Finanzminister Schäuble bleibt aber hart und will zur Not auch einen „Grexit“, also eine Austritt aus dem Euro in Kauf nehmen. Griechenland steht schon jetzt kurz vor dem Staatsbankrott. Es gibt Experten, die der Meinung sind, dass der Staatsbankrott schon Ende März erfolgen kann.

Deutsche Staatsbürger kämpfen in der Ukraine

In der Ukraine gibt es Fortschritte, was den Waffenstilstand angeht. Im ukrainischen Parlament wird aber nun heftig gestritten, wo die Grenzen der autonomen Republiken Lugansk und Donezk liegen sollen und ob Dalbezewe dazu gehört oder nicht. Angeblich sind auch hundert deutsche Staatsbürger, einige davon Russlanddeutsche, die auch deutsche Soldaten sind, auf der Seite der Separatisten aktiv. CSU-Politiker fordern sofort den Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft. Es gibt aber auch deutsche Bürger, die aus der Ukraine nach Deutschland eingereist sind und nur auf der Seite Ukraine kämpfen. Soll ihnen auch die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen werden?

Swatschnenko bleibt in Hungerstreik

Erstmals haben ukrainische Ärzte die in Moskau inhaftierte ukrainische Kampfpilotin Nadja Swatschnenko untersuchen dürfen. Sie war in einen Hungerstreik getreten. Sie wird von russischer Seite seit Juni 2013 im Gefängnis in Moskau gehalten, weil sie beschuldigt wird, für den Tod von zwei russischen Journalisten in Lugansk mitverantwortlich zu sein. Der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko fordert die Freilassung von Swatschnenko im Rahmen eines Gefangenaustausches bisher vergeblich.

Wo ist Putin?

In Moskau wurde der russische Präsident Putin über eine Woche lang nicht gesehen. Es verbreiteten sich Gerüchte über sein Abtauchen wie eine schwere Krankheit oder die Geburt des Kindes seiner Freundin in der Schweiz. Laut Schweizer Zeitung „Blick“ soll es sich nicht um das erste Kind Putins mit seiner Freundin Alina Kabajewa handeln. In jedem Fall lebt er und wird die Geschicke in der Ukraine mitbestimmen. Der Fall Nemzow ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Es gibt auch Gerüchte, dass es einen Grabenkrieg und interne Machtkämpfe mit Führern aus Tschetschenien auch wegen des Todes von Nemzow mit den Oligarchen gibt, den Putin nun still und leise hinter den Kulissen schlichten muss.

Die Welt stand im März 2014 vor einem Atomkrieg

Nach Angaben von Putin stand die Welt nach der Einnahme der Krim im März 2014 kurz vor einem Atomkrieg. Im Falle des Eingreifens von westlichen Truppen war Putin bereit und kurz davor, das Atomwaffenarsenal in Alarmbereitschaft zu versetzen. Damit stand die Welt schon im März vergangenen Jahres kurz vor einem dritten Weltkrieg. Den Plan, die Krim von westlichem Einfluss durch eigene anonyme Truppen fernzuhalten, hatte er angeblich schon beim Besuch des damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch bei den olympischen Spielen in Sotschi. Zuvor leugnete Putin immer, dass russische Soldaten in der Krim involviert seien. Er habe allerdings nicht eingegriffen, um „anzugreifen“, sondern um die russisch sprechenden Bürger zu schützen.

Es gibt keine Angriffskriege, nur Verteidigungskriege

Es gibt aber nie Angriffskriege, sondern immer nur Verteidigungskriege. Dies verstehen auch die Amerikaner immer wieder gut zu verdrehen und zu verschleiern. Putin warf den Amerikanern vor, dass sie vor einem Jahr ganz bewusst die Nationalisten unterstützt hätten, um einen Putsch vorzubereiten. Russland sei das einzige Land, so Putin schon im Jahr 2013, das die USA „in einer halben Stunde oder weniger mit seinen Atomwaffen zerstören könnte“.

Poroschenko rüstet weiter auf und fordert verschärfte Sanktionen

Der ukrainische Präsident Poroschenko fordert schon wieder eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland, da in der Ost-Ukraine wieder seitens der Separatisten geschossen wurde. Die schweren Waffen wurden immerhin abgezogen, aber keiner weiß, wohin genau. Poroschenko fordert auch die Absetzung der Fußball-WM 2018 in Russland, solange in der Ukraine unter russischem Einfluss geschossen wird.

Poroschenko kaufte zwischenzeitlich für die Ukraine Waffen in Abu Dhabi ein, was mehr dafür zeugt, dass auch er hochrüstet und eine Fortsetzung des Krieges will. Es handelt sich dabei nicht um „Verteidigungswaffen“, sondern um hochmoderne Angriffswaffen. Der Internationale Währungsfonds IWF gibt der Ukraine Schützenhilfe, indem er dem Land einen Kredit von 17 Milliarden US-Dollar gewähren will.

Moskauer Börse bleibt volatil

Der „Russian Trading Index“, kurz RTS-Index, gab in der vergangenen Woche kräftig nach. Auch am 13. März fiel der RTS-Index um 2,99 Prozent auf 833,57 Indexpunkte, da sich Gerüchte verbreiteten, dass Putin nicht mehr die Geschicke in der Hand hat. Damit stieg der RTS-Index nur noch um 5 Prozent seit Jahresbeginn – nach zuvor noch plus 15 Prozent in der Vorwoche. Der auf Rubel basierende MICIX-Index gab am Freitag um 2,21 Prozent auf 1.627 Indexpunkte nach, womit „nur“ noch ein Kursplus von 16,57 Prozent seit Jahresbeginn verblieb, nach zuvor plus 26 Prozent.

In einem Jahr stieg der MICEX-Index damit um 38,48 Prozent. In der vergangenen Woche brach aber auch der Brentölpreis ein, davon allein um 4 Prozent am 13. März auf 54,85 US-Dollar/Barrel. Der WTI-Ölpreis fiel sogar auf 47,21 US-Dollar/Barrel. In Russland wird eine schwere Rezession befürchtet, wobei die Inflationsrate auf über 15 Prozent anstieg. Der Rubel stabilisierte sich hingegen bei 64 Euro/Rubel, sodass es sogar zu Währungsgewinnen für deutsche Anleger kam.

Trotz der erwarteten kräftigen Korrektur der letzten Woche bleibt die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse. Die preiswertesten Aktienmärkte kommen aus Osteuropa. Die Aktienmärkte aus Serbien und Slowenien zählten im vergangenen Jahr mit einem Plus von jeweils 18 Prozent im Jahr 2014 zu den Top-Performern auf der Welt. Nun ist die Börse Bratislava (Slowakei) der Top-Performer mit einem Plus von über 20 Prozent. Aber auch die baltischen Börsen stiegen schon über 14 Prozent seit Jahresbeginn.

 

Andreas Männicke

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