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Finanzen

Sichere Häfen für Anleger gesucht

Die US-Arbeitsmarktdaten brachten die Weltbörsen erneut auf Talfahrt. Befürchtet wird eine weitere Zinserhöhung der amerikanischen Notenbank Fed im März. Der deutsche Aktienindex Dax markierte ein neues Jahrestief. Bankaktien sind gefährdet. Gesucht werden „sichere Häfen“ wie Gold und Bundesanleihen.

O. Fischer / Pixelio.de

Am 5. Februar sorgten die neuen US-Arbeitsmarktdaten für Januar 2016erneut für Verunsicherung an den Weltbörsen. Anstelle von erwarteten 185.000 wurden nur 151.000 neue Jobs gemeldet. Dennoch fiel die US-Arbeitslosenquote auf ein neues Tief von 4,9 Prozent. Zudem nahm die Partizipationsrate wieder zu und es stiegen auch die Stundenlöhne. Dies veranlasste die ohnehin nervösen Anleger wohl auf eine Zinserhöhung der Fed im März zu wetten und die Aktienkurse purzelten erneut.

Dax auf neuem Jahrestief

Der Dax fiel auf ein neues Jahrestief von 9.270 Indexpunkten, nachbörslich sogar auf 9.251 Indexpunkte. Der Dow Jones Industrial Index gab um 1,29 Prozent auf 16.204 indexpunkte und der Nasdaq sogar am 3,25 Prozent auf 4.363 Indexpunkte nach.

Damit landete auch die letzte Handelswoche kräftig im Minus. Die Marktakteure sind jetzt offensichtlich sehr nervös, weil die großen Weltbörsen-Aktienindices vor sehr wichtigen Marken, den „roten Linien“, stehen. Werden diese unterschritten, drohen durch die Computerprogramme und Hochfrequenzhändler starke Kursverluste.

Crash-Prognosen mehren sich

Es mehre sich zudem die Crash-Prognosen von Börsengurus. Demnach bedarf es jetzt nur eines kleinen Auslösers, um eine Kurslawine auszulösen. Sorgen bereiten die erneuten Langstrecken-Raketentests in Nord-Korea. Sorgen bereitet auch die Ankündigung Saudi-Arabiens, Bodentruppen nach Syrien schicken zu wollen, was der syrische Präsident Baschar al-Assad ablehnt. Die Anleger hingegen sind beunruhigter, wenn sich die Fed tatsächlich im März wegen der vordergründig guten US-Arbeitsmarktdaten zu einer weiteren Zinserhöhung durchringen sollte. Dies käme dann zur Unzeit, da sowohl die amerikanische als auch die chinesische Wirtschaft lahmt. Möglich ist auch eine weitere Yuan-Abwertung, was die Anleger zusätzlich verunsichern könnte.

Zu hohe Unternehmensverschuldung in den USA und vor allem in China

Besorgniserregend ist außerdem die stark gestiegene Unternehmensverschuldung sowohl in den USA als auch in China. Dies könnte auch Großbanken gefährden. In den USA ist schon der Junk-Bonds-Markt eingebrochen. Es drohen weitere Pleiten bei US-Fracking-Unternehmen aufgrund des niedrigen Ölpreises. Der Brent-Ölpreis gab am Freitag erneut um 0,81 Prozent auf 34,12 US-Dollar/Barrel und der WTI-Ölpreis sogar um 2,21 Prozent auf 30,99 US-Dollar/Barrel nach.

Bankaktien im Keller

Bankaktien sind jetzt weltweit auch wegen der geringen Zinsmargen im Keller. Die Nullzinspolitik der Notenbanken hinterlässt ihre Spuren. Die Deutsche Bank AG muss einen Rekordverlust von mehr als 6 Milliarden Euro in Kauf nehmen. Die Marktkapitalisierung von 21,1 Milliarden Euro entspricht der Summe der Kapitalerhöhungen der vergangenen Jahre. Einige Experten warnen schon vor einer möglichen Pleite der Deutsche Bank AG. In jedem Fall ist die Deutsche Bank jetzt bei historisch so niedrigen Kursen von zuletzt 15,27 Euro ein Übernahmekandidat. In Italien gibt es jedoch notleidende Kredite von mehr als 200 Milliarden Euro. Hier wird wohl der Chef Europäischen Zentralbank Mario Draghi durch den Aufkauf italienischer Staatspapiere versuchen zu retten, was zu retten ist – was aber die Marktwirtschaft außer Kraft setzt. Auch die Credit Suisse muss einen Verlust von 2,9 Milliarden Schweizer Franken hinnehmen.

Sichere Häfen gesucht – Gold mit neuen Jahres-Hoch

Aufgrund der starken Verunsicherung flüchten jetzt die Anleger in „sichere Häfen“. So stiegen der Goldpreis am Freitag um 1,56 Prozent auf 1.174 US-Dollar-Unze und der Silberpreis um 1,07 Prozent auf 15,05 US-Dollar/Unze. Aber auch der Euro-Bund-Future stieg auf ein neues Allzeit-Hoch von 163,94. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf ein Rekordtief von 0,3 Prozent. Ab dem fünfjährigen Bereich müssen Anleger sogar draufzahlen, wenn sie Bundesanleihen kaufen wollen. Auch in Japan wurde nun erstmals ein Negativ-Zins seitens der Notenbank eingeführt. Dennoch ist die neue Fluchtwährung nicht mehr der US-Dollar, sondern der japanische Yen. Der Euro gab zum Yen auf 130,42 Euro/Yen nach. Wegen des möglichen Barzahlungsverbots – künftig sollen Barzahlungen nur noch bis 5.000 Euro möglich sein – stieg auch die Kryptowährung Bitcoins auf 350 Bitcoins/Euro.

Moskauer Börse korrigiert nach Erholungsrally

Der russische Aktienmarkt erholte sich zwar seit dem 20. Januar um fast 20 Prozent, weil der Rubel und der Ölpreis in den vergangenen zwei Wochen wieder etwas anstiegen, aber am Freitag gab der RTS-Index auch um 1,75 Prozent auf 725,91 Indexpunkte nach, während der RDX-Index mit 858 Indexpunkten auf Vortragsniveau verharrte. Der MICEX-Index auf Rubelbasis gab nur leicht um 0,41 Prozent auf 1.780 Indexpunkte nach. Dabei stieg der Euro zum Rubel wieder um 0,39 Prozent auf 86,49 Euro/Rubel und der US-Dollar um 0,89 Prozent auf 77,53 US-Dollar/Rubel, sodass ausländische Anleger leichte Währungsverluste verzeichneten. Der Rubel ist derzeit jedoch wesentlich stabiler als in den Vormonaten. Die russische Wirtschaft droht allerdings wegen des niedrigen Ölpreises in eine dauerhafte Rezession abzugleiten. Das Haushaltsbilanzdefizit wird immer größer, je schwächer der Ölpreis ist. Auch eine Bankenkrise ist in Russland nicht ausgeschlossen.

Seehofer im Gespräch mit Putin in Moskau

Der Besuch des CSU-Chefs Horst Seehofer beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau nährte die Hoffnung, dass es in den nächsten Monaten zu einer Aufhebung oder Verringerung der Sanktionen kommen könnte, wenn der Minsk-II-Prozess in der Ukraine zügig voranschreitet – was aber nicht der Fall ist. Auch in der Ukraine geht der „kalte Krieg“ weiter, ebenso wie in Syrien. Saudi-Arabien droht jetzt damit, Bodentruppen nach Syrien zu schicken, was die ohnehin unübersichtliche Situation in Syrien zur Eskalation bringen könnte. Durch die Flüchtlingsdebatte droht nun auch eine Spaltung in Europa.

 

Andreas Männicke

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