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Finanzen

Moskauer Börse legt 30 Prozent zu

Nachdem sich der Ölpreis seit dem Tief um 35 Prozent erholt hatte, stiegen auch die russischen Ölaktien kräftig an und zogen damit auch der russische Gesamtmarkt nach oben. Seit dem Tief im Januar konnten sich der RDX-Index in Euro schon um 30 Prozent erholen. Aber auch andere Rohstoffe wie Industrie- und Edelmetalle konnten vergangene Woche kräftig zulegen. Damit stellt sich die Fragen, ob nach der Rally sich jetzt noch eine Frühjahrrally anschließt.

Fabian Voswinkel / Pixelio.de

Immer mehr Öl-Förderländer wollen sich der Vereinbarung von Russland, Saudi-Arabien und Katar anschließen und die Öl-Produktion „deckeln“, also nicht mehr zu produzieren als jetzt. Zudem gibt es eine verstärkte Öl-Nachfrage aus China. Dies ließ den Ölpreis seit dem Tief schon um 35 Prozent auf fast 40 US-Dollar/Barrel ansteigen. Im Tief lag der Ölpreis Mitte Januar noch bei 28 US-Dollar/Barrel. Allein am 4. März 2016 explodierte der Brent-Ölpreis um 5 Prozent.

Gefragt: Russische Öl-Gasaktien

Von dem starken Ölpreis profitierten vor allem russische Öl- und Gasaktien wie Gazprom, Rosneft und Lukoil, aber auch Gazpromneft, Tatneft und Surgutneftegas. Gefragt waren aber auch Banken, Versorger und Konsumaktien. Da die russischen Öl- und Gasgesellschaften die russischen Indizes dominieren, stieg auch der Russian Depositary Index RDX seit dem Tief um 30 Prozent auf fast 1.000 Indexpunkte.

Damit bleibt die Moskauer Börse nicht nur einer der Top-Performer der Welt in diesem Jahr, sondern auch eine außergewöhnlich gute Trading-Börse. Schon vom 21. bis 29. Januar stieg die Moskauer Börse um 25 Prozent an, um dann bis 12. Februar wieder kräftig nachzugeben. Die Kursschwankungen bleiben – ganz abhängig vom Ölpreis – damit sehr hoch. Neben Kursgewinnen bei Aktien kamen auch Währungsgewinne hinzu, denn der Rubel fiel auf unter 80 Euro/Rubel. Er lag in der Spitze schon bei mehr als 90 Euro/Rubel.

Kein Aktien-Crash in Moskau!

In Rubel stieg die Moskauer Börse gemessen am MICEX (Moscow Interbank Currency Exchange) in den vergangenen drei Jahren nun auf einen neuen Fünfjahreshoch von 1.878 Indexpunkten. Es gilt festzuhalten, dass es in den vergangenen fünf Jahren, was viele Medien immer verwechseln oder falsch berichten, keinen Aktien-Crash an der Moskauer Börse gab, sondern nur ab 2014 einen Rubel-Crash infolge des Ölpreises-Crashs mit einem Preisverfall von über 50 Prozent. Erschwerend kamen ab 2014/2015 auch die verschärften Sanktionen gegen Russland hinzu.

Ukraine im politischen Chaos – Syrien-Friedensgespräche als „Mission Impossible“

Wenn der Minsk-II-Prozess aber umgesetzt wird, bestehen gute Chancen, dass die Sanktionen in der zweiten Jahreshälfte abgemildert werden, zumal sie bei Putins Verhalten ohnehin nichts bewirken. Hier müssen aber auch die Ukrainer mit der Verfassungsreform und der Autonomie der Ost-Ukraine vorankommen.

Die Ukraine versinkt hingegen im politischen Chaos, da sich auch die Regierung aufgelöst hat und Neuwahlen wahrscheinlich sind. Mit Spannung abzuwarten bleibt auch, wie lange die Feuerpause in Syrien anhält und ob dort ein Friedensprozess möglich ist.

Ich betrachte das mehr als „Mission Impossible“, zumal der „kalte Krieg“ zwischen den USA und Russland weitergeht, was wiederum nicht ganz ungefährlich für die Weltbörsen in Zukunft ist. Zudem gibt es erheblichen Spannungen zwischen Russland und der Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe.

Notenbanken im März im Fokus der Anleger

Der Ölpreis ist zwar immer noch so niedrig, dass die meisten Ölgesellschaften auf der Welt nicht profitabel produzieren können, insbesondere die US-Fracking-Unternehmen nicht, aber sie helfen die Misere am Ölmarkt zu mildern und jetzt etwas hoffungsvoller in die Zukunft zu blicken.

Der Dax profitierte ebenfalls vom gestiegenen Ölpreis und stieg auf 9.824 Indexpunkte. Auch der Dow Jones Industrial Index erholte sich erstmals in diesem Jahr wieder auf über 17.000 Indexpunkte. Sogar Gold konnte ein neues Jahreshoch von 1.279 US-Dollar/Unze erreichen, um dann nach dem US-Arbeitsmarktdaten wieder auf 1.260 US-Dollar/Unze nachzugeben. Wie es an den Weltbörsen und auch bei Gold weitergeht, wird maßgeblich von den Notenbanken in Europa am 10. März und den USA am 16./17. März entschieden. Nach wie vor hängen die Aktienmärkte am Tropf der Notenbanken, was nicht ganz ungefährlich ist.

 

Andreas Männicke

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