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Recht & Steuern

Photovoltaikanlage – Für Verwaltung kein häusliches Arbeitszimmer erforderlich

Aus dem Sinnzusammenhang der gesetzlichen Regelung zum häuslichen Arbeitszimmer ergibt sich, dass ein steuerlicher Abzug der angefallenen Aufwendungen nur dann erfolgen darf, wenn das Arbeitszimmer tatsächlich erforderlich ist.

Paul-Georg Meister / Pixelio.de

Die Tätigkeiten für die Verwaltung einer Photovoltaikanlage machen ein häusliches Arbeitszimmer jedoch nicht erforderlich, da die zeitliche Inanspruchnahme des Raumes von untergeordneter Bedeutung ist, so der Tenor eines rechtskräftigen Urteils des FG Nürnberg vom 19.3.2012 (Az. 3 K 308/11). Durch den Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem Dach oder an der Wand eines Eigenheims bei teilweiser Einspeisung ins öffentliche Netz werden Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt.

Im entschiedenen Fall ging es um den Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben. Der Hausbesitzer nutzte das heimische Büro vor allem für den anfallenden Schriftverkehr, Unterbringung der Akten, Abrechnungen mit den Energieunternehmen, Auswertung der Erträge am Computer und Erstellung von Unterlagen für das Finanzamt , u.a. Umsatzsteueranmeldung, Gewinnermittlung und Gewerbesteuererklärung. Diese Verwaltungstätigkeiten stufte das FG als nicht so wesentlich ein, dass dafür ein eigenes Arbeitszimmer benötigt wird. Das Kriterium der Erforderlichkeit ergibt sich zwar nicht unmittelbar aus dem Wortlaut der Vorschrift, jedoch aus dessen Sinnzusammenhang und der steuerlichen Rechtsprechung von BFH und den FG. So wird die Erforderlichkeit eines Arbeitszimmers beispielsweise verneint, wenn der Raum für die Verwaltung von zwei Eigentumswohnungen bei den Mieteinkünften geltend gemacht wird.

Für das Vorliegen von Betriebsausgaben – das gilt gleichermaßen für Werbungskosten (zur Werbungskosten Definition) – trägt der Steuerpflichtige gegenüber dem Finanzamt die Beweislast und er hat die Erforderlichkeit nachzuweisen. Es muss belegt werden, dass der Raum für die Verwaltung einer Photovoltaikanlage in einer ins Gewicht fallenden Art und Weise betrieblich benötigt und genutzt wird. Zu berücksichtigen ist dabei, dass der Zeitaufwand fürs Finanzamt im Übrigen längst nicht nur den Bereich der Photovoltaikanlage betrifft, sondern auch die Bereiche Altersvorsorgebeträge, Spenden, Kapitaleinkünfte oder die Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Die reinen Verwaltungstätigkeiten für den Solarstrom machen im Regelfall aber kein steuerlich zu berücksichtigendes häusliches Arbeitszimmers erforderlich, da die zeitliche Inanspruchnahme des Raums von ganz untergeordneter Bedeutung ist. Ausreichend sind auch nicht die vom Anlagenbetreiber im Urteilsfall behaupteten neun Stunden monatlich.

Nach einer Verfügung der OFD Rheinland vom 10.7.2012 (Az. S 2130 – 2011/0003 – St 142) besteht aber grundsätzlich die Möglichkeit, die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer geltend zu machen, sofern dem Betreiber für die Verwaltungstätigkeiten im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Allerdings ist der Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen, wenn das Arbeitszimmer nach Art und Umfang der Tätigkeit nicht erforderlich ist.

 

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