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IT & Telekommunikation

Daten-Autobahn unterm Bürgersteig

In Köln entsteht eines der modernsten Datennetze Europas. Über den aktuellen Stand des CityNetCologne und seine vielfachen Möglichkeiten informierte NetCologne-Chef Werner Hanf im „Rotonda“ Business Club. Mit 100 Mbit/s bietet das Glasfasernetz ein bisher nicht erlebtes Tempo für Internet und HDTV-Fernsehen mit mehreren Kanälen gleichzeitig. Online-Gaming, E-Learning und E-Working und die persönliche Heimvideothek sind attraktive neue Features.

In Köln entsteht eines der modernsten Datennetze Europas. Über den aktuellen Stand des CityNetCologne und seine vielfachen Möglichkeiten informierte NetCologne-Chef Werner Hanf im „Rotonda“ Business Club. Mit 100 Mbit/s bietet das Glasfasernetz ein bisher nicht erlebtes Tempo für Internet und HDTV-Fernsehen mit mehreren Kanälen gleichzeitig. Online-Gaming, E-Learning und E-Working und die persönliche Heimvideothek sind attraktive neue Features.

„In London, Berlin und auch Paris wird man demnächst neidisch nach Köln blicken. Denn unsere Stadt wird Vorreiter der innovativsten Technik“, verspricht der NetCologne-Boss, dessen Company inzwischen mit 245 Mio. Euro Umsatz und etwa 750 Mitarbeitern zu den wichtigsten Unternehmen der Stadt zählt. Nicht nur als Profitmacher und Arbeitgeber ist die heimische Telekommunikationsgesellschaft ein bedeutender Player im Kölner Dienstleistungs-Mix. Ebenso wichtig ist, dass mit dem CityNetCologne die Chancen, neue fortschrittliche Firmen an den Rhein zu holen, stark steigen. Denn Anschlüsse von Fabrikations-Betrieben und Büros an die 100 Mbit-Leitungen machen diese Unternehmen fit für die Zukunft. Auch Wohnungen in Häusern, in deren Keller die Glasfaser schon liegen, können besser vermietet werden. Hanf dazu: „Der Anschluss an das Glasfaser wird bald so wichtig für neue Mieter wie heute ein Balkon.“

20.000 Anschlüsse Ende 2008

NetCologne wird im Jahre 2008 rund 10.000 neue Anschlüsse verlegen und dann im Kölner Stadtgebiet über insgesamt knapp 20.000 Anschlüsse besitzen. „Wir zahlen pro Jahr an die Telekom 43 Mio. Euro Miete für die sogenannte letzte Meile,“ rechnete Hanf den Rotonda-Mitgliedern vor. Damit werden sich die 125 Mio. Euro, die die Gesellschaft im kommenden Jahr in Köln verbuddeln will, bald amortisieren.

2006 war der Startschuss für das ehrgeizige Vorhaben. Zunächst im Belgischen Viertel verlegte NetCologne seine Glasfaserkabel in die Keller der Häuser, von denen aus die Telefon-, Internet- oder Fernseh-Signale über das schon vorhandene Hausnetz verteilt werden. „Gerade 40 Millimeter im Durchschnitt misst das Loch, das wir bohren müssen“, erklärte der Referent. Durch diese Miniöffnung strömen später via Glasfasern, die kaum dicker als ein Haar sind, die vielen Millionen Bits, die Töne im Telefon oder Radio, Bilder und Schriften auf der Mattscheibe, im Computer oder auf dem Faxgerät generieren.

Villenviertel auf der langen Bank

Nach der Versorgung des belgischen Viertels standen die Südstadt und Straßenzüge im Kölner Westen und Norden auf der Agenda. Es folgten Nippes, Neustadt-Nord, Ehrenfeld und Teile von Mülheim und Deutz. Am lukrativsten ist der Anschluss von Groß-Immobilien wie z. B. die Blöcke von Genossenschaften. „Am längsten werden unsere Interessenten am Egelspfad und im Hahnwald warten müssen“, sagt Werner Hanf. Viertel mit luxuriösen großen Villen und wenigen Bewohnern sind für das Glasfaser-Geschäft wenig profitabel. In fünf Jahren soll der Ausbau abgeschlossen sein – bis auf die weißen Flecken, Wohngebiete, die vorwiegend mit Einfamilienhäusern bebaut
sind.

Die Bautrupps des Kölner Telekommunikationsunternehmens reißen die Bürgersteige in Schaufelbreite auf und verlegen die Glasfasern etwa einen halben Meter tief. Oft ist mittags die Grube schon wieder geschlossen, wenn die Männer am frühen Morgen mit ihren Arbeiten begonnen haben. „Wir verlegen unsere Kabel auch dort, wo die Hausbesitzer uns keine Genehmigung für den Anschluss im Keller gegeben haben. Denn wenn sich deren Meinung später ändert, müssen wir nicht wieder alles neu aufreißen“, verteidigt Werner Hanf seine „Erdmännchen“. Im ersten Ansatz haben sich etwa 75% der Eigentümer für das neue Netz entschieden, für das sie übrigens keinen Euro zahlen müssen. „Wer zunächst nicht will, sieht meist später die Vorteile ein oder seine Mitarbeiter bzw. Mieter motivieren ihn. Dann ist der spätere Anschluss kein Problem.“

Über Glasfasern kann man nicht nur konventionell telefonieren und im Internet surfen. Die neue Technik bietet 56 analoge Fernsehprogramme und mehr als 100 digitale. Man kann zu jeder beliebigen Zeit Fernsehsendungen abspielen und Filme oder Dokumentationen, die auf Video gespeichert sind, ansehen. Spieler können weltweit ihre Games ausfechten, benötigen dafür aber keine Spielkonsole. Mediziner tauschen ihre Diagnosen blitzschnell via Netz aus, z.B. auch Befunden aus Röntgen- oder Kernspintomographen-Untersuchungen. „Wer eine Fernsehsendung ansieht und in der Zeit eine E-Mail erhält, erblickt auf dem TV-Bildschirm ein Fenster mit einem entsprechenden Hinweis,“ schildert Werner Hanf die mediale Zukunft. „Bald kaufen die Konsumenten die neuen Plasma-Fernseher mit Diagonalen von einem Meter und mehr. Wenn die TV-Signale nicht optimal über breitbandige Glasfaser transportiert werden, ärgern sich die Besitzer über eine miserable Bildqualität.“

Über 50% Marktanteil

NetCologne ist eines der erfolgreichsten regionalen Telekommunikationsunternehmen und macht im südlichen Rheinland dem Ex-Monopolisten Telekom mit besserem Service und günstigen Preisen das Leben schwer. Bei den schnellen DSL-Anschlüssen in Köln hat die heimische Gesellschaft einen Marktanteil von über 50%. Außer in der Domstadt ist die Gesellschaft auch in Bonn und Aachen sowie den dazwischen liegenden Orten am Drücker.
Für Anschlüsse über das Glasfasernetz verlangt die Gesellschaft bei einer Bandbreite bis zu 100 Mbit/s im Doppelflat-Paket (Telefonie im Festnetz und DSL-Internet) 44,90 Euro im Monat, schmalere Bandbreiten sind noch billiger.

Welche Stadtviertel oder Straßen wann angeschlossen werden, kann man im Internet im Verfügbarkeitscheck feststellen: www.netcologne.de

 

Ulrich Gross

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