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Kolumne

Der Wirtschaftsklub Köln hatte Ute Berg, die neue Wirtschaftsdezernentin zum Gespräch ins Dom-Hotel gebeten

(is) „Ich verstehe mich in meiner Funktion als Interessenvertreterin der Unternehmer hier in Köln“, sagte die neue Wirtschaftdezernentin in einem Gespräch mit Konstantin Klostermann von Radio Köln.

Inga Spr�nken

Der Wirtschaftsclub Köln hatte einmal mehr zu seinem Dienstagsgespräch ins Dom-Hotel eingeladen, bei dem führende Persönlichkeiten und Unternehmer zu Wort kommen. So erhielt auch Ute Berg Gelegenheit, nach 217 Tagen Bilanz zu ziehen – und nicht zuletzt die Kölner Eigenheiten zu bewerten.

Dazu gehörte an vorderster Stelle die Frage nach dem Kölschen Klüngel. „Miteinander reden, auch inoffiziell, ist ein Aspekt des Klüngels. Ich habe noch keine schlechten Erfahrungen damit gemacht. Netzwerke sind allgemein wichtig“, antworte die gebürtige Essenerin, die nach Stationen in Münster, Ostwestfalen-Lippe und ihrer Funktion als Abgeordnete für Paderborn sich laut eigener Aussage schnell in die Kölner Stadtgesellschaft integriert hat. Tipps von Vorgänger Dr. Walter-Borjans erhielt sie dazu nicht, wie sie bedauerte, denn der war zeitlich sofort stark in sein neues Amt als NRW-Finanzminister eingebunden. Sie habe sich aber allen ihren 360 Mitarbeitern persönlich vorgestellt und sofort Kontakte zu Unternehmen, Institutionen und Verbänden aufgenommen, sagte Ute Berg.

Zu den Projekten, die sie schon mit vorangebracht hat, gehört unter anderem die Umwandlung des Staatenhauses in einen Musicalstandort. Bei ihrer Arbeit ginge es oftmals darum, die Politik von den wirtschaftspolitischen Ideen zu überzeugen, verriet die Wirtschaftschefin, die angesprochen auf das Potenzial der Stadt Köln sagte: „Ich glaube, dass Köln ein herausragender Medien- und Kulturstandort sowie ein großer Handelsstandort über die NRW-Grenzen hinaus ist.“ Köln sei geprägt von vielen kleinen und mittleren Unternehmen und auch große Konzerne wie Lanxess hätten sich für Köln entschieden, zeigte Berg sich stolz. „Stadtstaaten und Hauptstädte haben sicherlich bessere Möglichkeiten. Köln schlägt als viertgrößte Stadt Deutschlands aber sehr gut. Wir müssen unsere Vorzüge nach außen tragen“, lobte die Fachfrau das städtische Potenzial und verwies auf die Universität, die auf dem Weg zu einer Elilte-Uni sei. Mit einer Kooperation mit der Universität möchte Berg daher ein Gründerklima in der Stadt schaffen.

Nach dem Ziel für die nächsten zwei Jahre befragt, nannte Berg die Projekte MesseCity und Deutzer Hafen, der ebenso wie der Rheinauhafen zum Aushängeschild von Köln werden solle. Das bewirke eine enorme Aufwertung des Stadtteils Deutz, mit dem man ein Stück Stadtgeschichte schreiben könne, sagte die Wirtschaftsdezernentin. Darüber hinaus möchte Ute Berg ihre Visionen für den Wirtschaftsstandort wie beispielsweise die Entwicklung der Marke Köln umsetzen. Hierin sieht sie einen der wichtigsten Projekte für die Stadt. In der anschließenden Diskussion kamen auch kritische Themen wie die Bettensteuer und die Sauberkeit in der Stadt zur Sprache. Während Berg die Bettensteuer verteidigte, gab sie zu, dass das Thema Sauberkeit verbesserungswürdig sei und dass sie diese Problematik in der Verwaltung ansprechen wolle.

Zum Abschluss lud der Geschäftsführende Vorstand des Wirtschaftsclubs Köln, Christian Kerner, die Gäste zu einem Umtrunk ein und verwies auf die nächsten Veranstaltungen des Clubs. Außer den jeweiligen Treffen am ersten Dienstag im Monat, zu denen der Wirtschaftsclub Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur einlädt, ist für November ein internationaler Businesstalk vorgesehen, an denen Referenten aus dem Ausland über den Wirtschaftsstandort Köln diskutieren. Weitere Informationen zum Wirtschaftsclub unter www.wirtschaftsclub-koeln.de.

 

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