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N24 hat neue Eigentümer – Rossmann und Aust übernehmen Nachrichtensender

(ddp.djn). Die ProSiebenSat.1 Media AG hat ihren Nachrichtensender N24 verkauft. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, übernimmt ein Konsortium um N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann und den früheren «Spiegel»-Chefredakteur Stefan Aust den Sender in der neu gegründeten N24 Media GmbH.

(ddp.djn). Die ProSiebenSat.1 Media AG hat ihren Nachrichtensender N24 verkauft. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, übernimmt ein Konsortium um N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann und den früheren «Spiegel»-Chefredakteur Stefan Aust den Sender in der neu gegründeten N24 Media GmbH.

Für das zweite Halbjahr 2010 kündigte der Sender «umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen» an, 72 Stellen sollen wegfallen. Aust überraschte unterdessen mit der Ankündigung, sein ursprünglich für den WAZ-Konzern entwickeltes Printprojekt «Woche» einzubinden.

Gut zehn Jahre nach seinem Sendestart beginnt für N24 eine neue Zeitrechnung. Nachdem zuletzt der Verbleib des Nachrichtensenders in der Konzerngruppe als wahrscheinlich galt, erhielt Rossmann nun den Zuschlag. Im Januar war bekannt geworden, dass er die N24 GmbH in einem Management-Buy-Out übernehmen und sich Aust und der ehemalige «Spiegel TV»-Manager Thorsten Pollfuß als Gesellschafter beteiligen wollen.

«Mit N24 Media entsteht ein im deutschen TV-Markt einzigartiges Produktionsunternehmen, dessen Portfolio von Hard News bis zu Boulevard-Formaten reicht», sagte Rossmann. N24 muss künftig mit der Hälfte des bisherigen Nachrichtenbudgets auskommen, jährlich rund 30 Millionen Euro.

N24 kündigte am Mittwoch an, das Programmschema weitgehend beibehalten und sich stärker auf die Politikberichterstattung ausrichten zu wollen. Jedes Jahr will der Sender zudem rund 50 Reportagen in Auftrag geben, die einen neuen Schwerpunkt im Programm bilden sollen.

«Meine Aufgabe wird es vor allem sein, mich ab sofort um zusätzliche Aufträge für neue Reportagen und Dokumentationen zu kümmern, die der neuen Unternehmensgruppe zugute kommen und zusätzliche Beschäftigung sichern», sagte Aust, der Rechte an einem umfangreichen Doku-Archiv hält. Das Geschäft biete eine «gewaltige Chance».

Mit dem N24-Kauf hat der 63-Jährige einen Coup gelandet – und damit offenbar auch eine Zukunft für sein vom WAZ-Konzern in Auftrag gegebenes und vor sechs Wochen vorläufig gescheitertes Printprojekt «Woche» geschaffen. «Wir werden die ‚Woche‘ in die Kooperation miteinbringen», sagte Aust am Mittwoch. Die Ausgestaltung sei noch unklar und hänge von möglichen weiteren Partnern ab. Denkbar sei, auf eine Printausgabe zu verzichten und nur im Internet zu starten, «so schnell wie es geht».

Das Konzept des Konsortiums sieht vor, dass N24 Media bereits 2012 profitabel ist. Neben einer Steigerung der Werbeerlöse von bisher rund 20 Millionen Euro kann N24 künftig als unabhängiger Anbieter gleichermaßen für private und öffentlich-rechtliche Sender produzieren.

Für 2011 plant der Sender den Aufbau eines bundesweiten Videojournalisten-Netzwerks mit 13 neuen Stellen. Mit Sat.1 sei ein lukrativer Produktionsvertrag für ein neues, wöchentliches Magazin geschlossen worden.

Mit dem Kaufvertrag übernimmt das Unternehmen auch die Produktionsgesellschaft Maz & More, die das Sat.1-«Frühstücksfernsehen» und das «Sat.1-Magazin» produziert und den Sender bis mindestens Mitte 2014 weiter mit den Formaten beliefert.

Neben dem Verkauf wurde auch ein bis Ende 2016 laufender Vertrag für die Zulieferung sämtlicher Nachrichtenformate der Sender Sat.1, ProSieben und Kabel 1 unterzeichnet, für den ProSiebenSat.1 jährlich 25 Millionen zahlt. Die Verhandlungsziele der Käufer seien vom Vertrag übertroffen worden, sagte Rossmann.

Dazu dürfte er auch die Einmalzahlung des Konzerns in Höhe von 41 Millionen Euro zählen, die von den neuen Eigentümern anteilig in Abfindungen investiert werden könnten: Das Konzept sieht vor, rund ein Drittel der Stellen abzubauen. Nach aktuellem Stand sind 72 Arbeitsplätze durch Vertragsaufhebungen und Kündigungen betroffen.

Der N24Betriebsrat kritisierte, dass die Kostensenkung einen «massiven Stellenabbau» zur Folge habe. Betriebsrat und Redaktionsausschuss forderten die neuen Eigentümer auf, die Mitarbeiter schnell und umfassend über das weitere Vorgehen zu informieren und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Sendersprecherin Kristina Faßler sagte, es sei noch völlig unklar, wie viele Mitarbeiter von den Abfindungsangeboten Gebrauch machten. Nach Abschluss der Maßnahmen plant der Sender mit rund 141 Stellen. Ein Sozialplan war bereits im März ausgehandelt worden. Die aktuell 76 Vollzeitstellen bei Maz & More sind von der Restrukturierung nicht betroffen.

Die Direktoren der Landesmedienanstalten und der Deutsche Journalisten-Verband äußerten angesichts der angekündigten Budgetkürzung und des Arbeitsplatzabbaus Zweifel an der Gewährleistung der journalistischen Qualität.

Der Verkäufer teilte diese Sorgen nicht: «Dieses Team hat die beste Lösung präsentiert», sagte der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Thomas Ebeling. Mit fünf Interessenten seien intensive Gespräche geführt worden, Rossmann und Aust hätten den Zuschlag aufgrund ihrer «hervorragenden journalistischen Qualität» und ihres nachhaltigen Konzeptes erhalten. Durch langjährige Verträge biete ProSiebenSat.1 ihnen die notwendige Stabilität.

Ebeling hatte im November gesagt, Nachrichten seien für die Mediengruppe «in jedem Fall ein Zuschussgeschäft». Daher stehe neben einem Verkauf «eine Optimierung der derzeitigen Form von N24 bis hin zu einer völligen inhaltlichen Neuausrichtung» zur Debatte.

Neuer Chefredakteur des Senders wird Arne Teetz, bislang Stellvertreter von Peter Limbourg, der als Senior Vice President Nachrichten & Information zu ProSiebenSat.1 wechselt und weiterhin Anchorman der Sat.1-«Nachrichten» bleibt.

(Quellen: Aust, Ebeling und Rossmann in Mitteilung und Telefonkonferenz, Faßler auf ddp-Anfrage, DLM und DJV in Mitteilungen)

Von Torsten Landsberg

 

ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach

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