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Recht & Steuern

Aufwendungen für die Gesundheit Sport gilt nicht als Heilbehandlung

Allein der Umstand, dass die Sportausübung für jemanden notwendig oder ratsam ist, macht die Ausübung des Sports nicht zu einer begünstigten Heilbehandlung und die mit ihr verbundenen Kosten nicht zu außergewöhnlichen Belastungen.

Allein der Umstand, dass die Sportausübung für jemanden notwendig oder ratsam ist, macht die Ausübung des Sports nicht zu einer begünstigten Heilbehandlung und die mit ihr verbundenen Kosten nicht zu außergewöhnlichen Belastungen.

 Dieser Tenor ergibt sich aus dem Urteil des Sächsischen FG vom 24.1.2011 (Az. 8 K 1403/09) in Bezug auf Aufwendungen für Krankengymnastik, Gesundheitssport und die Teilnahme an einer Krankenkasse- Aktivwoche. Diese Maßnahmen waren einem Senior vom Arzt mit Privatrezept empfohlen worden. Die Ausführungen der Richter, die zu dieser negativen Entscheidung führten, sind in vielen Bereichen praxisrelevant und sollen daher nachfolgend in den wichtigsten acht Eckpunkten aufgelistet werden.

Aufwendungen für die Ausübung von Sport gehören grundsätzlich zu den steuerlich nicht abziehbaren Kosten der Lebensführung.

Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kommt nur dann in Betracht, wenn der Sport betrieben wird, um eine Krankheit oder ein Gebrechen zu heilen oder zu seiner Linderung oder Besserung beizutragen. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn der Sport nach genauer Einzelverordnung und unter der medizinischen Aufsicht eines Arztes betrieben wird.

Bei Aufwendungen für Rehabilitationssport (Rückenschule, Seniorengymnastik, Aktiv 50+) fehlt es an den konkreten Vorgaben, welche wesentlichen Übungen in welchen zeitlichen Intervallen durchgeführt werden sollen. Solche als Präventionsmaßnahmen konzipierten Sport- und Gymnastikkurse bleiben ihrem Charakter nach Vorsorgemaßnahmen.

Aufwendungen werden auch nicht dadurch aus tatsächlichen Gründen zwangsläufig, wenn sie neben ihrer präventiven generellen Konzeption auch eine unterstützende Wirkung auf den individuellen Heilungsverlauf haben. Denn im Rahmen der Abzugsvorschrift für außergewöhnliche Belastungen ist objektiver Maßstab bei der Teilnahme an Präventionsangeboten zur Unterstützung der Heilung das im Rahmen des Sozialgesetzbuchs für die Leistungserbringung der gesetzlichen Krankenversicherung maßgebende Wirtschaftlichkeitsgebot.

Besteht kein Leistungsanspruch des Versicherten gegen seine gesetzliche Krankenkasse, weil das Maß der medizinisch notwendigen und ausreichenden Versorgung bereits erreicht ist, kommen außergewöhnliche Belastungen nicht in Betracht.

Entscheidet sich eine gesundheitsbewusste Person, finanzielle Aufwendungen für den Rehabilitationssport als eine sinnvolle und nutzbringende Maßnahme zu bestreiten, gehen die Ausgaben über das zur Heilung unbedingt erforderliche, medizinisch ausreichende und wirtschaftliche Maß hinaus. Daher sind sie als Teil der allgemeinen Lebensführung anzusehen und nicht steuerbegünstigt.

Gleiche Aufwendungen erwachsen auch gesundheitsbewussten, aber gesunden Dritten, die Gesundheitsschäden durch gezielte sportliche Aktivität und Aufklärung vorbeugen wollen. Solche Belastungen sind daher steuerlich unbeachtlich.

 

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