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Interviews

Niels Anhalt: Engagement von Google bietet Unternehmen gute Perspektiven

Spätestens seitdem Google seine soziale Dialogplattform Google+ für die Unternehmensnutzung geöffnet hat, beschäftigt sich eine Vielzahl von Unternehmen mit einer Frage: Ist ein Engagement auf Google+ derzeit erfolgsversprechend? Was für und gegen eine Nutzung spricht, welche Rolle Google+ im Kommunikationsmix einnehmen kann und wovon Unternehmen dabei profitieren können erläutert Niels Anhalt, Bereichsleiter Beratung und Konzeption und Mitglied der Geschäftsleitung nexum Köln.

nexum AG

business-on.de: Viele Unternehmen denken aktuell über den Aufbau einer Präsenz bei Google+ nach. Würden Sie pauschal zu einem Engagement raten?

Niels Anhalt: Zunächst einmal ist es – genauso wie bei allen anderen Kommunikationsaktivitäten auch – sinnvoll, den Einsatz von Google+ aus einer strategischen Sicht heraus zu planen. Wichtig ist, sich ein möglichst klares Bild darüber zu machen, wie Google+ die bestehenden Geschäftsziele konkret unterstützen kann. Andernfalls bindet ein unternehmensseitiges Engagement schnell unnötig große Kapazitäten. 

Betrachtet man die reinen Reichweitenaspekte, wird schnell deutlich, dass Google+ zum jetzigen Zeitpunkt für die meisten Unternehmen schlichtweg noch keine echte Massenrelevanz besitzt. Zudem sind sowohl die Gestaltungsmöglichkeiten, als auch die Funktionalität trotz einiger Alleinstellungsmerkmale noch recht begrenzt und die Stoßrichtung von Google nicht vollständig transparent. Dennoch gibt es gewisse Aspekte, die schon heute klar für den Aufbau einer Google+ Präsenz sprechen, allen voran das Thema SEO.

business-on.de: Welche Rolle spielt Google+ im Bereich SEO konkret?

Niels Anhalt: Eine überaus wichtige Rolle. Generell beobachten wir einen Paradigmenwechsel im Bereich der Suchmaschinenoptimierung, die ein Umdenken erfordert, denn die klassische Suche wird immer mehr zu einer sozialen Suche. Das lässt sich schon heute bei Google erkennen, dabei fließen Meinungen und Empfehlungen von Nutzern erst allmählich in die Suchergebnisse ein. Diese Entwicklung wird durch die sukzessive Einführung von Neuerungen wie „Search, plus Your World“ weiter vorangetrieben und wird sich sicherlich nicht nur auf Google als Suchmaschine beschränken.

„Google+ hat im Rahmen von Online-Themen eine hohe Expertendichte“

business-on.de: Welche interessanten Anknüpfungspunkte bietet Google+ Unternehmen über die SEO-Effekte hinaus?

Niels Anhalt: Nimmt Google+ den richtigen Platz innerhalb der Content- und Vernetzungsstrategie eines Unternehmens ein, wird es langfristig davon profitieren. Beispielsweise dadurch, dass Google+ derzeit andere Textformate als Facebook abbilden kann, oder dass mithilfe der Circles-Funktion die Nutzer besser nach ihren thematischen Vorlieben angesprochen werden können. Interessant kann zudem sein, dass Google+ beispielsweise im Rahmen von Online-Themen eine vergleichsweise hohe Expertendichte besitzt, wodurch sich Spill-Over-Möglichkeiten in andere Medien ergeben.

„Ein Blick in die fernere Zukunft von Google+ gleicht derzeit einem Blick in die Glaskugel“

business-on.de: In welche Richtung wird sich Google+ Ihrer Ansicht nach entwickeln?

Niels Anhalt: Zu allererst wird die SEO-Relevanz von Google+ sicherlich weiter zunehmen und der Indexierung von Websites und Suchergebnissen zusätzliches Gewicht verleihen. Man kann zudem davon ausgehen, dass Google weitere Dienste – etwa Location Based Services, Bewertungs- und Empfehlungsmechanismen – integrieren und dadurch noch relevanter wird. Mittelfristig könnte Google+ in Deutschland zu einer echten Twitter-Alternative werden und in Teilbereichen im Rahmen direkter Reichweitenaspekte Massenrelevanz erlangen. Ein Blick in die fernere Zukunft von Google+ gleicht derzeit einem Blick in die Glaskugel, ganz sicher wird Google jedoch weiter in sein soziales Netzwerk investieren, damit es sich nachhaltig etabliert. Und das bietet Unternehmen gute Perspektiven.

Glaubenskrieg zwischen Facebook und Google+?

business-on.de: Läuft es auf einen Glaubenskrieg Facebook vs. Google+ hinaus?

Niels Anhalt: Das denke ich nicht. Stand heute lässt sich in gewisser Weise eine Differenzierung der beiden Plattformen erkennen. Bildlich gesprochen, finden auf Facebook überwiegend private Partys statt, auf Google+ hingegen eher Conventions. Sprich, die Themen stehen bei Google+ klar im Vordergrund, nicht so sehr die Plattform selbst mit einer Vielzahl von Möglichkeiten zur Selbstdarstellung. Hierbei muss man natürlich sehen, dass sich Google+ weiterentwickeln wird und sich dieses Bild aller Voraussicht nach mit der Zeit wandelt. Aber ich sehe keinen Grund dafür, dass grundsätzlich nur ein großes soziales Netzwerk Platz im Bewusstsein der Nutzer findet, denn die Art der sozialen Interaktion sowie die individuellen Personenkreise entscheiden darüber, welche Netzwerke eine Person nutzt. 

Mal ganz offline betrachtet, treffen sich Menschen mit verschiedenen Freunden, um bestimmte Hobbys zu teilen. Und dies findet meist an unterschiedlichen Orten statt. Oder vereinfacht gesagt: Der Mensch nimmt im Alltag bewusst unterschiedliche Rollen ein, die er gerne voneinander trennt – ob Face to Face oder online auf Dialogplattformen ist dabei erst einmal zweitrangig.

 

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