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Prognos-Studie: Zukunftsforscher sehen Köln im Rennen um neue Märkte gut aufgestellt

Der Kölner Wirtschaft geht es gut. Aber wird das in Zukunft auch noch so sein? Viele Lebensbereiche unterliegen einem immer schnelleren Wandel, auf den sich Unternehmen einstellen müssen. Damit es ihnen auch im Jahr 2030 noch gut geht.

DLR

Für die gerade veröffentlichte Studie „Standort Köln – Perspektive 2030“ ermittelten die Forscher der Prognos AG, wie die in der Stadt angesiedelten Industrie- und Dienstleistungsbetriebe heute aufgestellt sind – und was sie tun müssen, um auf die veränderten Bedingungen der mittelfristigen Zukunft optimal eingestellt zu sein.

Als wichtigsten Faktor ermittelt die Studie die fortschreitende Digitalisierung, quer durch alle Branchen: „Die Digitalisierung verändert Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle der Unternehmen.“

Das führe nicht nur zu der Notwendigkeit, Abläufe innerhalb der einzelnen Unternehmen anzupassen, vielmehr müssten firmenübergreifend ganze Strukturen auf den Prüfstand gestellt und der ganze Wirtschaftsstandort als zusammenhängendes „Ökosystem“ begriffen werden: „Ausschlaggebend wird in Zukunft nicht mehr nur die Kompetenz des Einzelnen sein, sondern die intelligente Verknüpfung der Fähigkeiten ganz unterschiedlicher Produzenten und Dienstleister.“

Immerhin könne die Kölner Wirtschaft von einer guten Startposition aus ins Rennen um die Märkte der Zukunft gehen. So sei die Beschäftigungsentwicklung im Vergleich zu Land und Bund überdurchschnittlich positiv, das Wachstum der Erwerbstätigen überdurchschnittlich stark. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von 2008 bis 2013 um fast 12 Prozent auf 53 Milliarden Euro – und damit stärker als in Metropolen wie Hamburg, Düsseldorf oder Frankfurt/Main. Zwischen 2009 und 2012 wurden in Köln mehr Unternehmen als im Bundesdurchschnitt gegründet. Auch in Sachen Forschung und Entwicklung liegt Köln in der Spitzengruppe: Mit einem Anteil von 1,1 Prozent aller Beschäftigten arbeiten hier deutlich mehr Menschen an zukunftsträchtigen Technologien als im Landesdurchschnitt. Und schließlich gehen die Zukunftsforscher davon aus, dass Köln eine „junge“ Stadt bleiben wird: Um 200.000 soll die Einwohnerzahl in den nächsten 25 Jahren wachsen, wegen der „hohen Attraktivität der Stadt“ seien darunter viele junge und gut ausgebildete Personen.

Anders als in vorhergehenden Studien haben die Prognos- Forscher für „Standort Köln – Perspektive 2030“ versucht, Branchen nicht einzeln und voneinander gelöst zu betrachten, sondern Beziehungen zwischen ihnen aufzuspüren und Verflechtungen und Wertschöpfungssysteme zu berücksichtigen.

Im Ergebnis wurden sieben Kölner „Kernmärkte“ eruiert, in denen unterschiedliche Branchen mit vergleichbaren wirtschaftlichen Eigenschaften zusammengefasst sind (siehe Infokasten).

Neben der Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung und deren möglicher Auswirkungen auf den Standort Köln zeigt die Studie auch ganz praktische Handlungsmöglichkeiten für die jeweiligen Kernmärkte und ihre Branchen auf. Etwa die Stärkung der touristischen Kompetenzen: „Köln bietet beste Voraussetzungen dafür, einer der in Zukunft wenigen zentralen Einkaufs- und Erlebnis-Hotspots in Deutschland zu werden.“

Chancen wie diese lassen allerdings freilich auch Umkehrschlüsse zu: Stellen sich die Unternehmen nicht auf die Anforderungen der Zukunft ein, könnten sie ihre gute Ausgangslage verspielen und sich im Konkurrenzkampf mit anderen Regionen abhängen lassen.

Das beinhaltet laut Prognos-Studie auch, dass sich die Branchen in den nächsten Jahren wandeln müssen. Und enger zusammenrücken. „Ausschlaggebend wird in Zukunft nicht mehr nur die Kompetenz des Einzelnen sein, sondern die intelligente Verknüpfung der Fähigkeiten ganz unterschiedlicher Produzenten und Dienstleister“, lautet ein Schluss der Studie. Dafür sollten digitale und kreative „Ökosysteme“ gebildet werden, in denen sich Unternehmen mit unterschiedlichen Kernkompetenzen austauschen, um gemeinsam Innovationen zu generieren, nutzerorientierte Leistungsbündel zu definieren und gemeinsam Produkte sowie Dienstleistungen zur Marktreife zu bringen. Dabei ist explizit die Wissenschaft eingeschlossen: Die Region Köln als Standort von Universität, Hochschulen und international renommierten Instituten sollte verstärkt auf dieses Potenzial zugreifen – zum Beispiel in Form von Kompetenznetzwerken, in denen außerhalb von innerbetrieblichen Prozessen nach neuen Lösungen und Möglichkeiten gesucht werden kann. Und schließlich werden auch Politik, Verwaltung und Verbänden in die Verantwortung genommen: Diese könnten „die Unternehmen dabei unterstützen, (…) Chancen zu nutzen und die Herausforderungen zu meistern“.

Physische und digitale Infrastrukturen seien nämlich ebenso eine wichtige Basis wie auch ein kritischer Faktor für die Entwicklung der Stadt. Da dürfe von der öffentlichen Hand dann eben nicht an der falschen Stelle gespart werden: „Trotz der damit einhergehenden finanziellen Belastungen sind Investitionen in die Infrastruktur dringend notwendig“, fordern die Verfasser der Studie.

Gemeinsam mit den Wirtschaftsakteuren solle ein „Masterplan Infrastruktur“ erstellt werden, der eine Prioritätenliste mit Brücken, Straßen und anderen Projekten auflistet, die mit Blick auf die langfristige Sicherung des Standorts vorrangigen Sanierungsbedarf haben.

So viele Vorschläge, Warnungen und Hinweise die Studie auch enthält – letztlich gibt sie doch einen vorrangig positiven Motivationsschub für alle in der Wirtschaftsregion Köln ansässigen Protagonisten: Die Ausgangslage ist gut, die erwarteten Entwicklungen spielen der Region in die Karten, die Bandbreite der Möglichkeiten, sich auf die Zukunft einzustellen ist groß – es spricht also nichts dagegen, dass die Metropole und ihr Einzugsbereich auch in 15 Jahren noch Wohlstand und Wohlgefühl vereinen kann. Vielleicht sogar noch mehr als heute bereits.

Die Studie „Standort Köln – Perspektive 2030“ wurde im Auftrag des Dezernats für Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Köln vom Forschungsinstitut Prognos AG erstellt.

Der Artikel erschien in der zweiten Ausgabe von DIE WIRTSCHAFT im Mai 2016.

 

Die Wirtschaft

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