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Abschied von „Kammerbulle“ Herbert Ferger

Der diesjährige Schalttag hatte es in sich: „Prinz“ Poldi will laut Bild nach Arsenal in London wechseln und Dr. Herbert Ferger in den Ruhestand. Im Gegensatz zum Nationalspieler hat sich der Hauptgeschäftsführer 12 Jahre um die Kölner Wirtschaft und die Kölner IHK verdient gemacht und seine Nachfolge nachhaltig geregelt.

Karin B�ck

Die Verabschiedung von Dr. Herbert Ferger und die Amtsübergabe an seinen Nachfolger Ulf Reichardt erfolgte in einem feierlichen Akt mit NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger. „Ihr Engagement und Ihre Unterstützung war stets ein wertvoller Beitrag für die Entwicklung des Dualen Systems und damit für die berufliche Ausbildung junger Menschen“, betonte Voigtsberger in seiner Dankesrede. Ihm schlossen sich als Redner Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Landrat Werner Stump, IHK-Präsident Paul Bauwens-Adenauer und Christiane Klusmann, Vorsitzende des Personalrats der IHK Köln, an. Bauwens-Adenauer brachte, das was viele fühlten, auf den Punkt: „Ein Kammerbulle geht von Bord“. Rund 550 Gäste nahmen mit Standing Ovations Abschied von Dr. Ferger, der ob der vielen anerkennenden Worte kritisch befand: „Erstaunlich, in welch geballter Form sich das Lob sozusagen auf den letzten Metern häuft. Eine etwas gleichmäßigere Verteilung über eine so lane Wegstrecke wäre ja auch nicht schlecht gewesen.“

Was macht eigentlich ein „Workaholic“, wie sich Dr. jur. Ferger selbst bezeichnet, nach gut 35 erfüllten Berufsjahren? Jedenfalls nicht zur Ruhe setzen. Er will einmal als Anwalt für Kammerrecht in einer Kölner Kanzlei tätig werden und zusätzlich seinen Kuratoriumsvorsitz bei der Diakonie Michaelshoven aktiver als bisher möglich wahrnehmen. Und dann natürlich die gewonnene Freizeit für Hobbies, die er mit seiner Frau teilt, nutzen: Wandern, Kochen, Reisen in ferne Länder und Erkundungstouren in die neuen EU-Mitgliedsstaaten.

Bei seinem Rückblick auf die vergangenen 12 Jahre als Hauptgeschäftsfüher der IHK Köln mit 145.000 Mitgliedern mischten sich sowohl Stolz als auch zwiespältige Gefühle ein. Es gab viele Erfolge, aber auch Misserfolge, die ihn auch heute noch sichtlich umtreiben. So konnte die Stadt Köln nicht von der Gewerbesteuer -Erhöhung abgehalten werden. Einen Teilerfolg gab es dafür auf bundespolitischer Ebene bei der Steuerreform in punkto Unternehmensnachfolge.

Bei der Ausbildungsplatzabgabe konnte man sich als Kammer ebenfalls nicht durchsetzen. Aber die Zusage der Selbstverpflichtung seitens Unternehmerschaft wurde eingehalten, was Ferger mit Stolz erfüllte. Heute fehlt es nicht mehr an Ausbildungsplätzen sondern an Azubis. Um dem Mangel entgegenzuwirken, richteten die Kammern eine bundesweite Lehrstellenbörse ein, „ein Instrument mit sehr viel Nutzen für die Unternehmen“, unterstrich Ferger. Sein besonderes Anliegen, mehr Migranten in das duale Ausbildungssystem zu integrieren und damit den Weg ins Berufsleben zu ebnen, konnte er in seiner Amtszeit nicht mehr zu Ende bringen. Aber er ist guten Mutes, dass sein Nachfolger Ulf Reichardt das Ziel weiter verfolgen wird.

Zu den Erfolgen seiner Kölner Zeit als Hauptgeschäftsführer zählt Ferger den Ausbau des Kölner Autobahnrings, der jetzt mit dem letzten Abschnitt am Leverkusener Kreuz abgeschlossen ist. Verkehrspolitik ist ein Steckenpferd von ihm. Besonders stolz ist er, dass die Kammer sich in Koalition mit dem DGB und den Arbeitgeberverbänden gegenüber der Politik durchsetzen konnte. „Das ist einmalig und gibt es nur in Köln“, so der Jurist. Als eine richtige Erfolgsgeschichte mit Anspruch als Ideengeber nannte er den Campus Leverkusen, eine der wenigen naturwissenschaftlichen, privaten Fachhochschulen in Deutschland. Mit Stolz erfüllt ihn auch, dass in seiner Amtszeit die Arbeitslosenquote von einer zweistelligen Größenordnung auf acht bis neun Prozent gedrückt werden konnte. Mit Fergers Unterstützung wurde außerdem die Idee der Metropolregion Rheinland auf die Schiene gebracht. „Das Brett ist dick, aber es lohnt sich weiterzubohren. Die Rheinland-Idee nimmt einen ausgesprochen positiven Verlauf“, so Ferger. Für seinen Nachfolger, Ulf Reichardt, dürfte keine Langeweile entstehen.

Karin Bäck

BU: v.l. Ulf Reichard und Dr. Herbert Ferger
Copyright Karin Bäck

 

Karin Bäck

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