Connect with us

Hi, what are you looking for?

Interviews

Gründerfinanz unterstützt junge Unternehmen mit individuellen Versicherungslösungen

Für junge Unternehmer ist eine Startup-Gründung eine große Herausforderung. Hier müssen nicht nur Märkte analysiert und innovative Ideen verwirklicht werden. Auch Finanzierungsplänen, Partnerschaften und zuverlässigen Versicherungslösungen kommt eine große Bedeutung zu. Das weiß man bei der Gründerfinanz aus eigener Erfahrung. Hier hat man sich deshalb auf die Unterstützung junger Unternehmen spezialisiert. Im persönlichen Gespräch erklärt uns Gründerfinanz-Geschäftsführer Holger Hegemann, worauf junge Gründer bei der Auswahl achten sollten und wie die Zusammenarbeit zwischen Versicherungsvermittler und Jungunternehmer im Idealfall aussieht.

Holger Hegemann

business-on.de: Wann wurde das Unternehmen wo gegründet seit wann sind Sie in der Branche tätig?

Holger Hegemann: Ich habe die Gründer Finanz 2012 im Clusterhaus in Köln gegründet. Da ich bereits 1998 mit einer Ausbildung in die Versicherungswelt eingestiegen bin und auch nach meinem Studium sehr viele Erfahrungen bei einem erfolgreichen Zielgruppenmakler sammeln durfte, war es nach 14 Jahren an der Zeit, meinen Traum zu realisieren, die Gründung eines eigenen Maklerunternehmens. Nach 3 lehrreichen, erfreulichen und erfolgreichen Jahren, stehen in 2016 nun neue und spannende Wachstumsthemen an!

business-on.de: Was machen Sie genau? Was ist die GründerFinanz und welches Beratungsziel verfolgen Sie?

Holger Hegemann: Die GründerFinanz ist ein unabhängiges Versicherungsmaklerunternehmen, das bundesweit Versicherungslösungen für junge Unternehmen vermittelt und betreut. Der Fokus liegt dabei auf Gründern und Agenturen aus der IT-, Werbe-, Medien- und Onlinebranche. Beginnend bei der passenden Haftpflichtlösung für unternehmerische Risiken bis hin zu Konzepten der betrieblichen Altersvorsorge möchten wir junge wachsende Unternehmen bestmöglich absichern. Ziel unserer Beratung ist es dabei, die Versicherungsoptionen bestmöglich an die aktuelle Wachstumsphase des Unternehmens anzupassen. Dabei verstehen wir uns als langfristige Partner, die mit jungen Unternehmen immer wieder auf neue Herausforderungen reagieren.

business-on.de: Warum konzentrieren Sie sich auf junge Unternehmensgründer?

Holger Hegemann: In meiner bisherigen Beraterfunktionen hatte ich oft mit jungen Kunden zu tun, Freiberuflern, Studenten und jungen Firmengründern. Besonders die Beratung der jungen Unternehmer hat mir immer unglaublich viel Spaß gemacht. Man spürt die Energie, die Motivation und trägt mit seiner Beratung gleich noch einen wichtigen Teil zur Gründung bei. Wegen dieser Begeisterung habe ich mich schließlich entschieden, meinen Schwerpunkt auf Beratungen zu setzen und gemeinsam mit anderen Gründern zu wachsen. Immerhin bin ich ja selbst Gründer und somit Teil meiner eigenen Zielgruppe. Ich sammle Erfahrungen und verstehe die Prioritäten eines Gründers jeden Tag besser. Das hilft mir sehr bei der Beratung.

Im Vorfeld der Gründung merkte ich, dass es bundesweit kaum Berater oder Maklerbetriebe gibt, die sich so klar dieser Zielgruppe zuordnen. Doch genau diese Positionierung und dieses klare Auftreten will ich mit dem Namen „GründerFinanz“ und der persönlichen Überzeugung bekräftigen und ein Teil der Zielgruppe sein.

business-on.de: Sie sagen, dass sich wenige Versicherungsberater explizit auf junge Unternehmensgründer konzentrieren. Welche Vorbehalte gibt es hier üblicherweise?

Holger Hegemann: Ein Hauptgrund besteht sicher darin, dass es sich bei Gründern um kleine Firmen, kleinere Versicherungsbedarfe und hohe Ausfallrisiken handelt. Wenn man also allein mit Wahrscheinlichkeiten argumentiert, könnte man hier sicher den einen oder anderen Vorbehalt begründen.

business-on.de: Und Sie teilen diese Vorbehalte nicht?

Holger Hegemann: Ich sehe in dieser Zielgruppe vielmehr die Chance als das Risiko. Und nach drei Jahren kann ich überzeugt sagen, dass mich meine Erfahrung bisher nicht getäuscht hat. Die Ausfallquote meiner Kunden geht gegen Null. Natürlich gibt es in jedem jungen Unternehmen schwierige Zeiten. Aber genau dort sehe ich auch mich und mein Team. Die GründerFinanz will ein treuer Wegbegleiter sein, vom Berganstieg bis zur Gipfelerklimmung. Und wenn es mal bergab geht, dann packen wir eben noch ein bisschen beherzter mit an.

Gerade hier sehe ich auch die Stärke unseres Unternehmens. Beratung zu bekommen, wenn man erfolgreich und groß ist, ist leicht. Dann stehen viele auf der Matte und wollen etwas von einem. Ich möchte mit den jungen Unternehmen zusammen wachsen und ein Miteinander auf Augenhöhe. Da ich fest von diesem Konzept überzeugt bin und mir die Beratung dazu unglaublich viel Freude bereitet, fühle ich mich auch nach drei Jahren in meiner damaligen Entscheidung bestätigt.

„Digitale Risiken sind keine Seltenheit mehr“

business-on.de:  Welche Versicherungen vermitteln Sie? Warum vermitteln Sie gerade diese Versicherungen?

Holger Hegemann: Wir vermitteln alle Versicherungen, die für Gründer wichtig sind. Hierzu gehören:

  • Gewerbliche Haftpflichtversicherungen
  • Berufs- und Betriebspflichtversicherung für Selbstständige
  • Vermögensschadenhaftpflicht
  • Inhalts- / Elektronikversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Private Krankenversicherung
  • Betriebliche und private Altersvorsorge
  • Rechtsschutz
  • Cyber Risk Police

Besonders auf unser letztes Angebot legen wir in den letzten Jahren verstärkt Wert. Digitale Risiken wie Hackerangriffe und Datenverluste sind keine Seltenheit mehr und besonders für kleine und mittlere Unternehmen kann es überlebenswichtig sein, ein funktionierendes Cyber Risk Management zur Absicherung zu haben. Und deshalb gehört diese Absicherung immer öfter schon von Anfang an zur passenden Haftpflichtlösung dazu.

business-on.de:  Welche Versicherungen braucht ein junger Gründer und welche nicht?

Holger Hegemann: Ich könnte jetzt ganz pauschal die Palette der Versicherungen aufzählen, die in allen möglichen Beratern im Netz genannt werden und die auch grundsätzlich richtig und notwendig sind. Viel wichtiger ist mir aber darüber hinaus eine Analyse des Unternehmens und der persönlichen Situation des Gründers.

Natürlich sind für jede Gründung und für jedes Unternehmen die richtigen Haftpflichtversicherungen ein absolutes Muss. Jeder Unternehmer trifft seine Entscheidung über seine Absicherung am Ende selber, aber keine Berufs-/Betriebshaftpflicht zu haben ist in meinen Augen absolut fahrlässig. Welche weiteren Absicherungen eine Rolle spielen, ob z.B. eine D&O-Versicherung, eine Cyber-Risk-Deckung, eine Betriebsunterbrechungs-, Rechtsschutz- oder eine Inhalts-/ Elektronikversicherung von Anfang an nötig ist, ist abhängig von der individuellen Risikosituation des Start Ups. Und hier ist gerade bei Onlineunternehmen mit teilweise neuen Ideen und neuen Risiken eine genaue Analyse wichtig.

Neben der Analyse der Risiken spielt die Auswahl des Anbieters eine Rolle. So gibt es z. B. in vielen Dienstleistungsbereichen zielgruppenorientierte Versicherer, die mit speziellen All-Risk-Deckungen maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Das Tolle an diesen Konzepten ist, dass im Grunde versichert ist, was nicht explizit ausgeschlossen wird. Und diese Konzepte können dann teilweise auch noch kombiniert werden, da ggf. die Werbe- oder Medienagentur auch parallel noch IT-Lösungen für ihre Kunden anbietet und somit ein erweitertes Risiko hat. Hier schauen wir in der Analyse genau nach den Risiken und nutzen dann die einzelnen Bausteine, um das Risiko für den Unternehmer auf ein Minimum zu reduzieren. Durch den engen Kontakt und guten Austausch zu den Versicherern bemühen wir uns, den Schutz so passend wie möglich für unsere Kunden zu gestalten.

business-on.de:  Wie läuft die Beratung bei Ihnen genau ab? Was passiert zwischen der ersten Kontaktaufnahme und dem Vertragsschluss?

Holger Hegemann: Ein Großteil unserer Neukunden oder Interessenten kommt über Empfehlungen von bestehenden Kunden. Diese nehmen dann oftmals den Kontakt zur GründerFinanz auf oder sprechen mich auf Veranstaltungen an. So entwickeln sich dann auch sehr schnell der persönliche Kontakt und das erste Gespräch über unser Geschäftsmodell. Aber auch über die Beratungsphilosophie und den Beratungsweg der GründerFinanz tausche ich mich sehr gerne aus. Zu einer guten Beratung gehört, dass Berater und Kunde zusammenarbeiten. Zuhören und Reden ist hier nicht genug. Immerhin weiß keiner mehr über sein Geschäftsmodell als der Gründer selbst. Deshalb ist sein Mitwirken von großer Bedeutung. Schnell gewinne ich im Laufe des Gesprächs einen ersten Eindruck und kann mir schon ein paar Gedanken zu einer passgenauen Beratung machen.

business-on.de:  Und wie geht es nach dem ersten Kennenlernen weiter? Wie treffen Sie eine Vorauswahl, welche Versicherer infrage kommen?

Holger Hegemann: Dann schaue ich mir in der Regel die Homepage meins Klienten an und nehme den ersten Kontakt zu passenden Versicherern auf. Oftmals sind weitere Infos nötig, da speziell in der Onlinebranche viele Risiken eine Rolle spielen und das Geschäftsmodell genau analysiert werden muss. Wird eine App genutzt? Wie wird die App genutzt? B2C oder B2B ? Werden Kreditkartendaten gespeichert? Diese Fragen können Einfluss auf die Versicherbarkeit und die Auswahl des Anbieters haben. Deshalb kommt es immer wieder zu einem engen Austausch zwischen dem Interessenten und mir. Während dieses Beratungsabschnitts soll der Interessent verstehen, weshalb die Infos so wichtig sind. Nur so ist ihm die Relevanz der Absicherung klar. Wenn schon bestehende Absicherungen vorliegen, wird auch geprüft, ob der Schutz ausreichend ist.

business-on.de:  Grundsätzlich sollte man für den Abschluss einer Versicherung also ein wenig Zeit einplanen?

Holger Hegemann: Es kann auch zu einer schnellen Lösung kommen, wenn das Risiko ganz eindeutig ist. Aber um genau das herauszufinden, sind ein paar notwendige Informationen am Anfang sehr wichtig. Wenn die passende Versicherungslösung erstellt wurde und beide Seiten von dem Abschluss überzeugt sind, kommt es zum Vertragsabschluss. Meist entsteht dann automatisch ein regelmäßiger Kontakt, da sich mit dem Wachstum des Start Ups auch neue Fragen und Risiken ergeben.

business-on.de: Sie lernen die Startups im Rahmen Ihrer Beratung gut kennen. Kommt es da nicht auch hin und wieder vor, dass zwei Ihrer Klienten gut zusammenpassen und sich ergänzen könnten?

Holger Hegemann: Ja, auch das kommt vor. Wenn Kunden von mir sich gegenseitig unterstützen können, versuche ich den Kontakt herzustellen. Ich halte es für wichtig, auch außerhalb der eigenen Tätigkeit mitzudenken. Gerade das ist ja ein wichtiger Teil der Startup -Mentalität. Darüber hinaus ist es gerade. bei jungen Unternehmen wichtig, dass sie sich gegenseitig unterstützen.

„Die Worte fair, transparent und unabhängig werden in der Versicherungsbranche sehr inflationär gebraucht“

business-on.de:  Was macht Ihr Beratungskonzept so fair und transparent, wie es auf Ihrer Webseite dargestellt wird? Was sind die konkreten Besonderheiten?

Holger Hegemann: Die Worte fair, transparent und unabhängig werden in der Versicherungsbranche sehr inflationär gebraucht. Dabei besteht ja gerade gegen die Versicherungsbranche oft auch zu Recht ein gewisses Misstrauen, weil manches gerade nicht wirklich transparent dargestellt wird. Und ja, ich benutze diese Worte auch und möchte, dass die GründerFinanz daran gemessen wird. Ich versuche z.B. Transparenz zu schaffen, indem ich in der Beratung auch darauf eingehe, was gerade nicht versichert werden kann. So vermeiden wir im Schadensfall böse Überraschungen.

Ich versuche dem Unternehmer klar aufzuzeigen, welche Risiken trotz Versicherung bei ihm bleiben und im Zweifel von der Firma getragen werden müssen. Und ich sage Ihm auch, welches Risiko er ggf. selber tragen kann, weil es nicht die Existenz der Firma bedroht. Nicht jede Versicherungslösung ist ein Muss und jeder Unternehmer hat ein anderes Risikobewusstsein. Somit steht das Aufzeigen von Lösungsansätzen an erster Stelle der Beratung. Unser Klient soll sich ein realistisches Bild vom Risiko und den Haftungsbedingungen machen können.

Es geht um die passende Lösung in der jeweiligen Phase des Unternehmens. Für einen Gründer ist z.B. die Gewerbe-Haftpflichtabsicherung seiner GmbH von Anfang an nötig und wichtig. Die Beratung der betrieblichen und / oder privaten Altersvorsorge des Gründers ist Anfangs sicher noch kein Schwerpunkt, aber eines Tages wird auch diese Beratung ein Thema sein. Es ist mein Ziel, mit meinen Kunden auch in 20 Jahren noch über ihre Absicherungen zu sprechen. Und dafür ist Vertrauen und Kompetenz wichtig.

business-on.de:  Warum soll ein Interessent Ihre Beratung, der eines anderen Anbieters vorziehen?

Holger Hegemann: Die Frage ist für einen selber schwer zu beantworten. Viele meiner Kunden sagen, dass Sie an mir schätzen, dass ich nicht wie der klassische Versicherungsmakler bin. Ich denke aber, dass da das Klischee des Versicherungsvermittlers eine große Rolle spielt. Trotzdem sehe ich es als Kompliment und freue mich natürlich darüber. Ich versuche einfach, ich zu sein, und sage mir immer wieder, dass ich meine Persönlichkeit in den Beruf einbringen will, aber der Beruf meine Persönlichkeit nicht bestimmen soll.

Gerade in einem Beruf, in dem das Vertrauen eine wichtige Rolle spielt, ist Authentizität der einzige Weg. Alles andere ist im Grunde gespieltes Vertrauen. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass das Verhältnis zu meinen Kunden nicht nur aufgrund von passenden Produkten entsteht. Genauso wichtig ist mir ein respektvolles und vertrauensvolles Miteinander. Kurz gesagt, man muss auch zusammen passen. So sehe ich es jedenfalls. Und wenn die Chemie auch mal nicht stimmt, dann ist es auch in Ordnung, wenn es zu keiner Geschäftsbeziehung kommt. Wie bereits erwähnt, möchte ich langfristige Kundenbeziehungen aufbauen und dazu gehört mehr als „nur“ das passende Produkt.

business-on.de:  Sehen wir uns die andere Seite aber auch noch einmal an. Welche Vorteile hat ein Interessent davon, sich für Ihr Angebot zu entscheiden?

Holger Hegemann: Ich habe mich auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert und sage Interessenten auch offen, wenn meine Leistungen nicht zu ihrem Unternehmen passen. Spreche ich zum Beispiel mit einem Interessenten, der für sein Bauunternehmen Maschinen und Haftpflichtrisiken versichern will, verweise ich ihn an andere Spezialisten, die ihm besser weiterhelfen können. Kommt aber ein Dienstleister vorbei, der seine Vermögensschadenhaftpflicht und Cyber-Risiken absichern oder ein betriebliches Altersvorsorgekonzept (bAV) mit Berufsunfähigkeitslösungen ohne Gesundheitsprüfungen implementieren will, kann ich ihm sehr wohl weiterhelfen.

Dabei kommt es gerade im Firmenkundengeschäft auf die enge Betreuung an. Ist beispielsweise ein bAV-Konzept einmal in die Firmenprozesse integriert, entlastet ein dauerhafter Beratungsprozess vor allem die Personalabteilung des Unternehmens. In vielen Firmen erlebe ich aber genau das Gegenteil. Hier erfolgt lediglich eine Erstberatung. Daran schließt sich weder eine Betreuung noch eine Weiterentwicklung bestehender Konzepte an.

Das war auch der Grund für mich, ein Beratungsunternehmen mit meiner eigenen Philosophie zu gründen. Es geht mir nicht um möglichst viele Neukunden, sondern um eine dauerhafte Geschäftsbeziehung mit bestehenden Kunden. Bei vielen großen Strukturvertrieben ist es aus meiner Sicht schwerer, diese Bindung zu erzeugen, weil die Fluktuation der Mitarbeiter größer ist. Das birgt wiederum die Gefahr, sich zu sehr auf den kurzfristigen Erfolg zu konzentrieren.

„Wir erleben in Deutschland gerade einen „Boom“ ums Gründen!“

business-on.de: Können Sie konkrete Erfahrungen aus Ihrer beruflichen Vergangenheit benennen, durch die Sie junge Gründer besser verstehen als Ihre Konkurrenz ?

Holger Hegemann: Wir erleben in Deutschland ja gerade einen „Boom“ ums Gründen! Es ist angesagt und wird sogar auf politische Ebene und in den Medien stark thematisiert. Das ist toll und motiviert junge Unternehmer. Aber eines sollte man dabei nicht vergessen. Die Hausaufgaben bleiben und dazu gehört nicht nur die Idee, sondern auch der evtl. etwas langweiligere Business Plan. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Start Ups, die Ihre Hausaufgaben von Anfang an erledigen, auch am Markt bestehen. Da kommt es nicht einmal so sehr auf die Idee an.

In der Beratung merke ich außerdem gelegentlich, dass sich Start Ups den Versicherungsschutz in Höhe von z.B. 100 € im Monat nicht leisten können. Obwohl dieser Schutz Ihre Existenz im Schadenfall sichert. Und ich verstehe, dass man lieber in die Idee investiert, als Versicherungen bezahlt. Aber wenn dieser Mindestbeitrag an Absicherung nicht im Budget eingerechnet ist, dann wurden die Hausaufgaben vor der Gründung nicht sorgfältig gemacht. Und oft sind es gerade diese Fehlplanungen, die eines Tages zur Insolvenz führen, obwohl die Unternehmensidee vielleicht sogar ganz gut war. Dabei hätte man Fördermittel oder Gründerkredite vielleicht nur etwas höher oder langfristiger auswählen müssen.

Deshalb empfehle ich dem Gründer vor der Gründung auch mal den Gang zum Rechtsanwalt, Steuerberater, Versicherungsmakler und zu Beratungsstellen der Stadt oder der IHK. Hier habe auch ich anfangs wertvolle Informationen bekommen und in die Gründung einfließen lassen. Um einen Gründer besser zu verstehen, ist es sicher von Vorteil, selbst gegründet zu haben und viel Kontakt zu Gründern zu haben. Einige Unternehmensideen meiner Kunden sind ähnlich, andere können sich super ergänzen. Hier geht es also auch darum, mitzudenken und zu vernetzen.

„Es ist nicht unbedingt die Idee, die den Erfolg ausmacht“

business-on.de:  Was macht Ihrer Meinung nach eine erfolgsversprechende Geschäftsidee aus?

Holger Hegemann: Es ist nicht unbedingt die Idee, die den Erfolg ausmacht, sondern der Gründer und sein Team. Wenn sich eine bestimmte Idee nämlich nicht durchsetzt, dann erkennt ein gutes Team diese Entwicklung und zieht daraus frühzeitig die entsprechenden Schlüsse. Ich habe oft erlebt, dass eine erfolgreiche Geschäftsidee aus einer gescheiterten entstanden ist. Und diese Geschäftsideen sind dann oftmals erfolgreich, weil sie aus der Praxis heraus entstanden sind. Dies zu erkennen und sich auch mal von einer erfolglosen Idee zu lösen, ist sicher nicht einfach, aber genau hier liegt die große Stärke eines guten Gründers. Er entwickelt sein Geschäftsmodell weiter.

Und ich glaube auch, dass kaum ein Gründer sein Modell zu 100% so durchgesetzt hat, wie es anfangs gedacht war. Neue Erfahrungen während der Gründung eröffnen neue Richtungen und Wege. Diese Flexibilität und diese Wachsamkeit sind für mich mit die wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen Gründers.

business-on.de: Welche Fehler beobachten Sie oft bei jungen Gründern und wie profitiert die Qualität Ihrer Beratungsleistung von Ihrem Wissen um diese typischen Fehler?

Holger Hegemann: Jungen Gründern fehlt Erfahrung. Dafür sind sie unbelastet und habe Visionen. Auch sind sie unabhängiger in Bezug auf ihre Verpflichtungen im privaten Leben. Deshalb kann es ein Vorteil sein, jung zu gründen. Fehler und ein Scheitern sind hier leichter zu verkraften. Aber deshalb rate ich auch gerade jungen Gründern, Ihre fehlende Erfahrung auszugleichen, indem sie sich einfach mehr informieren und austauschen.

Natürlich kenne ich solche Gespräche. Jeder Gründer ist interessiert daran, über seine Idee zu sprechen. Das finde ich super spannend und gebe neben der Versicherungsberatung auch gerne meine Meinung und Erfahrungen weiter. Ich habe auch Gründern von Ideen abgeraten und Zweifel geäußert. Wieder anderen empfehle ich, die Idee erstmal parallel zum bestehenden Beruf zu entwickeln und nicht gleich das Standbein des festen Einkommens aufzugeben. Die Gründung ist schließlich ein Auf und Ab und da ist Sicherheit in Gestalt eines finanziellen Polsters oder ein regelmäßiges Einkommen sehr wichtig.

business-on.de: Gibt es noch weitere typische Fehler?

Holger Hegemann: Ich beobachte auch oft, dass in der Gründungsphase sehr oft sehr viel angeschoben wird. Man sieht überall Chancen und startet unglaublich viele Projekte. Aber dadurch besteht die Gefahr, dass kein Projekt die volle Aufmerksamkeit bekommt und somit die Qualität leidet. Hier ist weniger oftmals mehr, auch wenn der große Reiz nachvollziehbar ist, den Chancen nachzugehen. Aber die wirklichen Chancen entstehen meist erst nach 3 – 4 Jahren, wenn man die ersten Projekte konzentriert und erfolgreich abgeschlossen hat. Dann wird man wahrgenommen und viele Dinge ergeben sich viel einfacher als in den ersten 1-2 Jahren. Es ist tatsächlich so, dass Wachstum eine gewisse Zeit braucht. Deshalb ist es wichtig, geduldig zu bleiben und seinen Fokus auf seine Stärken zu richten und nicht einem Projekt nach dem anderen hinterherzujagen. Nach ein paar Jahren wird man unterscheiden können, was eine Chance ist und was einem keine weitere Entwicklung bringt. Deshalb empfehle ich jedem Gründer, sich auch mit anderen Gründern auszutauschen, die evtl. schon 3 – 5 Jahre dabei sind.

Hier mache ich auch selber wieder neue Erfahrungen. Fehler macht schließlich jeder. Wichtig ist nur, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und dabei möchte ich natürlich jedem Gründer gerne helfen und Erfahrungen weitergeben. Deshalb halte ich die persönliche Beratung und den persönlichen Austausch für sehr wichtig. Und im Zuge der Digitalisierung der Versicherungsbranche möchte ich viele Schritte mitgehen, die z.B. die Verwaltung erleichtern und Kunden besseren Zugriff auf Ihre Daten ermöglichen, aber eines werde und möchte ich nicht ersetzen oder missen, den persönlichen Kontakt zu Gründern, Unternehmern und Mitarbeitern.

business-on.de: Vielen Dank für das Interview!

 

Anzeige

Die letzten Beiträge

News

Seit 15 Jahren unterstützt das Mediengründerzentrum NRW junge Medienunternehmer:innen dabei, ihre kreativen Visionen in tragfähige Geschäftsmodelle umzusetzen. Mit einem Stipendium, mit branchenspezifischem Know-How und...

Mitte September fand die erste Teilöffnung des neuen Rose-Stores am Kaiser-Wilhelm-Ring in der Kölner Innenstadt statt Mitte September fand die erste Teilöffnung des neuen Rose-Stores am Kaiser-Wilhelm-Ring in der Kölner Innenstadt statt

Interviews

Die Rose Bikes GmbH expandiert weiter. Als nächste Station steht für das Bocholter Unternehmen die Domstadt im Fokus. Die Rheinmetropole wird durch einen 900...

News

Haste mal zwei Euro? Mit zwei Euro kann man im Prinzip nicht mehr viel reißen. In der Kölner City eine Viertelstunde einen Parkplatz im...

News

Sie revolutionierten das Schuhwerk und Laborversuche im All. Auch dafür erhielten Wildling Shoes aus Engelskirchen als Aufsteiger und die yuri GmbH aus Meckenbeuren als...

Kollaborierender Roboter bei Ford Kollaborierender Roboter bei Ford

News

Ford hat die Einrichtung eines einzigartigen kollaborierenden Roboters erfolgreich abgeschlossen. Nach rund einem Jahr Forschung, Entwicklung, Mitarbeiterschulung und Trockenläufen arbeitet der so genannte Kobot,...

Kryprowährung Kryprowährung

Finanzen

Am 01. Juli 2021 um 14 Uhr (UCT+2) wird auf Bitcoin.com ein neuer Exchange gelistet. Dann startet der Handel mit den UnitedCrowd Token (UCT)....

Beliebte Beiträge

News

Der finnische Lieferdienst Wolt ist ab heute in Köln verfügbar. Damit bekommt die Rheinmetropole einen neuen Anbieter für die Lieferung verschiedener kulinarischer Highlights aus...

News

100 % Geschmack. 0 % Fleisch: Mit dem weltweit ersten und einzigen Burger King® Plant-based Restaurant wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit The Vegetarian Butcher™...

RheinEnergieStadion RheinEnergieStadion

News

Das Kölner Fußballstadion, das bei Heimspielen des 1. FC Köln fast immer ausverkauft ist, fristet momentan ein Schattendasein. Die letzte Bundesligapartie der Geißböcke mit...

Henriete Reker und Dr Manfred Janssen Henriete Reker und Dr Manfred Janssen

News

Ein breites Bündnis aus der Stadt Köln, der KölnBusiness Wirtschaftsförderung, dem DEHOGA Nordrhein, dem Handelsverband NRW Aachen-Düren-Köln, der Handwerkskammer zu Köln und der Kreishandwerkerschaft...

Corona – Lohmar testet sicher, schnell und kostenlos Corona – Lohmar testet sicher, schnell und kostenlos

News

Seit dem 15. März bietet die Stadt Lohmar ein Corona-Testzentrum auf dem Parkplatz vor der Jabachhalle an. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt können...

Martin Müller (r.) und Klaus Offermann (l.) unterstützen in der "Mister Matching Community" KMUs, Freiberufler und Selbständige Martin Müller (r.) und Klaus Offermann (l.) unterstützen in der "Mister Matching Community" KMUs, Freiberufler und Selbständige

News

Der Kölner Social-Media-Profi Martin Müller startet eine eigene Community. Die „Mister Matching Community“ soll kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige und Freiberufler vernetzen und Angebote...

ZIM Förderung

ZIM Förderung

ZIM Förderung – Programm für mehr Innovation und Wachstum im Mittelstand

Digital Signage

Digital Signage: das innovative Flaggschiff der Werbe- und Informationsbranche

Weitere Beiträge

Finanzen

Jeder wünscht sich ein langes, glückliches Leben und Gesundheit bis ins hohe Alter. Doch schwere Krankheiten oder Unfälle lassen sich nicht vorhersehen. Eine Risikolebensversicherung...

News

Nur noch 37,5 Prozent aller im Jahr 2009 gegründeten Unternehmen existierte fünf Jahre nach dem Start noch. Gastwirte scheinen dabei den kürzesten Atem zu...

Startups

Holger Hegemann hat mit seinem Ende 2012 gegründeten Unternehmen, der GründerFinanz, den Sprung unter die besten Jungmakler Deutschlands geschafft und ist nun Anwärter auf...

Unternehmen

Das Spektrum dieses Verlagssonderthemas ist breit und vielfältig. Die Berichte informieren über Factoring, als Finanzierungsinstrument, beleuchten das Instrument Leasing, schildern Ausfallbürgschaften praxisnah, widmen sich...

Finanzen

Jeder vierte junge Deutsche hat sich laut einer Postbank Umfrage schon einmal mit seinen Ausgaben übernommen. Mit diesen Strategien lassen sich teure Schulden in...

Startups

Anfang 2014 gründeten Maximilian Scharpenack, Marco Knauf, Inga Koster und Elvir Omerbegovic die SUCKIT GmbH. Zwar war sich Scharpenack bereits weit vor dem offiziellen...

Interviews

Trotz zunehmender privater Rentenversicherungen, nimmt laut diverser Studien Armut im Alter zu. Immer mehr Deutsche sind im Alter auf die Hilfe vom Staat angewiesen....

Interviews

Daniel Schaffeld hat sich voll und ganz der Internetwirtschaft verschrieben. Nach seinem Studium gründete der heute 34-Jährige die Fashion-Community Styleranking.de, später das Familienreiseportal clubfamily.de....

Anzeige
Send this to a friend