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Gesamtnote 2,5 für den Standort Bonn/Rhein-Sieg

Die Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg geben dem Standort die Gesamtnote 2,5. Etwas schwächer bewerten die Unternehmen die Entwicklung in den zurückliegenden fünf Jahren mit Note 2,9. Das sind Ergebnisse der breit angelegten Standortumfrage der IHK Bonn/Rhein-Sieg, an der sich fast 1.000 Unternehmen beteiligt haben.

Die Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg geben dem Standort die Gesamtnote 2,5. Etwas schwächer bewerten die Unternehmen die Entwicklung in den zurückliegenden fünf Jahren mit Note 2,9. Das sind Ergebnisse der breit angelegten Standortumfrage der IHK Bonn/Rhein-Sieg, an der sich fast 1.000 Unternehmen beteiligt haben.

Dabei wurden insgesamt 40 Standortfaktoren aus den Bereichen Infrastruktur, Standortkosten, Wirtschaftspolitisches Klima, Marktnähe und Netzwerke, Arbeitsmarkt und Bildung sowie Lebensqualität nach ihrer Wichtigkeit und ihrer Zufriedenheit bewertet. Wichtigste Ergebnisse und Schlussfolgerungen für die IHK-Arbeit stellten IHK-Präsident Stefan Hagen und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille heute bei einem Pressegespräch vor. „Eine 2 minus ist eine durchaus zufriedenstellende Bewertung, wenn die Unternehmen aber auch noch bei einzelnen Standortfaktoren viel Luft nach oben sehen“, so Hagen. Demnach würden sich 83 Prozent der Befragten ein weiteres Mal für Bonn/Rhein-Sieg entscheiden. Jeder zweite Betrieb plant in den kommenden fünf Jahren eine Erweiterung. Etwa zehn Prozent der befragten Unternehmen gehen von einer Geschäftsaufgabe aus. Hagen: „Ein Grund dafür sind sicherlich fehlende Nachfolgeperspektiven, wo auch unsere IHK-Arbeit ansetzen wird.“

Die 10 wichtigsten Standortfaktoren:

  1. Breitbandausbau 1,7
  2. Straßen und Autobahnen 1,8
  3. Lebens- und Aufenthaltsqualität 1,9
  4. Sicherheit 1,9
  5. Personalkosten 2,0
  6. Verfügbarkeit von Fachkräften 2,0
  7. Qualifikation der Fachkräfte 2,0
  8. Höhe der Gewerbe- und Grundsteuer 2,1
  9. Medizinische Versorgung 2,1
  10. Energiekosten 2,2

Mit diesen Standortfaktoren zeigen sich die befragten Unternehmen besonders zufrieden:

  1. Flughäfen 2,1
  2. Straßen und Autobahnen 2,3
  3. Lebens- und Aufenthaltsqualität 2,3
  4. Medizinische Versorgung 2,4
  5. Nähe von Kunden und Absatzmärkten 2,5
  6. Sport- und Kulturangebot 2,6

Umgekehrt herrscht in der Unternehmerschaft auch starke Unzufriedenheit. Besonders kritisch sehen die Betriebe diese Standortfaktoren:

  1. Höhe der Gewerbe- und Grundsteuer 4,3
  2. Höhe der Gebühren 3,9
  3. Dauer von Verfahren 3,8
  4. Wirtschaftsorientierung der Verwaltung 3,7
  5. Verlässlichkeit von Politik und Verwaltung 3,7
  6. Verfügbarkeit von Fachkräften 3,7

Im Bereich der Infrastruktur fällt die große Diskrepanz beim Breitbandausbau zwischen der Wichtigkeit und der Zufriedenheit (dringendste Aufgabe) auf. Stefan Hagen: „Mit Telekomchef Tim Höttges haben wir letzte Woche die baldige Breitbandanbindung von drei weiteren Gewerbegebieten in der Region besprochen – weitere werden folgen. Damit schaffen wir die Basis für schnelle digitale Anwendungen“. Überraschend gute Noten gibt es für den wichtigen Standortfaktor Verkehr. Hagen: „Hier gilt es für uns, weiter am Ball zu bleiben, angesichts der kommenden Großbaustellen und den zunehmenden Staus. Der Verkehr wird im Rheinland weiter zunehmen; hier muss der dringend notwendige Ausbau der Verkehrsinfrastruktur Schritt halten.“ Die IHK fordert ferner die Bereitstellung von zusätzlichen Gewerbeflächen und eine dabei eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit sowie mehr Investitionen in die Breitbandversorgung der Unternehmen.

Bei den Standortkosten fällt die Bewertung deutlich negativer aus. Hille: „Bonn/Rhein-Sieg ist ein teurer Standort für Unternehmen mit hohen Belastungen bei Steuern, Gebühren und sonstigen Kosten. Hier sind die Kommunen gefordert, die Steuer- und Abgabenbelastungen stärker an den nahen Standorten in Rheinland-Pfalz auszurichten..“ Die Wirtschaft spricht sich des Weiteren für kürzere Genehmigungs- und Antragsverfahren sowie schnellere Abläufe beim Verwaltungshandeln und mehr Verlässlichkeit aus, damit die Unternehmen fundiert Investitions- und Erweiterungsentscheidungen treffen könnten.

Mit dem wirtschaftspolitischen Klima in ihrer Region sind die Unternehmen sehr unzufrieden. Die stärkste Lücke klafft bei der Verlässlichkeit von Politik und Verwaltung, dem wichtigsten Faktor in dieser Umfrage-Kategorie: Mit der Durchschnittsnote 3,7 bringen die Betriebe hier ganz klar ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck. Ebenfalls die Note 3,7 gibt es für die Unternehmens- und Wirtschaftsorientierung der Verwaltung. „Nach Überzeugung der Unternehmen mangelt es zudem an einer strategischen Wirtschaftsförderung sowie einem guten Gründungs- und Innovationsklima, von dem auch etablierte Firmen profitieren würden“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Hier setzt die IHK auf stärkere regionale Kooperationen – auch in der neuen Metropolregion. Hille: „Wir brauchen mehr Verlässlichkeit im Verwaltungshandeln und bei politischen Entscheidungen sowie eine stärkere Aufgeschlossenheit in Politik und Verwaltung gegenüber unternehmerischen Belangen.“ Bei der Förderung von Startups und dem positiveren Gründungsklima sieht die IHK die stärkere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Etablierung des Digital Hub Region Bonn als wichtige Eckpfeiler für einen neuen Aufbruch in der Region.

Während die Unternehmen im Bereich Marktnähe und Netzwerke eine gute Erreichbarkeit von Kunden, Absatzmärkten, Zulieferern und Partnern konstatieren, fällt die Einschätzung bei Arbeitsmarkt und Bildung differenzierter aus. Für die Verfügbarkeit von Fachkräften gibt es nur ein „ausreichend plus“, sprich: 3,7. Zudem beklagen die Firmen eine unzureichende Qualifikation der verfügbaren Arbeitskräfte: Note 3,5. Das Schul- und Bildungsangebot schneidet mit 2,9 etwas besser ab. Sehr unzufrieden sind die Betriebe auch mit der Verfügbarkeit von Auszubildenden – sie wird mit einer schwachen Durchschnittsnote 3,6 bewertet. IHK-Präsident Hagen: „Wir benötigen mehr Durchlässigkeit und Anrechenbarkeit von dualer zu akademischer Bildung und müssen die Qualität, Attraktivität und Wertigkeit der beruflichen Bildung stärken und sichern.“ Die IHK fordert u. a. mehr Weiterbildung von Geringqualifizierten, sowie Geflüchteten den Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt einfacher und verlässlicher zu ermöglichen.
Die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Region Bonn/Rhein-Sieg zählt für die befragten Unternehmen zu den drei wichtigsten Standortfaktoren, wie auch die Sicherheit. Allerdings klafft teils eine erhebliche Lücke zwischen der Einschätzung der Bedeutung der weichen Standortfaktoren und der Zufriedenheit mit ihnen. Bei nahezu allen Kriterien dieser Themengruppe fällt die Zufriedenheit schwächer aus als die Einschätzung der Wichtigkeit. Teilweise liegt eine ganze Note zwischen beiden Urteilen. Vor allem mit dem verfügbaren Wohnraum (Note: 3,4) und den vorhandenen Kinderbetreuungsmöglichkeiten (3,3) zeigen sich viele der Befragten sehr unzufrieden. Auch bei der Sicherheit (2,9) ist die Diskrepanz zwischen zugeschriebener Bedeutung und Zufriedenheit erheblich. Die IHK will die Standortbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und fordert mehr Investitionen in Wohnraum und Baulandflächen.

Quelle: IHK Bonn/Rhein-Sieg

 

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