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IHK startet Initiative für mehr Akzeptanz in der Region

Mehr Unterstützung und Akzeptanz für ihre Aktivitäten fordert die Industrie im Ruhrgebiet. Kaum ein Projekt, das in dieser Wirtschaftsregion realisiert werden soll, wird positiv als Zukunft sichernde Investition in den Standort und in Arbeitsplätze betrachtet, wie die Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebietes aufgrund von Umfragen mitteilen. Vor diesem Hintergrund starten die IHKs die „Industrie-Initiative Ruhr“ – zum Auftakt mit einem Industrie-Kongress, der am 13. September im neuen CityPalais in Duisburg stattfinden wird.

Mehr Unterstützung und Akzeptanz für ihre Aktivitäten fordert die Industrie im Ruhrgebiet. Kaum ein Projekt, das in dieser Wirtschaftsregion realisiert werden soll, wird positiv als Zukunft sichernde Investition in den Standort und in Arbeitsplätze betrachtet, wie die Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebietes aufgrund von Umfragen mitteilen. Vor diesem Hintergrund starten die IHKs die „Industrie-Initiative Ruhr“ – zum Auftakt mit einem Industrie-Kongress, der am 13. September im neuen CityPalais in Duisburg stattfinden wird.

„Lippenbekenntnisse pro Industrie“ gebe es zur Genüge, doch bei der notwendigen positiven Begleitung für die Unternehmensaktivitäten und damit auch für den Industriestandort Ruhrgebiet sei häufig „Fehlanzeige“ zu konstatieren, so die IHKs (Duisburg, Essen, Bochum, Nord-Westfalen – Gelsenkirchen, Dortmund und Hagen). Dies habe negative Wirkung mit Blick auf geplante Betriebserweiterungen, Neugründungen, Ansiedlungen sowie für die Rekrutierung von Fachkräften, die auch außerhalb der Region angeworben werden müssten. Während derzeit überwiegend Widerstände von Bürgern, aber auch von lokaler Politik insbesondere bei Kraftwerksprojekten im Blickpunkt stünden, häuften sich nach Kenntnissen der IHKs auch Ablehnungen von Vorhaben mittelständischer Unternehmen.

Dabei gehe es nicht ausschließlich um Bürgerproteste. Ein Beispiel ist das Vorhaben der Harmuth Entsorgung GmbH, Mülheim an der Ruhr: Das Unternehmen will im Essener Norden eine thermische Verwertungsanlage für Reststoffe aus der eigenen Sortieranlage bauen. Vorteil: Alle Entsorgungs-Dienstleistungen könnten den Kunden aus einer Hand angeboten werden. „Während wir inzwischen bei den Bürgern vor Ort nach intensiven Gesprächen auf Verständnis stoßen, ist bei einzelnen Beteiligten des Genehmigungsverfahrens noch alles offen“, so Stefan Harmuth. Der Mittelständler weiter: „Mit dem Projekt würden Arbeitsplätze geschaffen und gesichert, aber auch die Umwelt würde profitieren, denn tausende Lkw-Fahrten zu einer großen Verbrennungsanlage entfielen dann.“ Sein Fazit: „Wir wissen nicht, wie es ausgeht.“

Sorgen ganz anderer Art hat Firmenchef Michael Rademacher-Dubbick, Krohne Messtechnik, Duisburg: „Wir suchen händeringend Fachkräfte, vor allem Ingenieure, doch die wenigen, die überhaupt noch am Markt verfügbar sind, wollen nicht ins Ruhrgebiet.“ Hinzu komme, dass das international tätige Familien-Unternehmen mit Hauptsitz in Duisburg dringend seine Kapazitäten erweitern muss. Doch die Baugenehmigung lässt immer noch auf sich warten. „Wir brauchen hier schnellere Entscheidungen – zum Vorteil des Standortes“, so Rademacher-Dubbick.

Proteste, Investitionsbremsen, behördliche Unwägbarkeiten, Diskussionen um die drohende „Umweltzone Ruhr“ – das alles in seiner Bündelung sorge für Verunsicherung in den Unternehmen und schade letztlich dem Industriestandort, so die IHKs im Ruhrgebiet. Hier müsse ein Umdenken stattfinden und vermittelt werden, dass die Industrie alles zur Zukunftssicherung der Region unternehme. Immerhin zähle die Industrie im Ruhrgebiet (in den Grenzen des Regionalverbandes Ruhr) allein rund 2.200 Betriebe ab 20 Beschäftigte mit über 300.000 Mitarbeitern. Darin ist aus statistischen Gründen die Bauwirtschaft nicht einmal erfasst. „Unsere Industrie verfügt in hohem Maße über Leistungskraft und Know-how. Das muss nach innen und auch nach außen als Standortplus für die Region vermittelt werden“, so der Präsident der Niederrheinischen IHK, Duisburg, Thomas Hüttemann.

Erreicht werden soll dies durch ein Maßnahmenbündel im Rahmen der Industrie-Initiative Ruhr. Ein erstes umfassendes Stimmungsbild soll der Kongress am 13. September in Duisburg geben, auf dem konkrete Ergebnisse einer Befragung von mehreren hundert Betrieben vorgestellt werden. Gegenstand der noch laufenden Umfrage sind nicht nur die Bewertung der Standortqualität und der Ablauf von Genehmigungsprozessen, sondern unter anderem auch die Förderung von Forschung und Entwicklung in Verbindung mit den Hochschulen und Institutionen im Ruhrgebiet.

Gastredner zum Auftakt des Kongresses ist Prof. Dr. Andreas Pinkwart, stellvertretender Ministerpräsident des Landes. Sein Thema: „NRW auf dem Weg zum Innovationsland Nr. 1 – Neue Perspektiven für das Ruhrgebiet“. Ihm schließt sich Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp Steel AG, Duisburg, mit Ausführungen zum Industriestandort Deutschland an. Nach einer Podiumsdiskussion mit Repräsentanten der Wirtschaft – Moderator ist Dieter Fockenbrock, Handelsblatt – wird Prof. Dr. Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, über „Know-how-Transfer – Chance für den Standort“ sprechen.

In einer begleitenden Ausstellung werden sich Unternehmen und Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen präsentieren.

 

Redaktion

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