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GM-Festhalten an Opel löst Empörung in NRW aus – Rüttgers wirft Mutterkonzern «Turbokapitalismus» vor

(ddp-nrw). Die überraschende Entscheidung des US-Automobilkonzerns General Motors (GM) gegen einen Verkauf von Opel hat in Nordrhein-Westfalen massive Kritik ausgelöst. Für Donnerstag (5. November, 14.00 Uhr) ist eine Informationsveranstaltung im Opel-Werk Bochum geplant, wie der dortige Betriebsrat am Mittwoch mitteilte.

wrw / Pixelio.de

Zu der Veranstaltung werden auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), die Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD), der Bezirksleiter der IG Metall in Nordrhein-Westfalen, Oliver Burkhard, und SPD-Landeschefin Hannelore Kraft erwartet.

Während der Informationsveranstaltung ruht die Produktion in dem Werk. Nach Angaben von Burkhard soll es dabei auch zu Protesten der Belegschaft kommen. Auch an den anderen Standorten seien in den kommenden Tagen Aktionen geplant.

Rüttgers kritisierte die Entscheidung von GM. «Nach mehreren Zusagen und monatelangen Verhandlungen lässt die Spitze von GM die Arbeitnehmer im Regen stehen. Dieses Verhalten von General Motors zeigt das hässliche Gesicht des Turbokapitalismus», sagte Rüttgers in Düsseldorf. Das sei «völlig inakzeptabel».

Im Landtag bezeichnete Rüttgers das Vorgehen von GM als «unseriös, menschenverachtend und rücksichtslos». Die Landesregierung wolle dennoch weiter ihren Beitrag leisten, damit Opel noch eine Chance bekomme. Werksschließungen seien nicht akzeptabel, betonte Rüttgers. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten wollten sich am Freitag (6. November) in Berlin mit der Bundesregierung über die aktuelle Lage bei dem Autobauer beraten, kündigte Rüttgers an.

NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft zeigte sich «zutiefst verärgert» über die Entscheidung des US-Konzerns. «So geht man nicht mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um», sagte Kraft. Zugleich warf sie dem Bundeswirtschaftsministerium eine zögerliche Haltung in den vergangenen Monaten vor. «Wir hätten den Sack zubinden müssen, als es ging», kritisierte Kraft.

Vize-Ministerpräsident und FDP-Landeschef Andreas Pinkwart nahm neben GM auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Pflicht. Die Kanzlerin habe Opel «zur Chefsache gemacht». Darum müsse der Bund zu seiner Verantwortung stehen, sagte Pinkwart.

IG-Metall-Bezirksleiter Burkhard bezeichnete die Entscheidung von GM als «eine Dreistigkeit gegenüber den Beschäftigten» und als «Affront sondergleichen gegenüber den Mitarbeitern und allen, die mitgeholfen haben, ‚New Opel‘ an den Start zu bekommen». Der Detroiter Konzern müsse «nun schnell Klarheit» darüber herstellen, welche Pläne er verfolgt. Die Vereinbarungen über Zugeständnisse der Arbeitnehmerseite seien «gegenstandslos».

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel sprach von einer «schmerzhaften Situation». Die Bochumer Opelaner würden weiter dafür kämpfen, Autos zu bauen: «Totgesagte leben länger.»

General Motors wird nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer mit der Sanierung seiner deutschen Tochter Opel scheitern. Dadurch werde der Konzern auch selbst in seiner Existenz bedroht, betonte Dudenhöffer im ZDF.

Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, zeigte sich gegenüber der «Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung» (Donnerstagausgabe) empört und sprach von einem «starken Stück». «Die Manager bei GM müssen endlich begreifen, dass es sich bei den Opelanern um Menschen handelt und nicht um Lackierroboter».

«Ein möglicher massiver Arbeitsplatzabbau bei Opel in Bochum würde das Ruhrgebiet schwer treffen», sagte der künftige Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck dem Vorabbericht zufolge.

Der Verwaltungsrat des US-Konzerns hatte sich in seiner Sitzung am Dienstag gegen den Verkauf von Opel an das Konsortium um den Zulieferer Magna ausgesprochen und will nun Opel sowie die britische Schwestermarke Vauxhall in Eigenregie restrukturieren.

Opel beschäftigt in Deutschland im hessischen Rüsselsheim sowie in Bochum, im thüringischen Eisenach und im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern 25 000 Mitarbeiter, 5170 davon in Bochum.

(Weitere Quellen: Rüttgers auch in Mitteilung und in Düsseldorf; Kraft im Landtag; Pinkwart vor Journalisten; Burkhard in einer Mitteilung; Einenkel in Düsseldorf)

 

ddp

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