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Schwierige Situation im Kfz-Gewerbe in NRW

(ddp-nrw). Wegen der Wirtschaftskrise klagen viele Kraftfahrzeug-Betriebe in Nordrhein-Westfalen auch nach dem Ende der Abwrackprämie über Umsatzeinbußen. So bleiben bei den Werkstätten und Autohäusern im Land wegen der Krise Geschäftskunden fern, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp ergab.

(ddp-nrw). Wegen der Wirtschaftskrise klagen viele Kraftfahrzeug-Betriebe in Nordrhein-Westfalen auch nach dem Ende der Abwrackprämie über Umsatzeinbußen. So bleiben bei den Werkstätten und Autohäusern im Land wegen der Krise Geschäftskunden fern, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur ddp ergab.

Zudem fragen private Autobesitzer derzeit verstärkt nach billigen Preisen. Während die Abwrackprämie einigen Autohäusern im ersten Halbjahr 2009 Zugewinne bescherte, haben Werkstätten wichtige Kunden mit älteren Autos verloren.

«Die Krise ist inzwischen auf die Branche durchgeschlagen», sagt der Präsident des Verbandes des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen, Ernst-Robert Nouvertné. Sein Verband vertritt rund 8800 Betriebe der Autobranche. Zwar hätten die Autohändler mit der Abwrackprämie wichtige Gewinne gemacht: Insgesamt rund 600 000 Fahrzeuge, die älter als neun Jahre waren, seien in NRW bis zum Ablauf der Prämie Anfang September für den Kauf von Neuwagen verschrottet worden, berichtet Nouvertné.

Allerdings seien vielen Betrieben gleichzeitig die Geschäftskunden weggebrochen. In der Wirtschaftskrise sind Firmen sparsam und kaufen weniger Geschäftswagen, sagt der Verbandspräsident. Die Umsätze in diesem für die Händler sehr wichtigen Bereich seien um 10 bis 15 Prozent zurückgegangen. «Private Autofahrer sparen außerdem wegen ihrer eigenen wirtschaftlich angespannten Situation an Reparaturen», sagt Nouvertné. Seiner Ansicht nach gibt es daher nur noch wenige Kfz-Betriebe im Land mit gut gefüllten Auftragsbüchern.

Auch bei der Kfz-Werkstatt «Auto im Team» in Aachen sieht es «nicht gut» aus, wie Geschäftsführer Olaf Hochstetter berichtet. Seit März habe er Kurzarbeit für seine zwei Mitarbeiter angemeldet, der Werkstattbetrieb habe besonders unter der Abwrackprämie gelitten. Zudem brächten viele Geschäftskunden ihre Firmenwagen nicht mehr zur Wartung: «Wir haben in diesem Bereich in diesem Jahr 30 bis 40 Prozent an Umsatz verloren.» Auch die privaten Autobesitzer betrieben derzeit einen harten Preisvergleich, berichtet Hochstetter.

Der harte Konkurrenzkampf bewirke, dass manch eine Autowerkstatt daher nun auf billige Materialien setze, um dem Preisdruck standhalten zu können, berichtet auch Carsten Sammrei vom gleichnamigen Kfz-Betrieb in Bochum: «Da werden Bremsschrauben und Bremsklötze billig im Internet gekauft. Keiner weiß, woher sie kommen und welche Qualität sie haben», klagt Sammrei. Das sei gefährlich, aber das sehe der auf seinen Geldbeutel bedachte Kunde oftmals nicht.

Im Betrieb laufe es derzeit nicht gut, berichtet Sammrei: «Vor zwei Wochen war total tote Hose, alle Telefone standen still, da fragt man sich schon, was los ist.» In jeder Stadt gebe es zwei bis drei Werkstätten, in denen es wegen der zentralen Lage immer voll sei, weiß Sammrei zu berichten: «Der Rest klagt, so wie ich.»

Gut läuft es trotz Wirtschaftskrise offenbar bei der Werkstatt «Heinrich Reinartz Kraftfahrzeugreparaturen» in Köln-Ehrenfeld: «Wir haben volles Haus», sagt Geschäftsführer Benjamin Breuer. Derzeit machten viele Verbraucher ihr Auto winterfest, aber auch sonst habe die Werkstatt ein «Bombenjahr» hinter sich: «Wir hatten das Glück, dass viele unserer Kunden moderne Autos fahren und daher nicht abgewrackt haben», sagt Breuer. So kämen die Kunden nach wie vor für Reparaturen.

Nicht allen Autohändlern hat die Abwrackprämie offenbar nennenswerte Gewinne beschwert. «Wir haben mit der Prämie lediglich das ein oder andere Auto mehr verkauft. Dafür läuft das Geschäft derzeit total mau», berichtet Ulf Lackmann, Inhaber des Autohauses Lackmann in Münster. Als Grund für die Kaufrückhaltung der Verbraucher sieht er die wirtschaftlich angespannte Situation. Ähnliches ist aus dem Autohaus Freund in Düsseldorf zu hören.

Nach Ansicht des Verbands des Kfz-Gewerbes leidet die Branche unter einer Strukturkrise, die auch mit einem wirtschaftlichen Aufschwung nicht beendet sein wird. Es gebe einfach zu viele Neufahrzeuge für die Nachfrage, sagt Nouvertné. Zudem sei die Qualität der Autos besser geworden, so dass sie weniger repariert werden müssten. «Mit der Konjunktur werden sich die meisten Autobetriebe auch wieder erholen, allerdings auf niedrigerem Niveau als früher», sagt Nouvertné.

Von ddp-Korrespondentin Lisa Caspari

 

ddp

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