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„Die Busfahrer von Kölle sin joot!“

In Köln steht der Dom, die Messe, der Flughafen – doch die Domstadt hat neben Karneval, Kölnisch Wasser und Kölsch auch noch ganz andere Wunder zu bieten. Das erfuhr am 1. Advent unser Autor am Sonntagnachmittag im KVB-Stadtbus der Linie 132, nachdem er gerade aus Norddeutschland kommend an der Haltestelle Arnoldshöhe abgesetzt worden war.

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Von Onur Yamac

Dass die Busfahrer der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) offensichtlich keine Kasse mehr im Bus haben, war an mir vorbei gegangen. Nun sollte die Reise aber nach außerhalb von Köln gehen und den Tarif zu ermitteln ist gar nicht so einfach: an den modernen Automaten hat leider Gottes jemand die Tarifinformation für Fahrten in das Umlandgebiet vergessen. Als das „muntere Tarife raten“ nicht weiter hilft, gehe ich schließlich zum Busfahrer.

Der Busfahrer ist sogar so freundlich mit mir zum Wartehäuschen zu gehen und auf der dort angebrachten Tarifinformation den richtigen Tarif herauszusuchen. Zahlreiche Fahrgäste überschlagen nach der Rückkehr in den Bus mit dezenten Lobeshymnen auf den Busfahrer. Ein weiter Fahrgast schreckt nicht davor zurück, dem Fahrer ein gewaltiges Kompliment zu machen. Natürlich weil er annimmt, dass es dort, wo er meint nur so sein kann: „sowas gibt es nur in Bayern“.

Der Automat hat keine Viva Colonia-Taste

Doch nachdem der Bus erreicht ist, entdecke ich schon das zweite Manko des Automaten: ich habe zwar genügend Geld dabei, aber der hochmoderne Automat nimmt keine Geldscheine an. Einige Tage zuvor hatte ich erst in Bremen in einer Straßenbahn ein Ticket gekauft. Weder das Tarif- noch das Scheingeld-Problem stellten sich da, wobei der passende Umland-Tarif an der Weser aber zugegebener Maßen im Bedienmenü ein wenig umständlich zu finden war. 

Die (wegen dem Automaten bewusst) wegelassene Kasse beim Busfahrer rächt sich nun: er kann gar nicht mehr wechseln und schlägt vor, dass ich ein Einzelticket für das Kölner Stadtgebiet kaufe. Falls eine Kontrolle kommt. Mein Problem: Ich will ins Kölner Umland und ungern doppelt zahlen. Das versteht auch er und schlägt vor, dass ich mein Geld bei anderen Fahrgästen wechsle. 

Wohlgemerkt: es geht nur um einen Fünf-Euro-Schein. Nach der Frage in das nähere Umfeld des Automaten hadere ich ein wenig mit mir: ist es, weil ich unrasiert bin oder mache ich mich lächerlich, weil hier bei einer Fahrkartenkontrolle ohnehin jeder aus dem Bus flüchtet. Nein, die KVB hat hier ganz offensichtlich wieder einen Fehler gemacht, denn in Städten wie Bremen, Bamberg und Mettmann funktioniert das mit dem Geldwechseln natürlich. Aber da gibt es ja auch nicht so viele Taschendiebe wie in Köln.

Da hilft nur eins, denke ich: man sollte in die Software des Fahrkartenautomaten eine zusätzliche „Viva Colonia“-Taste integrieren, die der wechselwillige Fahrgast in genau so einem Moment betätigen kann. Sobald dann für einige Minuten BAP, Höhner, Tommy Engel, Brings, Bläck Föös und Kasalla im Bus ertönen und eine Fahrgast-Polonaise durch den Bus zieht, hat man dann freie Hand mit den Wertsachen der Fahrgäste und kann sein Geld in aller Ruhe selbst wechseln.

„Ooooh leever Jott – jib uns Klein-Geld“

Aber bis es soweit ist, versuchen wir die andere Tour: „Ooooh leever Jott – jib uns Klein-Geld ….Ooooh leever Jott – jib uns Klein-Geld – un helf uns en d’r Nut! “ Während ich das denke, schaue ich immer wieder in Richtung des Fahrerspiegels, in den der Busfahrer immer wieder in meine Richtung schaut. Der ruft mich an einer der folgenden Haltestellen wieder zu sich. Er zeigt auf einen Kiosk neben der Haltestelle an der wir stehen. Ich solle dort wechseln. Ich befürchte nun, dass der Bus bei meiner Rückkehr schon weg sein wird. Nahverkehrs-Fahrgäste wissen um das Problem. Dennoch hechte ich eben in den Laden, glaube interessanter Weise im Laden stehend jemanden wieder erkannt zu haben und ignoriere das geflissentlich; kaufe schnell eine Packung Kaugummis und hechte mit meinem Kleingeld rasch wieder zurück in den Bus.

Dann geht es auch mit dem Ticket ganz schnell: kaum ist es erworben, drücken mich an der nächsten Haltestelle auch schon hereinkommende Fahrgäste weiter nach hinten in den Bus. Ich kann das Ticket gerade eben noch hoch halten und dem Fahrer andeuten, dass ich jetzt eine „Aufenthaltserlaubnis “ für das KVB-Land habe. Er nickt freundlich im Spiegel.

Um 15:13 Uhr verlasse ich den Stadtbus der Linie 132 an der Haltestelle Dom/Hbf. Mein Lehrmeister, der Busfahrer hat mich bis dahin die Lektion gelehrt: „Schreib Dein Ticket nicht ab – lern wechseln und zahlen.“ Und ich habe für mich mitgenommen: „Die Busfahrer von Kölle sin joot!“

 

Red. / oy

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