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IT & Telekommunikation

Axel von Leitner: Softwareentwicklung heißt Nein zu sagen

Einer der Macher von centralstationCRM hat ein einfaches Erfolgsrezept: Keep it simple. Sein Kundenmanagement in der Cloud ist vor allem bei kleineren und mittleren Betrieben sehr beliebt. Im business-on.de-Interview verrät der Softwareentwickler aus Köln warum gerade das Weglassen von Funktionen erfolgreich ist.

Axel von Leitner

business-on.de: Wie sind Sie auf die Idee von CentralStationCRM gekommen?

Axel von Leitner: Die Idee zu unserer CRM Lösung entstand aus unserer eigenen Suche nach einer kleinen und schlanken Software zur Verwaltung von Kunden und Kontakten. Bei der Suche haben wir viele komplexe und überdimensionierte Systeme gefunden. Meist war der Funktionsumfang zu groß oder die Benutzung war sehr umständlich. Viele Systeme richten sich in erster Linie an größere Unternehmen. Wir entwickeln die Alternative für kleine Unternehmen.  Wir wollten das genau anders machen.

business-on.de: Wollten Sie von Anfang an eine Lösung in der Cloud?

Axel von Leitner: Ja, wir sind Cloud-Entwickler durch und durch. Die Cloud bietet viele Vorteile – insbesondere für kleine Unternehmen. Sie ermöglicht flexibles Arbeiten, einen Sicherheitsstandard, den sich einzelne kleine Firmen sonst selten leisten und bieten außerdem Kostenvorteile. Doch auch für uns als Anbieter wird so vieles einfacher: Updates können wir tagesaktuell einstellen, was uns viel agiler und schneller macht.

business-on.de: Wie waren die ersten Reaktionen nach der Veröffentlichung?

Axel von Leitner: Wir sind zunächst mit einigen ausgewählten Kunden gestartet und dann im Januar diesen Jahres an die große Öffentlichkeit getreten. Die Reaktionen unserer Zielgruppe – kleine Unternehmen – sind seitdem sehr positiv.

Unsere Kunden freuen sich insbesondere über den einfachen Einstieg durch unsere schlanke und liebevoll gestaltete Lösung. Bei uns findet man keine Formularwüste und Featuremonster, dafür ist das System in sich sehr durchdacht.

Für größere Unternehmen ist CentralStationCRM nichts, allerdings gibt es für diese Zielgruppe auch genügend andere Systeme. Für kleine Unternehmen und Teams hingegen bot der Markt bislang kaum Alternativen. Mit unserem “Weniger ist mehr”-Ansatz haben wir bereits kurz nach dem Start den Innovationspreis IT im Bereich der CRM Software gewonnen. Eine tolle Sache für unser damals frisches System.

Ausgereifte Software

business-on.de: Sie entwickeln das CRM derzeit täglich weiter und stellen Updates schnell den Kunden zur Verfügung. In welcher Projektphase sind Sie gerade?

Axel von Leitner: CentralStationCRM ist mittlerweile sehr ausgereift. Wir arbeiten momentan vermehrt an den Feinheiten, insbesondere an der kontinuierlichen Verbesserung der Usability. Um neue Features geht es inzwischen deutlich seltener.

Wir sehen unsere Aufgabe in erster Linie darin, das System so einfach zu halten, wie es jetzt ist. Genau hierfür lieben es unsere Kunden. Zusätzliche Features setzen wir nur um, wenn sie aus unserer Sicht eine Verbesserung für alle Kunden darstellt und die Komplexität nicht unnötig erhöht wird.

Software beliebt bei Agenturen, PR und Kommunikation

business-on.de: Wie sieht Ihr typischer Kunde aus?
Bis auf die Unternehmensgröße – unsere Kunden sind in der Regel kleine Unternehmen mit maximal 60 Mitarbeitern – ist unser Kundenstamm sehr gemischt.

Wir haben sowohl Kunden im Handwerk und im produzierenden Gewerbe als auch viele Dienstleister. Besonders beliebt ist CentralStationCRM allerdings im B2B Geschäft und dort bei Agenturen für Werbung, PR und Kommunikation.

Unsere Kunden nutzen das CRM nicht nur als reines Vertriebssystem zur Kundenverwaltung, sondern sammeln darin alle Kontakte ihres Unternehmens. Die kollaborative Ausrichtung unserer Software sorgt dafür, dass sich die Mitarbeiter mit Kunden, Pressekontakten oder Partnerunternehmen besser austauschen.

Reduzieren auf das Wesentliche

business-on.de: centralstationCRM ist sehr einfach gehalten. „Keep it simple“. Manche Funktionen vermisst man. Etwa einen Kalender, Serienmailfunktion oder die Möglichkeit mehrere Datensätze auf einmal zu löschen. Warum ist die Software trotzdem ein Erfolg?

Axel von Leitner: Ich denke, sie ist genau deshalb ein Erfolg. Wir versuchen nicht alles für jeden zu sein und es jedem recht zu machen. Software zu entwickeln heißt aus unserer Sicht häufig “Nein” zu sagen, um den Blick auf das Wesentliche nicht zu verlieren. Für einzelne Teilbereiche suchen wir uns gerne starke Partner auf dem Gebiet, so beispielsweise bei der Funktion zum Serienmailing.

Lange nicht alle Firmen setzen Serienmailings ein. Ein solches Modul würde allerdings tief in das System eingreifen und wäre an einigen Stellen sichtbar, was für viele Kunden zusätzliche Komplexität bedeuten würde.

Daher arbeiten wir hier mit den gängigen Tools zusammen, so dass Serienmails durchaus mit CentralStationCRM vorbereitet werden können. Die Segmentierung und Auswahl der relevanten Kontakte kann in kaum einem System so einfach durchgeführt werden.

business-on.de: Sie entwickeln derzeit parallel ein neues Projektmanagement nach dem gleichen Prinzip. Warum integriert Ihr nicht einfach die Funktionen von CentralSphere in CentralStationCRM? Die ToDo-Liste und Projektverwaltung wäre doch da eine perfekte Ergänzung.

Axel von Leitner: Richtig, wir sehen die beiden Tools auch als gute gegenseitige Ergänzung. Das Projektmanagement CentralSphere haben wir genau wie unsere CRM Lösung zunächst für unseren eigenen Bedarf entwickelt.

Allerdings gibt es auch hier einige Kunden, die entweder ein System zum Projektmanagement oder eine CRM Software suchen. Grundsätzlich alles in einen Topf zu werfen widerspricht unserer Philosophie und würde am Ende einige Kunden mit Funktionen belasten, die sie nicht benötigen. Auf diesem Weg bleiben beide Systeme jeweils Experte auf ihrem Gebiet. Die Integration beider Tools für Kunden, die beide Systeme nutzen, ist aber definitiv geplant.

business-on.de: Sie haben auch eine „Keep it simple“ Lösungen für Gastrobetriebe. Werdet Ihr das „Einfach-System“ jetzt auf alle Branchen ausweiten?

Axel von Leitner: Unser GastroBook24 ist die digitale Variante des klassischen Reservierungsbuchs in der Gastronomie. Für uns ist es eigentlich ungewöhnlich, dass wir Lösungen für einzelne Branchen entwickeln.

IT in der Gastronomie ist aber ein dynamischer und herausfordernder Markt, der genau solche einfachen Lösungen wie unsere benötigt. Komplexe Allround-Lösungen funktionieren dort aus unserer Erfahrung heraus nicht.

Dass einfache Software grundsätzlich in vielen Branchen beliebt sein kann, zeigt unser Erfolg mit CentralStationCRM. Die Lösung muss lediglich flexibel genug sein, um unterschiedliche Bedürfnisse und Anforderungen abzubilden. Vorerst planen wir also keine weiteren Branchenlösungen.

(Das Gespräch führte Sascha Baron)

 

FN

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