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Recht & Steuern

Studie: Immer mehr Boulevard bei SWR und NDR

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben per Gesetz einen klaren Bildungsauftrag. Doch eine Studie sieht nun eine zunehmende Boulevardisierung der Programme von SWR und NDR.

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben per Gesetz einen klaren Bildungsauftrag. Doch eine Studie sieht nun eine zunehmende Boulevardisierung der Programme von SWR und NDR.

Die Otto-Brenner-Stiftung hat eine Studie zum Programm von SWR und NDR veröffentlicht. Eine überraschende Erkenntnis daraus: Die Programmstrukturen der beiden Sender sind immer mehr geprägt von Boulevard. Im Vorwort zu der Studie heißt es, die Ergebnisse “lassen zumindest Zweifel daran aufkommen, dass die untersuchten Dritten ihren Programmauftrag voll erfüllen.”

Hohe Wiederholungsraten

So könne die Studie belegen, dass die dritten Programme ihren Sendebetrieb nur durch Wiederholungsraten von rund 40 Prozent aufrecht erhalten können. Dabei handele es sich zum Großteil um Wiederholungen von Sendungen, die mehrfach innerhalb nur einer Woche gezeigt werden, heißt es im Vorwort der Studie.

Informationsanteil sehr viel geringer

Zudem entspreche das Maß an Boulevardisierung, vor allem beim SWR, mittlerweile dem der Privatsender. Der von den Sendern kolportierte Informationsanteil von bis zu 70% entspreche nicht den Tatsachen, heißt es im Vorwort der Studie weiter. Vielmehr liege dieser eher bei ca. 50%, allerdings auch nur, da die dritten Programme verstärkt Ratgebersendungen, die sich um Garten, Kochen und Tiere drehen, ausstrahlen.

Betrachte man den Informationsbegriff im engeren Sinne und konzentriere sich ausschließlich auf politische Information und Berichterstattung über gesellschaftlich kontrovers diskutierte Themen, dann liege der Anteil am SWR-Programm – einschließlich der Wiederholungen – lediglich bei rund 10%, so die Studie.

NDR und SWR weisen Vorwürfe zurück

Sowohl SWR als auch NDR haben die Darstellung, man vernachlässige die Informationspflicht, mit Nachdruck zurückgewiesen. Die Studie selbst gebe keine Hinweise auf eine solche Entwicklung, vielmehr würde dort, entgegen der Behauptung im Vorwort, der hohe Anteil der Informationssendungen hervorgehoben werden. So heißt es in einer Meldung des NDR: “Die Studie selbst zeichnet ein anderes Bild. Sie bescheinigt dem NDR Fernsehen einen mit mehr als 17 Stunden täglich sehr hohen Anteil an ‘fernsehpublizistischen, also im weitesten Sinne journalistischen Sendungen. Für RTL kommt die Studie auf nur sechs Stunden. Unter „Sach- und Ratgeberthemen“ fasst die Untersuchung offenbar sehr viele Sendungen und Beiträge, darunter auch aus Kultur und Gesellschaft. Daraus abzuleiten, das Programm entwickle sich zum ‘Ratgeber-TV, ist unzulässig und wird von den Verfassern der Studie auch gar nicht behauptet.”

Allerdings heißt es im Fazit der Studie:

“Der Anteil der fernsehpublizistischen Formate ist in beiden Programmen (zulasten vor allem der fiktionalen Programmsparten) überproportional hoch, auch wenn – in beiden Programmen – die große Mehrheit der journalistischen Beiträge an einem durchschnittlichen Sendetag keinen Bezug zum Bundesland der jeweiligen Programmversion aufweist. Darüber hinaus geht der hohe fernsehpublizistische Anteil nicht mit einer überdurchschnittlich stark ausgeprägten (auch regionalen, tagesaktuellen) Politikberichterstattung einher. Dies ist zum einen vor allem auf die hohen Wiederholungsquoten und Programmübernahmen aus dem Ersten und den anderen Landesversionen zurückzuführen und liegt auf der anderen Seite an dem vergleichsweise breiten Raum, den Service-, Alltags- und Sachthemen in der Regionalberichterstattung einnehmen. Auch Human-Touch-Berichterstattung liegt in beiden Programmen eher auf oder über dem Niveau der privaten Anbieter RTL und Sat.1 als im Bereich der öffentlich-rechtlichen Vergleichsprogramme.”

 

Rafaela Wilde

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