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IT & Telekommunikation

Wer Angst vor WhatsApp hat, kann ein „Telegram“ schicken

Viel wurde berichtet über WhatsApp. Die Kritik am Branchenprimus unter den Smartphone Messengern, war groß. Ob blaue Haken, Datenschutz oder Sicherheitslücken – der Messengerdienst kam nicht aus den Nachrichten. Alternative Apps gibt es viele – eine davon ist Telegram.

Screenshot telegram.org

Weltweit 50 Millionen Nutzer in 16 Monaten

Zuletzt hatte das Unternehmen „Telegram“ Statistiken veröffentlicht. Demnach hat der Dienst 50 Millionen aktive Nutzer weltweit. Jeden Tag werden über eine Milliarde Nachrichten über die App verschickt. Aktuell soll laut „Telegram“ wöchentlich etwa eine Million neue Kunden die App herunterladen und auch benutzen. Im Vergleich zu WhatsApp bietet der Messenger einige interessante Möglichkeiten, die es bei anderen Apps noch nicht gibt. Erstaunliches Detail: Telegram gibt es erst seit 16 Monaten.

Große Dateianhänge und Gifs

Mit Telegram können im Vergleich zu anderen Messengern viel größere Dateien verschickt werden. Dokumente, Videos oder andere Dateien bis zu einem Gigabyte können über die App gesendet werden. Außerdem gibt es neben der Smartphone-Version eine Web-Version, damit Nachrichten auch ohne den Download der App verschickt werden können. In letzter Zeit sehr beliebt sind auch Gifs, Fotos, die sich bewegen – eine Mischung aus kurzem Video und Standbild. Insbesondere über die sozialen Netzwerke werden viele solcher Beiträge veröffentlicht. Neuere Smartphones können Gifs aufnehmen – im Vergleich zu WhatsApp können sie über Telegram auch versendet werden.

Schnell und sicher

Mag man der Beschreibung im Play Store Glauben schenken, ist Telegram nicht nur mit mehr Möglichkeiten ausgestattet als WhatsApp sondern auch schneller. Das liege an der dezentralisierten Infrastruktur , sodass „immer der für den Nutzer am schnellsten erreichbare Server benutzt“ wird, heißt es in der Beschreibung. Außerdem werden Nachrichten und Dateien durch Algorithmen stark verschlüsselt.

Kostenlos und ohne Werbung

Anders als bei WhatsApp, wo jährlich 89 Cent für die Nutzung der App fällig werden, kostet Telegram den User keinen Cent. Außerdem erscheint, genau wie bei WhatsApp keine Werbung. Lücken beim Datenschutz sind bei der App bislang nicht bekannt. Gruppenchats sind ebenfalls möglich. Dort können bis zu 200 Personen am Chat teilnehmen.

Chat mit Selbstzerstörung

Für Fans des Datenschutzes, hat die App eine ganz spezielle Funktion. Über Telegram können „Geheime Chats“ abgehalten werden. Gesendete Nachrichten, Videos, Bilder oder Dateien werden bei beiden Chatpartnern auf Wunsch gelöscht, sodass die Unterhaltung nicht mehr zurückverfolgbar ist. Dazu nutzt die App eine Ende zu Ende Verschlüsselung. Somit können die Nachrichten nur von dem Empfänger der Nachricht gelesen werden, bevor sie gelöscht werden.

Download auch mit älteren Smartphones möglich

Entgegen vieler anderer Apps, können auch Smartphone-User, die ein älteres Modell haben, den Messenger downloaden. Für Nutzer mit Android, ist lediglich die Version 2.2 oder höher erforderlich. Außerdem ist der Messenger mit nur 9,3 Mb im Vergleich zu anderen Diensten recht sparsam, was den erforderlichen Speicherplatz betrifft. Ob Telegram aber langfristig WhatsApp mit seinen 600 Millionen aktiven Nutzer einmal übertreffen kann, ist fraglich. Noch mehr User als die bislang 50 Millionen sind allerdings wahrscheinlich.

Weniger Ärger als bei WhatsApp?

Die Kritik an WhatsApp in den letzten Wochen war groß. Mit der Einführung von blauen Haken als Lesebestätigung war das Entsetzen bei vielen Usern groß. Nachdem diese auch in Gruppenunterhaltungen eingeführt wurden und die User mittlerweile genau über das Leseverhalten von Freunden Erfahrungen sammeln können, gab es wieder einen Aufschrei vieler Datenschutz-Freunde. Obwohl WhatsApp auf eine neue Ende zu Ende Verschlüsselung zurückgreift, wie beispielsweise TextSecure, kam es oft vor, dass Chats von recycelten Handynummern, auf den Smartphones der neuen Besitzer einer Handynummer eingesehen werden konnten. Nach einer Recherche von „Stern TV“, war es möglich selbst 99 Tage, nachdem eine Nummer nicht mehr genutzt wurde, noch auf die Chats zuzugreifen. Des weiteren sorgte ein Profilbild, das wegen Urheberrechtsverletzung zu Abmahnungen führen konnte, genauso für Ärger, wie ein Angriff einer holländischen Firma, die über ein falsches Update hohe Abogebühren verlangt. Kurios ist außerdem, dass WhatsApp Haken und sonstige neue Funktionen ohne Updates auf die Handys seiner Nutzer bringt. Wer beispielsweise die blauen Haken loswerden möchte, muss entweder Tricks anwenden oder seinen Messenger updaten.

 

Christian Esser

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