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Mit Ausdauer und Kraft zum Ziel

Seinen beruflichen Werdegang begann er als Fernmeldemonteur. Heute ist er Geschäftsführer der NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH. Vom Erfolg verwöhnt ist er dennoch ganz unprätentiös geblieben. Die Rede ist von Werner Hanf. Business-on.de befragte ihn nach seinem – noch nicht abgeschlossenem! – Lebenswerk.

Seinen beruflichen Werdegang begann er als Fernmeldemonteur. Heute ist er Geschäftsführer der NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH. Vom Erfolg verwöhnt ist er dennoch ganz unprätentiös geblieben. Die Rede ist von Werner Hanf. Business-on.de befragte ihn nach seinem - noch nicht abgeschlossenem! - Lebenswerk.

Mitte der 60er legte Werner Hanf, Jahrgang 46, die Weichen für seine berufliche Karriere. Die Nachrichtentechnik hatte ihn schon als junger Mensch fasziniert. Etwas anderes stand daher auch nicht zur Debatte. Was für Zeiten! Lehrstellen gab es zur Genüge, man hatte quasi die freie Wahl. Er suchte sich die Standard Elektrik Lorenz AG (SEL) in Köln als Ausbilder aus und machte nach drei Jahren einen Abschluss als Fernmeldemonteur. Das Thema hat ihn nie wieder losgelassen. Heute, nach mehr als 40 Jahren, blickt er auf eine Zeit zurück, die einmalig in ihrer rasanten Entwicklung ist. Die wichtigsten Stationen, d.h. die elektromechanische Fernmeldetechnik bis zur digitalisierten Kommunikationstechnologie, prägen seinen Erfahrungshintergrund.

Zusatzinfos:
Die SEL AG – zunächst ein Tochterunternehmen des amerikanischen Mischkonzerns International Telephone und Telegraph Company (ITT) und später der französischen Alcatel – produzierte in den 60ern TK-Anlagen und Fernschreibmaschinen. Die Kupferkabel über Land und unter Erde gehörten in den Hoheitsbereich des Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen. Als bahnbrechende Neuerung galt in dieser Zeit die Umstellung von manueller auf automatische Vermittlungstechnik beziehungsweise der Selbstwählferndienst. Ende der 60er gab es etwa 6 Millionen Telefonanschlüsse, aber etwa eine Million Antragsteller, die vergeblich auf einen elefonanschluss warteten. Heute existieren bundesweit über 45 Millionen Telefonanschlüsse.[/INFO-ABSATZ]

Chancen erkennen und nutzen

1970 wird Werner Hanf von seinem Arbeitgeber SEL nach Bonn versetzt. Es ist seine erste Führungsposition als Zweigstellenleiter für „Arbeitsorganisation“. Heute würde man wahrscheinlich Technischer Leiter sagen. Der Ausbau der Bonner Dependance kommt nicht von ungefähr. Denn die Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt verabschiedet sich gerade von dem Gedanken der provisorischen Regierungsstadt und beginnt, neue Ministerien zu bauen. Ein lukrativer Bedarf an „heißen Drähten“ mit neuester Technik ist naheliegend. Für Werner Hanf ist es eine gute Gelegenheit, auch seine vertrieblichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Wirtschaftsboom beschleunigt Einsatz der Glasfasertechnologie

Über mehrere Stationen im SEL-Vertrieb, u.a. als Key Accounter für NRW, kann Werner Hanf seine Position im Unternehmen systematisch ausbauen. Großunternehmen wie Henkel, Ruhrgas, Mannesmann Demag oder die Düsseldorfer Landesregierung zählen zu seinen Kunden. Die Zeichen stehen günstig. Die Wirtschaft boomt und die installierten TK- und DV-Anlagen stoßen an ihre Grenzen. Ausweg bietet Mitte der 80er die Glasfaser. Im Gegensatz zum Kupferkabel bietet die neue Kabeltechnik lichtschnelle Übertragungsgeschwindigkeiten für Daten- und Kommunikationsnetze.

Daten- und Kommunikationsnetze wachsen zusammen

Erstmals geht es für Werner Hanf nicht nur um die Vernetzung von „Steckdose“ und Schreibtisch sondern auch um die Optimierung der Infrastruktur zwischen Zentralrechner und Terminal. Der Begriff „Fernmeldewesen“ verschwindet zugunsten der zeitgemäßen Bezeichnung „Telekommunikation“, kurz TK. Ende der 80er übernimmt der ehemalige Fernmeldemonteur die SEL-Niederlassung NRW. Zu seinem Verantwortungsbereich gehört die Firmenausstattung mit Daten- und Telekommunikationsnetzen.

Wechsel zum regionalen Netzbetreiber

Der nächste Schritt in der Karriere von Werner Hanf wird ein ganz großer. 1995 fiel in Köln der Startschuss für einen regionalen Netzbetreiber namens NetCologne. Die Gründungsgesellschafter, d.h. GEW, Sparkasse und KVB, machen sich auf die Suche nach einem erfahrenen Manager aus der TK-Branche und entscheiden sich für Werner Hanf. Gemeinsam mit Udo Pauck soll das neue Unternehmenskonzept aufgebaut werden. Beide werden als Geschäftsführer auf die Payroll der neuen Company gesetzt. Das Unterfangen ruft viele Skeptiker auf den Plan, denn es war eine der ersten deutschen Offensiven zur Liberalisierung des TK-Marktes und die wichtigste Voraussetzung, d. h. der Zugang zur „letzten Meile“, stand noch in den Sternen.

Skeptiker enttäuscht

Der Start des Newcomers im TK-Markt ist relativ unspektakulär. Es gibt zwei Mitarbeiter, d.h. Werner Hanf und Udo Pauck, ein 200qm großes Büro in Bilderstöckchen, ausgestattet mit Schreibtisch, PC und Telefon. Die neue Arbeit beginnt mit der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern und der Investition in eigene Netze – und mit der Ungewissheit, wie der Deal mit der Telekom ausgehen würde. Es dauert ein Jahr, bis die Sache vor dem Kölner Verwaltungsgericht positiv für NetCologne entschieden wird. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 600 Mitarbeiter. Ein sattes Wachstum über Jahre hat auch die Skeptiker zum Schweigen gebracht.

Mit Ausdauer und Kraft zum Ziel

Für Werner Hanf war der Wechsel zu NetCologne nach eigenen Worten eine wichtige Perspektive, um Eigenverantwortung zu übernehmen. Seit 2005 ist er alleiniger Geschäftsführer von NetCologne und will das auch bis zu seiner Rente in fünf Jahren bleiben. In unserem Interview wirkt er konzentriert, ernst und auf seine verhaltene Art aufgeschlossen. Er selbst bezeichnet sich als ausgeglichen, geradlinig, sehr direkt und tolerant. Bei fehlender Einsicht der Mitarbeiter könne er schon mal ungeduldig und laut werden, aber er sei nicht nachtragend. Sein Arbeitstag beginnt um neun Uhr am Schreibtisch und endet in den späten Abendstunden. Als seine größte Stärke bezeichnet der Chef von NetCologne seine Ausdauer und Kraft, etwas zum Abschluss zu bringen. Commitments werden generell eingehalten, dafür kämpft er. „Es gibt insbesonders in der heutigen Zeit nicht mehr viele Menschen, die so eine tolle Chance bekommen haben“, so Werner Hanf. Er empfindet sich als Glückskind, das rückblickend auf 45 Jahre Berufsleben von einer – so kann es nur ein Kölner ausdrücken – supergeilen Zeit spricht.

 

Karin Bäck

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