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Recht & Steuern

Entfernungspauschale bei öffentlichen Verkehrsmitteln: Neue Berechnung ab 2012

Über das Steuervereinfachungsgesetz 2011 kam es zu einem Jahresprinzip für die Günstigerprüfung zwischen Entfernungspauschale mit 0,30 € und tatsächlichen Kosten bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Wer abwechselnd mit dem Pkw und Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, muss die Fahrten ab 2012 nicht mehr täglich nachweisen. Die Finanzämter sollen nur noch jahresbezogen prüfen, ob den Arbeitnehmer die Pendlerpauschale oder die Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten mehr entlastet.

Über das Steuervereinfachungsgesetz 2011 kam es zu einem Jahresprinzip für die Günstigerprüfung zwischen Entfernungspauschale mit 0,30 € und tatsächlichen Kosten bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Wer abwechselnd mit dem Pkw und Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, muss die Fahrten ab 2012 nicht mehr täglich nachweisen. Die Finanzämter sollen nur noch jahresbezogen prüfen, ob den Arbeitnehmer die Pendlerpauschale oder die Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten mehr entlastet.

2011 ließen sich die Fahrpreise noch gesondert absetzen, soweit sie – bezogen auf den einzelnen Arbeitstag – die Entfernungspauschale überstiegen. Ist ein einzelner Fahrschein oder die Monats- bzw. Jahreskarte teurer als der Betrag aus der entsprechend berechneten Pauschale, ist der übersteigende Differenzbetrag jetzt nicht mehr zusätzlich als Werbungskosten abziehbar. Die Neuregelung ab 2012 vereinfacht zwar die Berechnung der Entfernungspauschale, per Saldo kann die Vereinfachung aber dazu führen, dass Berufstätige in Einzelfällen weniger absetzen können und die Änderung daher eine profiskalische Regelung darstellt.

Das BMF hat am 3.1.2013 – rechtzeitig vor der Veranlagung 2012 – ein neues Schreiben zu den Entfernungspauschalen veröffentlicht (Az. IV C 5 – S 2351/09/10002) – als Folge der Neuregelungen durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011. Danach können aufgrund der Gesetzesänderung Aufwendungen für die Benutzung von Bus und Bahn angesetzt werden, soweit sie den im Kalenderjahr insgesamt als Entfernungspauschale abziehbaren Betrag überschreiten. Es bleibt aber bei dem Grundsatz, dass die Entfernungspauschale grundsätzlich unabhängig vom Verkehrsmittel gewährt wird und es dementsprechend nicht auf die Höhe der tatsächlichen Aufwendungen – mit Ausnahme der Pkw-Unfallkosten als außergewöhnliche Aufwendungen – ankommt. Die Entfernungspauschale wird auch bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel angesetzt, wenn die Aufwendungen dafür den im Jahr insgesamt als Entfernungspauschale anzusetzenden Betrag übersteigen. Der Mehrbetrag für Bus und Bahn kann dann zusätzlich angesetzt werden. Hierzu zwei Beispiele.

Beispiel 1: Ein Arbeitnehmer benutzt von Januar bis September an 165 Arbeitstagen für den Weg von seiner Wohnung zur 90 km entfernten Arbeitsstätte und zurück den eigenen Wagen. Dann verlegt er seinen Wohnsitz, und von der neuen Wohnung aus gelangt er ab Oktober an 55 Arbeitstagen zur nunmehr nur noch 5 km entfernten Arbeitsstätte mit dem Bus. Hierfür entstehen ihm tatsächliche Kosten in Höhe von (3 x 70 =) 210 €.
Lösung: Für die Strecken mit dem eigenen Pkw ergibt sich eine Entfernungspauschale von 165 Arbeitstagen x 90 km x 0,30 € = 4.455 €. Für die Strecke mit dem Bus errechnet sich eine Entfernungspauschale von 55 Arbeitstagen x 5 km x 0,30 € = 83 €. Die insgesamt im Kalenderjahr anzusetzende Entfernungspauschale beträgt 4.538 € (4.455 + 83 €), da die tatsächlich angefallenen Aufwendungen für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel (210 €) die Entfernungspauschale nicht übersteigen.

Beispiel 2: Ein Arbeitnehmer benutzt für die Fahrten von der Wohnung zur regelmäßigen Arbeitsstätte Bus und Bahn. Die kürzeste Straßenverbindung beträgt 20 km. Die Monatskarte für den Bus kostet 50 € und für die Bahn 65 € (= 115 €).
Lösung: Für das gesamte Kalenderjahr ergibt sich eine Entfernungspauschale von 220 Tagen x 20 km x 0,30 € = 1.320 €. Die für die Nutzung von Bus und Bahn im Kalenderjahr angefallenen Aufwendungen betragen 1.380 € (12 x 115 €). Da die tatsächlich angefallenen Kosten für die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel die insgesamt im Kalenderjahr anzusetzende Entfernungspauschale übersteigen, kann der übersteigende Betrag zusätzlich angesetzt werden; insgesamt somit 1.380 €.

 

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