Connect with us

Hi, what are you looking for?

Aktuell

Das ändert sich im Jahr 2015

Ob Beschäftigte, Eltern, Patienten, Versicherte oder Verbraucher – die Bundesbürger sowie Unternehmen und Kommunen müssen sich im kommenden Jahr auf eine Reihe von Gesetzesänderungen und Neuregelungen einstellen. Hier ist ein Überblick über wichtige Veränderungen zusammengestellt.

Casiocan / Pixelio.de

Bafög – Bund übernimmt die Kosten

Der Bund wird ab 1. Januar 2015 die Finanzierung der Geldleistungen nach dem Bundesausbildungsförderung Bafög vollständig tragen. Bisher haben der Bund 65 Prozent und die Bundesländer 35 Prozent der Kosten übernommen. Die Länder sparen dadurch jährlich fast 1,2 Milliarden Euro. Dieses Geld soll in den Bildungsbereich (Schulen und Hochschulen) fließen. Ab dem Schuljahr 2016 beziehungsweise dem Wintersemester 2016/2017 sollen die Bedarfssätze und Einkommensfreibeträge für Schüler und Studierende mit Bafög-Anspruch angehoben werden.

Beitragsbemessungsgrenzen für Sozialversicherungen steigen

Ab 2015 gelten für die gesetzlichen Sozialversicherungen neue Bemessungsgrenzen, bis zu denen Arbeitnehmer auf Lohn und Gehalt Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung steigt von derzeit monatlich 5.950 Euro (West) und 5.000 Euro (Ost) auf 6.050 Euro (West) und 5.200 Euro (Ost) im Monat. Für die knappschaftliche Rentenversicherung gelten die Bemessungsgrenzen: 7.450 Euro im Monat (West) und 6.350 Euro im Monat (Ost). Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung beträgt künftig 49.500 Euro im Jahr (derzeit 48.600 Euro im Jahr). Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt von 53.550 Euro (2014) auf 54.900 Euro jährlich.

Biotonnen: bundesweite Pflicht kommt

In Deutschland wird es ab 2015 zur Pflicht, Bioabfälle flächendeckend getrennt zu sammeln. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft stärker auf den Ressourcen-, Klima- und Umweltschutz auszurichten und die Verwertung von Abfall zu erweitern. Stadt- und Landkreise, in denen es noch keine Biotonnen gibt, müssen entsprechend umrüsten.

Briefporto ändert sich

Verbraucher müssen sich an neue Preise für das Briefporto gewöhnen: Einen Standardbrief mit der Post zu verschicken, kostet ab kommendem Jahr 62 Cent statt bisher 60 Cent. Der Preis für einen Kompaktbrief bis 50 Gramm sinkt dagegen um fünf Cent auf 85 Cent. Einige internationale Briefprodukte werden ebenfalls teurer.

Elektronische Buchführung: erleichterte Regeln

Für die elektronische Buchführung gibt es ab 2015 neue Regeln. Das Bundesministerium der Finanzen hat seine Auslegung der gesetzlichen Vorschriften zur elektronischen Buchführung und zur elektronischen Betriebsprüfung überarbeitet. Die aktualisierten Vorgaben gelten für Wirtschaftsjahre, die am 1. Januar 2015 oder später beginnen. Sie sind zwar für die Steuerpflichtigen nicht rechtsverbindlich, können aber für die Unternehmenspraxis hilfreich sein. So müssen zum Beispiel E-Mails nicht mehr für steuerliche Zwecke aufbewahrt werden, wenn sie lediglich als Transportmittel für aufbewahrungspflichtige Unterlagen dienen. Weiterhin lässt es die Finanzverwaltung zu, dass Papierbelege nach einem ordnungsgemäßen Scan-Vorgang vernichtet werden.

Elektronische Gesundheitskarte wird Pflicht

Gesetzlich Krankenversicherte müssen ab dem kommenden Jahr beim Arzt- oder Zahnarztbesuch ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK) vorlegen. Die alten Krankenversicherungskarten verlieren unabhängig vom aufgedruckten Ablaufdatum ihre Gültigkeit. Fehlt dem Patienten die elektronische Gesundheitskarte, kann der Arzt eine Privatvergütung verlangen. Der Patient hat jedoch die Möglichkeit, die Gesundheitskarte oder über ein Ersatzverfahren eine Einzelfallbestätigung der Krankenkasse vorzulegen, dass zum Zeitpunkt der Behandlung ein Leistungsanspruch bestand. Nur wenn der Patient einen solchen Nachweis nicht innerhalb einer Frist vorlege, müsse er die Behandlungskosten privat bezahlen, heißt es. Datenschützer lehnen die eGK weiterhin wegen der ungenügenden Sicherheit der Patientendaten ab.

Elektronische Dienstleistungen: EU-weit gilt Bestimmungsland- statt Herkunftslandprinzip

Eine weitere wichtige Änderung zum 1. Januar 2015 betrifft die Mehrwertsteuer für elektronische Dienstleistungen sowie für Rundfunk- und Fernsehdienste, die Privatverbraucher innerhalb der EU grenzüberschreitend in Anspruch nehmen. Die Neuregelung umfasst zum Beispiel den Kauf von digitaler Musik, Filmen, E-Books oder anderen Publikationen. Das bisher geltende Herkunftslandprinzip wird vom Bestimmungslandprinzip abgelöst. Für die Höhe der Mehrwertsteuer ist nicht mehr entscheidend, wo das Unternehmen seinen Sitz hat, sondern in welchem Land die Leistung in Anspruch genommen wird. Die neuen Vorschriften sollen für gleiche Wettbewerbsbedingungen und mehr Steuergerechtigkeit innerhalb der EU sorgen. Um den Aufwand für die Unternehmen möglichst gering zu halten, wird eine „kleine einzige Anlaufstelle“ (Mini-One-Stop-Shop) in jedem EU-Mitgliedstaat eingerichtet.

Elterngeld Plus ermöglicht flexiblere Elternzeit

Zum Jahresbeginn tritt das Gesetz zur Einführung des Elterngeld Plus mit Partnerschaftsbonus und einer flexibleren Elternzeit in Kraft. Das Elterngeld Plus soll es Mütter und Väter erleichtern, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Außerdem ermöglicht die Neuregelung eine flexiblere Elternzeit: Bis zu 24 Monate Elternzeit sollen künftig zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes ohne Zustimmung des Arbeitgebers genommen werden können. Der Arbeitgeber kann jedoch den dritten Abschnitt der Elternzeit aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, wenn er zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes liegt. Die neuen Regelungen gelten für Geburten ab dem 1. Juli 2015. Dann haben Eltern die Möglichkeit, zwischen dem Bezug des bisherigen Elterngelds (Basiselterngeld) und dem Bezug des Elterngeld Plus zu wählen oder beides zu kombinieren.

Hartz IV: Leistungen erhöhen sich

Empfänger von Arbeitslosengeld II erhalten vom 1. Januar 2015 an mehr Geld. Die Hartz-IV-Leistungsbezüge sollen um etwa zwei Prozentpunkte steigen. Für Alleinstehende bedeutet die Anhebung, monatlich acht Euro mehr und insgesamt 399 Euro im Portemonnaie zu haben.

Kfz-Abmeldung wird online möglich

Ab 2015 können Fahrzeughalter ihre Kraftfahrzeuge über Internetportale bei den zuständigen Zulassungsbehörden abmelden. Der dafür notwendige Sicherheitscode befindet sich bei Autos, die ab 1. Januar 2015 neu oder wieder zugelassen werden, unter den Siegelplaketten der Nummernschilder sowie im Fahrzeugschein. Für die Identifikation benötigen die Nutzer einen neuen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID-Funktion). Durchschnittlich werden jährlich etwa neun Millionen Fahrzeuge abgemeldet. Der neue Service ist Teil einer langfristig angelegten E-Government-Strategie. Die öffentliche Verwaltung soll künftig für die Bürgerinnen und Bürger auch elektronisch erreichbar sein. Ab dem Jahr 2020 sollen Behördengänge weitgehend entbehrlich werden, soweit die Bürgerinnen und Bürger dieses wünschen und ein persönliches Erscheinen nicht erforderlich ist.

Kfz-Kennzeichen: Pflicht zur Umkennzeichnung entfällt

Wer innerhalb Deutschland umzieht, kann das Kennzeichen seines Autos ab 1. Januar 2015 mitnehmen. Die zwingende Umkennzeichnungspflicht am neuen Wohnort entfällt in allen Bundesländern, eine Ummeldung ist jedoch weiterhin erforderlich. Meldet beispielweise ein vorher in Hamburg lebender Kraftfahrzeughalter sein Auto am neuen Wohnort München an. So kann er sein Hamburger Kennzeichen behalten.

Kirchensteuer auf Kapitalerträge wird einbehalten

Seit diesem Jahr sind Banken und Sparkassen per Gesetz verpflichtet, zu prüfen, ob für ihre Kunden eine Kirchensteuerpflicht besteht. Mit entsprechenden Schreiben haben die Geldinstitute ihre Kunden in den vergangenen Monaten darüber informiert. Wenn anhand dieser Prüfung eine Kirchensteuerpflicht bestätigt ist, ziehen Banken ab dem 1. Januar 2015 Kirchensteuer auf die Kapitalerträge automatisch ein.

Krankenkassenbeiträge sinken, aber Zusatzbeiträge werden möglich

Der Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung sinkt 2015 um 0,9 Punkte von derzeit 15,9 Prozent auf 14,6 Prozent. Diesen Beitragssatz teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch mit jeweils 7,3 Prozent. Doch Versicherte sollten sich nicht zu frühen freuen: Die Krankenkassen dürfen darüber hinaus einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag einfordern, sodass die Beiträge insgesamt steigen können. Den muss der Versicherte aus seiner Tasche zahlen.

Lebensversicherungen: neues Gesetz soll Stabilität bringen

Am 1. Januar 2015 tritt das Lebensversicherungsreformgesetz in Kraft, das der Bundestag im vergangenen Juli verabschiedet hat. Mit dem Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte (Lebensversicherungsreformgesetz/LVRG) sollen die Leistungsfähigkeit der Lebensversicherungen in Deutschland gesichert und die Verbraucher geschützt werden. Für die Versicherten heißt das vor allem auch, dass die Lebensversicherung noch unattraktiver wird. Für Neuverträge wurde eine Absenkung des Garantiezinses von derzeit 1,75 auf 1,25 Prozent ab dem kommenden Jahr beschlossen. Auch Bestandskunden können finanzielle Einbußen entstehen, etwa wenn sie aus ihren Versicherungsertrag vorzeitig aussteigen wollen. Denn: Steht ein Versicherungsunternehmen finanziell schlecht da, muss es den Versicherten nicht in vollem Umfang an den stillen Reserven beteiligen. Diese Bewertungsreserven werden für die Sicherstellung des Garantiezinses der verbleibenden Versicherten benötigt und sollen daher der Gemeinschaft aller Versicherten erhalten bleiben. Allerdings müssen sich die Versicherungsunternehmen auch insgesamt intensiver mit Risikosituationen auseinandersetzen und ihre Kunden höher an (Risiko-)Überschüssen beteiligen. Aktionäre der Unternehmen sollen keine oder geringere Dividenden erhalten, entsprechend dem Finanzierungsbedarf, den das Versicherungsunternehmen gegenüber seinen Kunden für garantierte Leistungen hat. Die Versicherungsunternehmen werden außerdem zu mehr Kostentransparenz verpflichtet und zu Kostensenkungen angehalten, vor allem im Vertrieb.

Mehrwertsteuer: Hörbücher unterliegen teilweise reduziertem Satz

Zum 1. Januar 2015 sinkt die Mehrwertsteuer für Hörbücher auf den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent. Für den Nutzer nicht leicht nachvollziehbar: Die Ermäßigung gilt nur für Tonaufzeichnungen von Buchlesungen, bei denen der Text eins zu eins vorgelesen wird, nicht dagegen für Hörspiele. Diese sind durch die Aufzeichnung „dramaturgischer Effekte“ wie Geräusche, Musik sowie durch verteilte Sprechrollen gekennzeichnet. Zudem gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz nur, wenn das Hörbuch auf einem Datenträger geliefert wird. Wird das Hörbuch dagegen aus dem Internet heruntergeladen, fallen die vollen 19 Prozent Mehrwertsteuer an. Dem höheren Regelsatz unterliegen auch alle anderen Publikationen auf elektronischen Medien wie E-Books oder E-Paper. Genau dies kritisiert der Verband der digitalen Wirtschaft Bitkom. Er setzt sich seit langem dafür ein, dass für E-Books der gleiche, geringere Steuersatz wie bei gedruckten Büchern eingeführt wird. Entsprechend bewertet der Verband die neue Regelung als „halbherzig“.

Melderecht wird vereinheitlicht

Am 1. November 2015 soll das Bundesmeldegesetz in Kraft treten. Bundesweit wird es dann einheitliche melderechtliche Vorschriften für alle Bürger geben. Sicherheitsbehörden und andere Behörden sollen länderübergreifend jederzeit online auf Meldedaten zugreifen können. Die Neuerungen betreffen beispielsweise aber auch Vermieter, für die die Mitwirkungspflicht bei der Anmeldung von Mietern wieder eingeführt wird. Werden Melderegisterauskünfte zur gewerblichen Nutzung erfragt, muss künftig der Zweck der Anfrage genannt werden, und die Melderegisterauskunft darf nur zu diesem Zweck verwendet werden. Entsprechende Auskünfte für Zwecke der Werbung und des Adresshandels sollen nur noch mit Einwilligung der betroffenen Person möglich sein. Meldepflichten für Hotels und das Verfahren bei Aufenthalten in Krankenhäusern, Heimen und ähnlichen Einrichtungen sollen sich einfacher gestalten.

Mindestlohngesetz tritt flächendeckend in Kraft

Ab Jahresbeginn gilt bundesweit der Mindestlohn von 8,50 Euro brutto pro Zeitstunde. Der gesetzliche Mindestlohn gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, auch in Minijobs. Ausnahmen: Der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht für Minderjährige ohne Berufsabschluss. Auch Menschen, die eine Berufsausbildung machen, haben keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Ihre Bezahlung regelt weiterhin das Berufsbildungsgesetz. Des Weiteren unterliegen schulische oder universitäre Pflichtpraktika sowie freiwillige Praktika zur Berufsorientierung oder ausbildungs- bzw. studienbegleitend, die nicht länger als drei Monate dauern, nicht der Mindestlohnregelung. Anders verhält es sich mit einem Orientierungspraktikum oder einem ausbildungs- bzw. studienbegleitenden Praktikum, das länger als drei Monate dauert. Dieses ist ab dem ersten Tag der Beschäftigung mit dem Mindestlohn zu vergüten.

Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales sollen rund 3,7 Millionen Beschäftigte im Niedriglohnsektor von der Einführung des Mindestlohns profitieren. Für einzelne Branchen, in denen die Löhne derzeit deutlich unter 8,50 Euro liegen, gelten jedoch Übergangsfristen bis Ende 2017. So sieht das Mindestlohngesetz beispielsweise eine stufenweise Einführung für Zeitungszustellerinnen und -zusteller vor. Ab dem 1. Januar 2015 sollen sie mindestens 75 Prozent des geltenden Mindestlohns erhalten, ab dem 1. Januar 2016 mindestens 85 Prozent. Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sollen es dann 8,50 Euro sein, ab dem 1. Januar 2018 bekommen sie den dann von der Mindestlohnkommission beschlossenen Mindestlohn ohne Einschränkung. In Branchen, für die Übergangs-Tarifverträge gelten, müssen ab dem 1. Januar 2017 ebenfalls mindestens 8,50 Euro pro Zeitstunde gezahlt werden.

Pflegeversicherung: verbesserte Leistungen

Leistungsverbesserungen für die Pflege zu Hause und in Pflegeheimen werden im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze I und II durch eine Erhöhung des Beitragssatzes der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2015 finanziert. Der Beitragssatz wird um 0,3 Prozentpunkte auf 2,35 Prozent und 2,6 Prozent für Kinderlose angehoben. In der zweiten Stufe der Pflegereform ist eine weitere Erhöhung des Beitragssatzes um 0,2 Prozentpunkte geplant. Damit könnten die Leistungen aus der Pflegeversicherung um 20 Prozent verbessert werden, so das Bundesgesundheitsministerium. Dadurch stünden fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr für Verbesserungen der Pflegeleistungen zur Verfügung.

Das Pflegestärkungsgesetz I sieht deutliche Leistungsverbesserungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vor: Ab 1. Januar 2015 sollen die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen spürbar ausgeweitet und die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht werden. Zudem soll ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet werden. Für Menschen, die etwa in einem Pflegeheim leben, steigen die monatlichen Leistungsbeträge für vollstationäre Pflege ab 2015 für die Pflegestufe eins von 1.023 auf 1.064 Euro, für Pflegestufe drei von 1.550 Euro auf 1.612 Euro, in Härtefällen sind statt der bisherigen 1.918 Euro dann 1.995 Euro vorgesehen. Auch die Leistungen für die häusliche Pflege steigen. Das betrifft das Pflegegeld, wenn Angehörige oder Ehrenamtliche einen Menschen in seinem häuslichen Umfeld pflegen, und Pflegehilfsmittel. Das betrifft auch Pflegesachleistungen, die sich entweder für einen ambulanten Pflegedienst nutzen oder mit dem Pflegegeld kombinieren lassen.

Künftig können die Leistungen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege besser miteinander kombiniert werden. Statt vier Wochen sind bis zu acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr möglich, die Pflegekasse übernimmt dafür künftig bis zu 3.224 Euro (bisher bis zu 3.100 Euro). Dies gilt in ähnlicher Weise auch bei der Verhinderungspflege: Fällt ein pflegender Angehöriger aus (Krankheit oder Auszeit) und es wird eine Pflegekraft bzw. Vertretung benötigt, so soll die dann greifende Verhinderungspflege unter entsprechender Anrechnung auf den Anspruch auf Kurzzeitpflege bis zu sechs Wochen (statt bisher bis zu vier Wochen) in Anspruch genommen werden können. Im Rahmen der teilstationären Pflege werden die Leistungen für Tages- und Nachtpflege erweitert. So können Pflegebedürftige ab 2015 neben ambulanten Sachleistungen und/oder Pflegegeld auch Tages- und Nachtpflege ohne Anrechnung voll in Anspruch nehmen.

Die Einführung des Pflegestärkungsgesetzes II ist noch in dieser Wahlperiode geplant. Es soll einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsverfahren bringen. Die bisherige Unterscheidung zwischen Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen und Demenzkranken soll dadurch wegfallen.

Rentenversicherung: Beiträge sinken

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt für Beschäftigte und Unternehmen von derzeit 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent im Jahr 2015. Grund sind die hohen Rücklagen der Rentenkasse. In der knappschaftlichen Rentenversicherung sinkt der Beitrag zum 1. Januar 2015 ebenfalls: von 25,1 auf 24,8 Prozent. Laut der Bundesregierung werden Beschäftigte durch die 0,2 prozentige Absenkung um insgesamt etwa eine Milliarde Euro entlastet. Die Arbeitskosten der Wirtschaft sinken ebenfalls um rund eine Milliarde Euro.

Für das Jahresende 2014 gehen Schätzungen von einer eine Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenkasse von 33,5 Milliarden Euro aus. Das entspricht laut Bundesregierung 1,82 Monatsausgaben. Der Beitragssatz soll von 2015 bis 2018 unverändert bleiben und später schrittweise bis auf 21,4 Prozent im Jahr 2028 steigen.

Quellen: Bundesregierung, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesministerium für Forschung und Bildung, Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerum für Inneres, Bitkom, Deutsche Post, Verdi

 

Anzeige

Die letzten Beiträge

Finanzen

Am 01. Juli 2021 um 14 Uhr (UCT+2) wird auf Bitcoin.com ein neuer Exchange gelistet. Dann startet der Handel mit den UnitedCrowd Token (UCT)....

News

Der finnische Lieferdienst Wolt ist ab heute in Köln verfügbar. Damit bekommt die Rheinmetropole einen neuen Anbieter für die Lieferung verschiedener kulinarischer Highlights aus...

News

100 % Geschmack. 0 % Fleisch: Mit dem weltweit ersten und einzigen Burger King® Plant-based Restaurant wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit The Vegetarian Butcher™...

News

Im Spätsommer 2021 sollen die ersten europäischen Praxistests mit dem neuen E-Transit – der vollelektrischen Version des Ford Transit – beginnen. Dazu werden derzeit...

News

Hinter der Plattform Spieleaffe.de steckt die Ströer Media Brands GmbH aus Berlin mit gültigem Handelsregistereintrag sowie Umsatzsteuerident- und Steuernummer. Kiba und Kumba (so heißen...

News

Das Kölner Fußballstadion, das bei Heimspielen des 1. FC Köln fast immer ausverkauft ist, fristet momentan ein Schattendasein. Die letzte Bundesligapartie der Geißböcke mit...

Beliebte Beiträge

News

Ein breites Bündnis aus der Stadt Köln, der KölnBusiness Wirtschaftsförderung, dem DEHOGA Nordrhein, dem Handelsverband NRW Aachen-Düren-Köln, der Handwerkskammer zu Köln und der Kreishandwerkerschaft...

News

Seit dem 15. März bietet die Stadt Lohmar ein Corona-Testzentrum auf dem Parkplatz vor der Jabachhalle an. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt können...

News

Der Kölner Social-Media-Profi Martin Müller startet eine eigene Community. Die „Mister Matching Community“ soll kleine und mittlere Unternehmen, Selbständige und Freiberufler vernetzen und Angebote...

News

Ford investiert eine Milliarde US-Dollar in die Modernisierung seiner Fahrzeugfertigung in Köln. Das ist das größte Investment, das Ford jemals in Köln getätigt hat....

News

Haben Sie´s gewusst? Am 22. Februar ist internationaler „Behaupte dich gegen Mobbing“-Tag. Deshalb nimmt die gemeinnützige Organisation Librileo zusammen mit Bundesministerin Franziska Giffey als...

News

Je höher umso besser. Wer auf Seite eins bei Google gerankt ist, der hat in puncto Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (SEA) alles richtig gemacht....

ZIM Förderung

ZIM Förderung

ZIM Förderung – Programm für mehr Innovation und Wachstum im Mittelstand

Digital Signage

Digital Signage: das innovative Flaggschiff der Werbe- und Informationsbranche

Weitere Beiträge

Personal

Im Januar 2020 wurde der allgemeine gesetzliche Mindestlohn zum mittlerweile vierten Mal erhöht, auf aktuell 9,35 Euro. Doch lediglich 11% der befragten Unternehmen planen...

Interviews

Die Kind + Jugend Messe in Köln mag für manch einen nach einem vergnüglichen Event für Familien klingen. Wer das Gelände der Koelnmesse zwischen...

Recht & Steuern

Zwei Monate nach Inkrafttreten des dritten Pflegestärkungsgesetzes (PSG III) offenbaren sich viele rechtliche Fallstricke. Das Institut für Beratung im Gesundheitswesen (IBG) hat in einer...

Aktuell

Mit dem Jahreswechsel müssen sich Bundesbürger und Unternehmen regelmäßig auf Gesetzesanpassungen, neue Regeln und Vorschriften einstellen. Unsere Redaktion hat wichtige Veränderungen zusammengestellt, die 2017...

IT & Telekommunikation

Handy und Smartphone sind im Schulalltag so selbstverständlich wie Hefter, Bücher und Pausenbrot: Die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen greift in der Schulzeit...

News

Der Aufsichtsrat der AXA Konzern AG hat vorbehaltlich der Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Dr. Alexander Vollert (46) zum Vorstandsvorsitzenden der AXA Konzern...

News

Nach dem Gesundheitsdienstleister Med 360°, der mit seinem Hauptsitz auf rund 6.000 m² Bruttogeschossfläche in den Innovationspark Leverkusen zieht, hat sich auch die Krankenversicherung...

News

Die 195 teilnehmenden Länder des Pariser Klimagipfels haben sich auf ein Abkommen geeinigt, das die Erderwärmung eindämmen soll. Wasserstoff als Energiespeicher und -träger ist...

Anzeige
Send this to a friend