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Höher, Schneller, Weiter: Unternehmen aus Köln und Siegburg über die Entwicklung der Online-Branche

In der digitalen Vielfalt des Weltweiten Webs ist alles für jeden möglich. Das Internet steht für unbegrenzte Möglichkeiten und noch kennt der Boom der Online-Branche kein Ende. Wie und wo es weiter geht, das besprach business-on.de mit Manfred und Philipp Stegger, Vorstandsvorsitzender und Senior Manager Corporate Development von meinestadt.de, Felix Holzapfel, Geschäftsführer der Marketing-Agentur conceptbakery, sowie mit Sven Jan Arndt, Geschäftsführer von fotocommunity.de und arrogo.de.

In der digitalen Vielfalt des Weltweiten Webs ist alles für jeden möglich. Das Internet steht für unbegrenzte Möglichkeiten und noch kennt der Boom der Online-Branche kein Ende. Wie und wo es weiter geht, das besprach business-on.de mit Manfred und Philipp Stegger, Vorstandsvorsitzender und Senior Manager Corporate Development von meinestadt.de, Felix Holzapfel, Geschäftsführer der Marketing-Agentur conceptbakery, sowie mit Sven Jan Arndt, Geschäftsführer von fotocommunity.de und arrogo.de.

Kein anderes Medium eröffnet uns so viele Türen wie die weite Welt der Online-Branche. Selbst die viel zitierte Krise konnte dem globalen Netz bisher nichts anhaben. Im Gegenteil: Während andere Branchen in den letzten Jahren mit groben Einbußen zu kämpfen hatten, boomt der Online-Markt weiter. Aber was macht das Internet aus Nutzersicht so interessant und reizvoll und wie wird sich der Markt weiter entwickeln? Welche Trends können sich durchsetzen und welche Neuheiten landen letztendlich in einer von vielen digitalen Sackgassen? business-on.de sprach mit Manfred und Philipp Stegger, Vorstandsvorsitzender und Senior Manager Corporate Development von meinestadt.de, Deutschlands größtem Städteportal, mit Felix Holzapfel, Geschäftsführer der internationalen Marketing-Agentur conceptbakery, mit Sitz in Köln und in Denver, und mit Sven Jan Arndt, Geschäftsführer von fotocommunity.de und Gründer des Einkaufs- und Informationsberaterportals arrogo.de, über die geheimnisvollen Weiten des globalen Webs.

Vom simplen Kommunikationssystem zur digitalen Revolution

Als das US-Verteidigungsministerium 1969 das APRANET entwickelte, um angeblich in Falle eines Atomkrieges eine störungsfreie Kommunikation zu ermöglichen, hätte man sich bereits denken können, dass diese Erfindung keinen harmlosen Werdegang nimmt. Doch richtig los ging es erst 1993 durch die Einführung des World Wide Web, welches das Internet zu den größten Veränderungen des Informationswesens seit der Erfindung des Buchdruckes machte. Nichts hat das gesellschaftliche Leben derart verändert, schuf unzählige neue Branchen und Jobs. Die Online-Branche gilt immer noch als der am schnellsten wachsende Geschäftszweig – trotz anfänglicher Schwierigkeiten:
„Die technischen Barrieren, die die Online-Branche zu Beginn des Internetzeitalters prägten, sowohl auf Seiten der Endnutzer, die keinen oder nur einen recht langsamen Internetzugang besaßen, als auch auf Seiten der Anbieter von Internetangeboten, sind mittlerweile überwunden“, erklärt Sven Jan Arndt. „Heute können knapp 80 Prozent der Deutschen ins Internet und der überwiegende Teil bereits breitbandig. Auch die Programmierressourcen oder auch die technischen Möglichkeiten, nicht zuletzt Dank Open Source, sind mittlerweile immens. Nunmehr sind Internetgründungen nicht mehr technologisch getrieben, sondern vom Markt her.“ Weiterhin meint Arndt, wir befänden uns momentan in einer tief greifenden Transformation des Marktes, der viele Risiken, aber auch viele Chancen berge. Was das genau heißen soll? „Das platte Displayadvertising stirbt einen langsamen, aber sicheren Tod und wird durch intelligentere und zielgruppenspezifischere Werbemethoden abgelöst.“

Neue Gesetze der Online-Branche: „Verbraucher haben jetzt Power wie niemals zuvor“

„Speziell im Bereich Social Media geht der Trend weg von klassischer Werbung, die in diesem Umfeld kaum Wirkung erzielt, hin zu alternativen Marketingstrategien“, ergänzt Felix Holzapfel. Dies habe jedoch auch weitere Änderungen, zum Beispiel ein neues Werbeempfinden zur Folge. „Statt des klassischen Sender-Empfänger-Modells wird verstärkt auf den interaktiven mehrdimensionalen Dialog gesetzt.“ Im Klartext: „Unternehmen müssen lernen weniger im Sinne von „ich muss verkaufen“ denken, sondern eher im Sinne von „ich muss/kann/darf Beziehungen mit meinen Kunden aufbauen“

Die vielen, rasanten Änderungen bergen auch neue Herausforderungen, derer nicht jeder gewachsen ist: Neben dem veränderten Werbeempfinden hat sich auch die Verbreitung von Informationen geändert. „Viele Unternehmen müssen erst noch lernen, dass ihre alte Denkweise 1.0 in der 2.0 Welt nicht mehr funktioniert“, so Holzapfel. Zudem habe sich das Kräfteverhältnis zwischen Unternehmen und Konsumenten weiter in Richtung Verbraucher verschoben. „Diese haben jetzt Power wie niemals zuvor“, bringt es der conceptbakery-Geschäftsführer galant auf den Punkt. „Wir vergleichen das oft mit dem Prozess der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Dieser hat Jahrzehnte gedauert. Zwischen Unternehmen und Kunden verlief dies wesentlich schneller. Einige Männer haben es innerhalb von Jahrzehnten nicht kapiert, dass sich das Rollenverhältnis grundlegend geändert hat. Unternehmen hatten für diesen Prozess weit weniger Zeit und müssen sich nun schnellst möglich auf diese neuen Regeln einstellen – mit allen Konsequenzen. Denn dies ist bei weitem nicht nur eine Frage der Außendarstellung, sondern betrifft nahezu sämtliche Unternehmensbereiche.“

Relativitätswunder Internet: „Die Welt wird immer kleiner und schneller“

Trotz allen Schwierigkeiten und Herausforderungen ist das Internet heutzutage fest im Alltag der Menschen integriert – und das in nahezu sämtlichen Altersstufen und Schichten der Gesellschaft. „Die Welt wird immer kleiner und schneller, jegliche Art von Information ist in Sekunden vom Wohnzimmer aus abrufbar“, beschreibt Holzapfel den momentanen Zustand. Viele Menschen verbringen bereits mehr Zeit vor dem Internet bzw. dem PC als vor dem Fernseher. Als Konsequenz habe sich jedoch auch die Bedeutung des Internets geändert: „Der Online-Zugang steht bei weitem nicht mehr nur für Spaß, sondern auch für eine stärkere gesellschaftliche Relevanz, wie Ereignisse wie beispielsweise die Wahlen in den USA oder Proteste im Iran verdeutlichen.“
Zudem stelle das Internet mittlerweile einen zentralen Baustein im Marketing eines jeden Unternehmens dar- auch wenn oft immer noch ein Delta herrscht zwischen den Offline Komponenten wo der Großteil der Budgets hingeht und den Online Komponenten wo die Nutzer den Großteil Ihrer Tageszeit verbringen.

Effizienz und Transparenz“ seien die Zauberzutaten, die dem Online-Marketing und dem Internet generell über die Krise hinweg halfen, ist sich Manfred Stegger sicher. „Kampagnen lassen sich zielgenauer als in den klassischen Medien zuschneiden, Werbebudgets daher noch effizienter einsetzen. Das macht das Internet als Werbemedium so attraktiv und beliebt – auch in Krisenzeiten.“
„Aus Nutzersicht ist besonders die Krise eine Zeit, in der sich jeder einzelne mehr denn je eigenständig informieren und auch aktiv in Diskussionen einbringen will“, ergänzt Philipp Stegger. „Das merken wir deutlich an unseren Nutzerzahlen. So stieg die Zahl der monatlichen Visits bis zuletzt auf mehr als 17 Millionen an.“ Was zeige, dass gerade in Krisenzeiten die Nutzer eine enge Bindung an ihre Stadt und an ihre Region haben.

Doch wie wird es weiter gehen für die Online-Branche und für das Internet selbst? Laut Sven Jan Arndt liegt die Zukunft eindeutig bei Social Communities. „Dort findet sich alles was hip und trendy ist!“ Nur sei dies im Vergleich zu den so genannten Leggards eine kleine und recht innovative Gruppe. Die breite Masse fände sich im Bereich der Gelegenheitsnutzer, wie auch einschlägige Studien ergeben haben: Maximal 15 Minuten am Tag im Internet vs. 1,5 Stunden bei den Heavy Usern. „Ich bin der eindeutigen Meinung, dass diese große Masse noch nicht angesprochen und entsprechend abgeholt wird. Sie sehen für sich noch keinen Mehrwert in einer intensiveren Internetnutzung. Und dies wird die Herausforderung der Branche sein.“

Geschäftsmodelle finden, die den Menschen nützen und nicht ihrer Selbstzweck sind

„Wo ist der Mehrwert einer Social Community, wenn ich sie nicht um meine echten Freunde ergänze? Was bringen mir virtuelle Geschäftsmodelle, die nur auf Werbung basieren? Was kann das Internet dazu beitragen, bspw. dem Kleinhandel oder Handwerker zusätzliche und neue Absatzkanäle zu eröffnen, welche vertikalen Communities sind noch möglich und werden sich finden? Gerade diese zeichnen sich durch eine hohe Bindung und Zusammenhalt aus. Der Einfachheit und guten Useability wird die Zukunft gehören. Das zu bekommen, was ich suche und was ich auch tatsächlich brauche. Internet wird kein geschlossener Markt außerhalb der realen Welt bleiben, sondern immer mehr sich mit den herkömmlichen Vertriebswegen paaren und synergetisch eine Einheit bilden. Die Zeiten der irrealen Luftschlösser werden vorbei sein und Geschäftsmodell mit realen Umsätzen und Gewinnen sich durchsetzen.“

Da das Internet das Medium ist, das sich ständig und superschnell weiterentwickelt, kann Philipp Stegger nur mutmaßen „Ich denke, dass Location-Based-Services weiter an Bedeutung zunehmen, Videos werden eine weitere wichtige Rolle spielen, User-Generated-Content wird ebenfalls an Bedeutung gewinnen.“ „Und natürlich wird das mobile Internet durch technische und tarifliche Verbesserungen eine enorme Steigerung in der Verbreitung erleben“, ergänzt Manfred Stegger. „Schon bald wird jeder von unterwegs im Internet surfen können. Das wird zu einer Selbstverständlichkeit, die dann niemand mehr missen möchte. Ich komme heute schon nicht mehr ohne aus.“

Online-Siegeszug: Eine Welt ohne Internet wird unvorstellbar sein

Dem schließt sich auch Felix Holzapfel an: „Der Trend wird weiter in Richtung Mobilität gehen – schon heute kann man kaum mehr ein Handy ohne Facebook App verkaufen. In Zukunft wird nahezu jeder eine Internet Flatrate fürs Handy haben, ähnlich dem stationären Internetzugang zuhause. Die nachwachsende Generation wird sich eine Welt ohne Internet gar nicht mehr vorstellen können.“
Also, ein digitaler Siegszug ähnlich dem des Handys? „Ja“, ist sich Holzapfel sicher. Und: „Außerdem wird das Internet nicht nur durch Werbung, sondern vor allem durch Mehrwerte unseren Alltag dominieren. Oftmals wird es dabei gar nicht mehr als „DAS INTERNET“ wahrgenommen werden.“ Und was das Konkurrenzverhalten zwischen Online- und Offline-Werbung angeht, geht Holzapfel für die Zukunft von einem Waffenstillstand aus. „Anders als von vielen erwartet, wird klassische Werbung nicht aussterben, aber durch neue Disziplinen ergänzt und bereichert, in denen die Verbraucher eine immer stärkere Rolle einnehmen werden. So werden Social Media, Viral – und Word of Mouth Marketing an Bedeutung gewinnen. Dabei wird sich erfolgreiche Werbung in diesen neuen Bereichen dadurch auszeichnen, dass sie nicht nervt, sondern eine Art gern gesehener Gast ist, der das Leben bereichert.“

Icon: © Falko Matte / Fotolia.com

 

Katharina Loof

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