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Finanzrisiken bedrohen die Verwaltung

Finanz- und Wirtschaftsrisiken sind die größte Bedrohung für die Landesbehörden und Kommunen. 62 Prozent der Verwaltungsentscheider fürchten große finanzielle Schieflagen, wenn sich Risiken wie beispielsweise eine rückläufige Gewerbetätigkeit einstellen.

Finanz- und Wirtschaftsrisiken sind die größte Bedrohung für die Landesbehörden und Kommunen. 62 Prozent der Verwaltungsentscheider fürchten große finanzielle Schieflagen, wenn sich Risiken wie beispielsweise eine rückläufige Gewerbetätigkeit einstellen.

Drohende Infrastruktur – und Versorgungsrisiken werden ebenfalls als sehr bedrohlich eingeschätzt (43 Prozent). Dahinter folgen die Sicherheitsrisiken durch IT-Angriffe (32 Prozent) sowie Kriminalität und Terrorismus (17 Prozent). Trotz des hohen Gefahrenbewusstseins sind die Behörden auf die praktischen Folgen dieser Risikoszenarien nur unzureichend vorbereitet. So verfügen gerade einmal 15 Prozent der Landes- und Kommunalbehörden über ein umfassendes Risikomanagement. Immerhin 22 Prozent beabsichtigen die baldige Einführung. Das ist das Ergebnis der Studie „Branchenkompass Public Services“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Vor allem in Kommunen ist die Angst vor Finanz- und Wirtschaftsrisiken groß. 69 Prozent der Befragten dieser Gruppe sehen ihre Gestaltungsfähigkeit durch finanzielle Einbußen erheblich eingeschränkt. Auf Landesebene sind es mit 47 Prozent deutlich weniger. Auch in Bezug auf Infrastruktur- und Versorgungsrisiken reagieren die Kommunalvertreter beunruhigter als ihre Kollegen aus den Landesbehörden. Je kleiner die Städte sind, desto stärker ist die Furcht vor drohenden Zusatzkosten für die Infrastruktur, etwa für den Straßenbau oder die Schwimmbadunterhaltung. Bei der Kostenbewertung von IT- und Kriminalitätsrisiken liegen hingegen die Landesbediensteten vor den Gemeindevertretern. Zudem werden finanzielle Einbußen aufgrund von Verwaltungsrisiken, etwa durch fehlerhafte Abläufe, auf Landesebene stärker befürchtet.

Die Maßnahmen zur Risikoabwehr konzentrieren sich daher vor allem auf die Optimierung der Finanzplanung. Rund jeder zweite Befragte will hier verstärkt ansetzen. Besonders aktiv sind dabei Verwaltungen in Nordrhein-Westfalen (77 Prozent), am wenigsten solche in Ostdeutschland (35 Prozent). Der Grund dafür ist die unterschiedliche Wahrnehmung der Haushaltsnöte: So bezeichnen 92 Prozent der Kommunal- und Landesbehördenentscheider aus NRW die Finanzentwicklung spontan als größte Herausforderung. In Ostdeutschland sind es im mit 55 Prozent am wenigsten.

Schon heute haben viele deutsche Kommunen mit erheblichen finanziellen Engpässen zu kämpfen. Seit dem Jahr 2000 sind die Einnahmen in vielen Städten und Gemeinden deutlich zurückgegangen, während die Aufgaben und damit die Ausgaben stetig wuchsen. Die Kommunen finanzieren sich deshalb zunehmend mit so genannten Kassenkrediten. Obwohl diese grundsätzlich nur für kurzfristige Liquiditätsengpässe vorgesehen sind, nutzen viele Kommunen dieses Instrument auch für ihre laufenden Ausgaben. Das Gesamtvolumen von Kassenkrediten hat sich zwischen 2004 und 2007 von 20,2 Milliarden Euro auf 28,4 Milliarden Euro erhöht.

Die befragten öffentlichen Verwaltungen verfolgen beim Umgang mit Risiken unterschiedliche Strategien. Finanziellen Herausforderungen begegnen die Befragten vor allem durch die Einführung der Doppik , die unter anderem den gesamten Werteverzehr von Sachanlagen und Gebäuden erfasst. Mehr als vier von fünf Entscheidern haben bereits das „Neue Haushalts- und Rechnungswesen “ eingeführt oder planen die Implementierung bis 2011. Bei IT-Risiken verlassen sich praktisch alle befragten Kommunen und über 80 Prozent der Landesbehörden auf technische Lösungen wie Virenscanner, Firewall, Backup und Datenverschlüsselung.

Hintergrundinformationen
Im August und September 2008 befragte forsa im Auftrag von Steria Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut 100 Entscheider aus 100 großen deutschen Kommunen und Landesverwaltungen zum Stand des Risikomanagements und zu den bis 2011 geplanten Maßnahmen. Die Interviews wurden mit der Methode des Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) durchgeführt.

 

Redaktion

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