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Partnerschaft wird auf vielen Ebenen gelebt

Die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Peking soll künftig durch zahlreiche neue gemeinsame Projekte, aber auch durch eine noch intensivere wirtschaftliche Kooperation weiter verstärkt werden. Darauf haben sich Oberbürgermeister Fritz Schramma und sein Pekinger Amtskollege Jinglong Guo verständigt. Aus Anlass der olympischen Sommerspiele in Kölns Partnerstadt hatte OB Guo die Delegation der Stadt Köln zu einem Empfang bei der Pekinger Stadtregierung eingeladen. Es war das erste persönliche Zusammentreffen von OB Schramma mit dem neuen Oberbürgermeister von Peking, der seit Beginn dieses Jahres im Amt ist. Das über einstündige Gespräch fand in außerordentlich offener und herzlicher Atmosphäre statt.

OB Schramma �berreicht OB Jinglong Guo eine Kopie einer r�mischen Vase aus K�lne statt

Der Pekinger OB betonte, dass ihm der Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen zu Köln sehr am Herzen liege. Er selbst habe Köln bei einem Besuch im Sommer 1986 kennen gelernt und sei von der Stadt am Rhein sehr beeindruckt gewesen. Die seit 21 Jahre bestehende Städtepartnerschaft mit Köln habe sich stetig weiterentwickelt und sorge heute für regen Austausch auf kultureller, wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und administrativer Ebene. Mit dem Besuch zu den olympischen Spielen zeige die Stadt Köln erneut deutlich, wie eng die Freundschaft inzwischen geworden ist. Oberbürgermeister Schramma begrüßte Guo als „einen alten Freund Pekings“ und betonte „wir legen Wert auf Ihre Meinung und Vorschläge.“ Er gratulierte der Stadt Köln und dem deutschen Olympiateam zum Goldmedaillen-Gewinn durch Kölns Olympia-Botschafterin Britta Heidemann und ergänzte schmunzelnd, dass die Fechterin wohl deshalb so überragend gekämpft habe, „weil Sie, Herr Oberbürgermeister Schramma, beim Anfeuern richtig Gas gegeben haben.“

OB Schramma unterstrich, dass mit der Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags am14. September 1987 eine Brücke geschlagen worden sei, die heute „vielfach und in vielerlei Weise überquert wird.“ Davon zeuge unter anderem der intensive wissenschaftliche Austausch zwischen den Kölner Hochschulen und den Universitäten, etwa bei der derzeit stattfindenden „Summer School“ in Peking, an der deutsche und chinesische Studenten teilnehmen. Zahlreiche weitere Begegnungen und Projekte stünden nun an: So wird der Deutz Chor Ende September zusammen mit dem Symphonie-Orchester der Stadt Peking ein gemeinsames Konzert in der Verbotenen Stadt, dem alten Kaisersitz in Peking, geben. Ebenfalls im September wird Bürgermeisterin Angela Spizig bei den Paralympischen Spielen einen „Kölner Abend“ eröffnen, und im November wird OB Schramma zur 35. Internationalen Konferenz über Städtepartnerschaft nach Peking reisen und dort einen Vortrag zum Thema Stadtpartnerschaft und Stadtentwicklung halten.

 

Die Sporthochschule Köln, die in der Delegation durch ihren Rektor Professor Dr. Walter Tokarski vertreten ist, wird gemeinsam mit der Stadtregierung Peking ein Konzept zur Nachnutzung der olympischen Wettkampfstätten und zur Förderung des Breitensports entwickeln.

 

 

Ausgebaut werden aber auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Städten: Am Donnerstagnachmittag unterzeichneten Jifu Zhang, Direktor des „Beijing Investment Promotion Bureau“, und Michael Josipovic von der Wirtschaftsförderung der Stadt Köln ein „Memorandum of friendly Cooperation“. Es sieht die gegenseitige Konsultation bei Wirtschaftsprojekten, einen regelmäßigen Austausch von Vertretern der Stadtregierungen in Wirtschaftsfragen und eine gegenseitige Unterstützung bei der Präsentation des jeweiligen Wirtschaftsstandorts und interessierter Unternehmen vor.

„Wer erfolgreich Geschäftskontakte knüpfen will, der muss erkennbar bereit sein, auf die Gepflogenheiten seiner Partner einzugehen“, so Kölns Wirtschaftsdezernent Dr. Norbert Walter-Borjans. „Das gilt nicht nur in China, aber hier haben Wertschätzung und Vertrauen einen besonders hohen Rang. In dieser Hinsicht war unsere Reise wie die vorherigen, aber auch der Abschluss von Kooperationsvereinbarungen in der Wirtschaftsförderung mit Peking und Xi’an ist enorm wertvoll.“ Manch ein deutscher Unternehmer sei überrascht gewesen, mit welcher großen Herzlichkeit die Kölner von den chinesischen Partnern beim anschließenden Empfang im deutschen Olympiahaus als gute Bekannte begrüßt worden seien.

„Das stärkt unsere Position hier enorm“

Bereits am Donnerstag Morgen hatte die Kölner Delegation die „Summer School“ an der China University of Political Science and Law besucht, an der rund 40 Studierende aus Köln, NRW und Peking teilnehmen. Dort diskutierte Oberbürgermeister Schramma mit den deutschen und chinesischen Studenten über die Bedeutung der kommunalen Selbstverwaltung. Seit über zehn Jahren besteht eine intensive Partnerschaft zwischen der Kölner Rechtwissenschaftlichen Fakultät und der Universität in Peking. Die Kölner Universität ist zudem die zentrale Anlaufstelle für alle Hochschulen in Nordrhein-Westfalen beim Thema China und hat im Oktober letzten Jahres ein Verbindungsbüro in Peking eröffnet.

„Die vor einem Jahr besiegelte Erweiterung unseres Kooperationsabkommens ist zu einem großen Erfolg geworden“, erklärter Dr. Stefan Bildhauer, Leiter des Akademischen Auslandsamts der Universität zu Köln. „Die Zahl der Begegnungen von Lehrenden und Studierenden auf beiden Seiten steigt stetig.“ Der Vorsitzende des Universitäts-Konzils, Professor Yajun Shi, dankte OB Schramma für seinen Besuch: „Die Zusammenarbeit unserer Hochschulen mit Universitäten in Deutschland braucht Unterstützung von vielen Seiten. Ihr Besuch heute ist ein wichtiges Zeichen der Unterstützung. Es zeigt, wie hoch die Kooperation in Forschung und Lehre auch bei Ihnen eingeschätzt wird.“

Bei einem Frühstück auf Einladung des Deutschen Botschafters in Peking, Dr. Michael Schaefer, informierte die Kölner Delegation über ihre Städtepartnerschafts-Aktivitäten und diskutierte mit dem Botschafter über die aktuelle Situation des Landes. „In Deutschland besteht oftmals ein verzerrtes Bild über die Lage in China. Hier sind in den letzten Jahren enorme Veränderungen vor sich gegangen. Der städtepartnerschaftliche Austausch trägt dazu bei, dass sich die Menschen aus erster Hand vor Ort ein Bild von der Entwicklung machen können“, betonte der Botschafter.

Icon/Fotos: Stadt Köln

 

Redaktion / Bitkom

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