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Life & Balance

Stressmanagement – von Spitzensportlern lernen!

Als unser Schöpfer den Homo sapiens mit den Stresshormonen ausgestattet hat, hat er sie dazu gedacht, diesen beim Erbringen von Spitzenleistungen zu unterstützen. Spitzenleistungen, die im Alltag allein für das nackte Überleben gefordert waren, z.B. bei der Begegnung mit einem Säbelzahntiger oder ähnlich sympathischen Zeitgenossen. Wie uns Stress auch heute noch zu Höchstleistungen verhelfen kann, erklärt Experte Markus Frey exklusiv für Business-On.de.

Als unser Schöpfer den Homo sapiens mit den Stresshormonen ausgestattet hat, hat er sie dazu gedacht, diesen beim Erbringen von Spitzenleistungen zu unterstützen. Spitzenleistungen, die im Alltag allein für das nackte Überleben gefordert waren, z.B. bei der Begegnung mit einem Säbelzahntiger oder ähnlich sympathischen Zeitgenossen. Wie uns Stress auch heute noch zu Höchstleistungen verhelfen kann, erklärt Experte Markus Frey exklusiv für Business-On.de.

Die Stresshormone halfen unserem Vorfahr in so einer Situation all seine Kräfte zu konzentrieren. Blitzschnell musste er sich nun entscheiden, ob er durch Flucht oder Kampf sein Überleben sichern wollte. Und dann setzte er seinen Körper ein. Entweder indem er vor der Gefahr davonrannte und zusah, dass er möglichst schnell Land gewann. Oder indem er sich dem Kampf stellte und versuchte, das wilde Tier oder auch einen feindlichen Krieger zu besiegen.

Die Funktion der Stresshormone ist heute grundsätzlich immer noch die gleiche. Immer noch sollen sie uns beim Erreichen von Spitzenleistungen unterstützen. Doch diese sind nur noch selten für das eigene Überleben gefordert. Heute schütten wir sie bei vergleichsweise banalen Anforderungen aus. Bei Ärger mit dem Chef, wenn die neue Software nicht funktioniert, bei der Fahrprüfung oder bei der Präsentation eines neuen Projektes. Doch es gibt noch weitere Unterschiede zu unseren Vorfahren. Während diese die Stresshormone tatsächlich als Hilfe bei der Bündelung ihrer Kräfte erfahren haben, erleben wir dieselben Stresshormone heute vor allem als Krankmacher. Bluthochdruck, Herzrasen, Magen-Darm-Geschichten und Kopfschmerzen sind nur ein paar der Gesundheitsprobleme denen sich viele von uns im Angesicht des Stresses gegenübersehen. Diese sind der Grund, warum beispielsweise die WHO vor einigen Jahren den Stress als „größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet hat.

Stresshormone – und warum sie uns krank machen

Aber warum waren unsere Vorfahren offenbar in der Lage, die Stresshormone als Helfer in besonderen Situationen zu nutzen, während dem sie heute praktisch nur noch als Gesundheitsgefahr erachtet werden? Irgendetwas läuft da offenbar schief. Aber was? Kurz und knapp sind es zwei Dinge. Erstens schütten wir viel zu viele Stresshormone aus. Vor allem schütten wir sie auch zu häufig aus. Das hat sicher auch damit zu tun, dass für viele die Belastungen in den letzten Jahren eindeutig zugenommen haben. Aber das ist nur der eine Teil der Geschichte. Der andere ist der, dass viele Menschen dazu neigen, ihre Möglichkeiten, eine bestimmte Situation auch erfolgreich bewältigen zu können, grundsätzlich als sehr gering zu erachten. Diese Situationseinschätzungen sind für das Stresserleben von kaum zu überschätzender Bedeutung. Sie erst sorgen dafür, dass wir Stresshormone überhaupt ausschütten und wenn überhaupt, in welcher Menge. Zweitens sorgen wir (im Gegensatz zu unseren Vorfahren) immer schlechter dafür, dass die Stresshormone auch wieder abgebaut werden. Auf den Punkt gebracht: während unsere Vorfahren gekämpft haben oder weggerannt sind… bleiben wir sitzen. Und wir bleiben auch sitzen, wenn die „stressige“ Situation an sich schon längst vorüber ist. Damit vergeben wir die nach wie vor größte Chance, den Stresshormonspiegel auch wieder zurückzufahren. Bewegung ist zwar nicht die einzige, aber nach wie vor die beste Möglichkeit, um einmal entstandene Stresshormone wieder abzubauen.

Stresshormone nutzen ohne krank zu werden – Spitzensportler machen es vor

Es gibt wenige Berufsgruppen, die so stark äußerem Druck ausgesetzt sind, wie Spitzensportler und ihre Trainer. Allein die Tatsache, dass ihre Arbeit von jeweils Tausenden von Zuschauern vor Ort und manchmal Millionen an den Bildschirmen begutachtet und kommentiert wird, ist ein enormer Stressfaktor mit dem nur wenige Menschen konfrontiert sind. Für sie ist es von ganz unmittelbarer Bedeutung, dass sie einerseits lernen, den Stress zur Bündelung ihrer Kräfte zu nutzen und andererseits dafür sorgen, dass derselbe Stress nicht ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit angreift. So ist es kein Wunder, dass gerade bei Spitzensportlern einige der effektivsten Konzepte zur Stressbewältigung zur Anwendung kommen.

Der ganze Mensch ist gefordert

Wenn es um eine gesunde und effektive Nutzung des Stresses geht, ist der ganze Mensch, Körper und Geist, gefordert. Das gilt für jeden Menschen, nicht nur für Spitzensportler. Spitzensportler setzen diese Erkenntnis allerdings häufig sehr viel konsequenter um, als die Angehörigen anderer Berufsgruppen.

1. Spitzensportler bewegen sich
Klar, diese „Erkenntnis“ ist nun wirklich banal. Schließlich ist Spitzensport in der Regel vor allem körperliche Arbeit und der Körper somit auch das wichtigste Kapital des Spitzensportlers. Gerade die letzte Aussage gilt aber auch für alle anderen. Nicht nur, dass das Maß unserer Bewegung einen unmittelbaren Einfluss auch auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns hat. Es gibt wie schon erwähnt auch nach wie vor keine effektivere Möglichkeit, Stress abzubauen als Bewegung.

2. Spitzensportler erholen und entspannen sich
Kein Spitzensportler käme je auf die Idee, jahraus, jahrein mit der gleichen hohen Intensität zu trainieren und gleichzeitig auch noch jeden Tag einen Wettkampf zu bestreiten. Sie wissen: „Wer nicht regeneriert, verliert!“ Aber auch in keinem anderen Bereich sind Spitzenleistungen möglich ohne regelmäßige Regeneration. Und „regelmäßig“ heißt nicht in erster Linie „regelmäßig einmal im Jahr Urlaub“ sondern „regelmäßig genügend Schlaf“, „regelmäßige Pausen“ oder „regelmäßig einen arbeitsfreien Tag pro Woche“.

3. Spitzensportler achten auf ihre Gedanken
Stress entsteht nur in ganz seltenen Ausnahmefällen (z.B. Lebensgefahr) durch ein Ereignis „an sich“. Stress entwickelt sich erst in unseren Gedanken, durch die Art und Weise, wie wir ein Ereignis bewerten. Nicht nur deshalb aber auch deshalb achten Spitzensportler auf ihre Gedanken. Sie wissen: ihre Gedanken sind ihre wichtigsten Energiespender… können aber gleichzeitig auch die größten Energieräuber sein. Eine Hilfe dazu ist das mentale Training, das heute nicht nur Spitzensportler sondern auch Spitzenleister aus ganz anderen Bereichen anwenden (z.B. Chirurgen, Piloten oder Musiker).

4. Spitzensportler achten auf ihre Ernährung
Im Jahre 1999 hat das berühmte Robert-Koch-Institut in Berlin die Deutschen geschockt. In der Nationalen Verzehrstudie haben die Wissenschaftler nachgewiesen, dass die meisten Menschen in Deutschland einen dramatischen Mangel an unterschiedlichen Vitalstoffen aufweisen. In Stresssituationen macht sich dies besonders bemerkbar. So haben wir in „stressigen“ Zeiten z.B. einen stark erhöhten Bedarf an Vitamin C, verschiedenen Vitaminen der B-Gruppe oder auch an Magnesium. Wenn wir einen Mangel an diesen und anderen wichtigen Nahrungsbestandteilen haben, sinkt unsere Belastungsfähigkeit rapide und wir werden deutlich häufiger krank. Umgekehrt sind wir deutlich belastungsfähiger und können wesentlich mehr Stress aushalten, wenn unsere Energiespeicher entsprechend aufgefüllt sind.

 

Fazit
Die Stresshormone können uns helfen, unsere Grenzen zu erweitern, unsere Fähigkeiten zu entwickeln und in besonderen Situationen unsere Kräfte zu bündeln. Aber nur dann, wenn der Stress auch regelmäßig wieder abgebaut wird und wir dafür sorgen, dass unsere körperlichen und geistigen Ressourcen immer wieder aufgefüllt werden. Wenn wir das beachten, können wir auch lernen, den „Stress eines ausgefüllten Lebens zu genießen“, wie es der Vater der Stressforschung, der Österreich-Kanadier Hans Selye, einst formuliert hat.

 

Markus Frey

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