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2009: Weniger Krise — mehr Kreativität!

Die Finanzkrise ist noch lange nicht überwunden. Die Autoindustrie ist Not. Das Baugewerbe leidet. Dies sind nur einige wenige Hiobsbotschaften aus den letzten Monaten. Wollen wir den Medien und der Kanzlerin glauben, dann wird 2009 das Jahr der schlechten Nachrichten. Und jede dieser Nachricht bedeutet Arbeitsplatzverlust für viele Menschen, bedeutet Karriere-Korrektur und Anpassung an eine neue Lebenssituation.

Die Finanzkrise ist noch lange nicht überwunden. Die Autoindustrie ist Not. Das Baugewerbe leidet. Dies sind nur einige wenige Hiobsbotschaften aus den letzten Monaten. Wollen wir den Medien und der Kanzlerin glauben, dann wird 2009 das Jahr der schlechten Nachrichten. Und jede dieser Nachricht bedeutet Arbeitsplatzverlust für viele Menschen, bedeutet Karriere-Korrektur und Anpassung an eine neue Lebenssituation.

Gerade hat sich der Arbeitsmarkt etwas erholt, da katapultiert uns die prognostizierte Rezession wieder zurück in eine Realität, an die wir uns nur schwer gewöhnen. Es gibt in Zukunft keine wirkliche Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt und keine Patentrezepte für dauerhaften beruflichen Erfolg. Brüche, Wandel, Neuanfang – früher war es die Ausnahme, morgen ist es die Regel. Also, wird alles schlechter? Oder lauert, wie immer im Umbruch, irgendwo die Chance? Was möglich wird, wenn wir die veränderten Rahmenbedingungen akzeptieren und uns auf ein Leben jenseits der herkömmlichen Sicherheiten einlassen, zeigen uns die Pioniere einer gerade entstehenden neuen Arbeitskultur: die Kreativarbeiter. Warnung: Ihre Ideen können ansteckend sein und in seltenen Fällen führen sie zu unkontrollierbaren Ausbrüchen von Zukunftsoptimismus.

Vergessen Sie Employability

Aus der «Not der Unsicherheit und fehlenden Planbarkeit» machen die Kreativarbeiter eine Tugend und leben einen Arbeitsbegriff bei dem ihre Uniquability, ihr einzigartiger Mix an Stärken, Talenten und Leidenschaften sowie die Freude an der Arbeit im Vordergrund stehen. Ihr Credo: «Wenn man es sowieso nicht mehr richtig machen kann, dann kann man gleich machen, was richtig Freude macht». Kreativarbeiter müssen sich immer wieder die Kernfragen nach ihrer Uniquability beantworten: Was macht meine Einzigartigkeit aus? Was mache ich wirklich gerne, welche Arbeit gibt mir Energie? Welches Umfeld macht mich stark? Das ist Karriereplanung «inside out» – ein Modell mit viel Zukunftspotential. Damit ist Uniquability auch die Antwort auf Employability, das aktuell gültige Rezept gegen die Unwägbarkeiten auf dem Arbeitsmarkt: Richte deine Ausbildung und Weiterbildungsaktivitäten konsequent an den Markterfordernissen aus, dann bleibst du «beschäftigungsfähig». Employability ist Karriereplanung «outside in», die gute Dienste geleistet hat, aber zunehmend schlechter funktioniert. Von den zukünftigen Arbeitslosen, den Opfern der aktuellen Krise beispielsweise, haben wohl die meisten aus der „Employability“- Logik heraus wenig falsch gemacht. Karrierebrüche werden weniger durch fehlende Kompetenzen initiiert, sondern durch Wirtschaftskrisen, Unternehmenszusammenschlüsse oder Altersbarrieren.

Kreativarbeiter zeigen wie wir morgen arbeiten

Mit ihrer neuen Haltung zur Arbeit sind die Kreativarbeiter Vorreiter eines fundamentalen Wandels in der Arbeitswelt, der über kurz oder lang, alle Menschen erreichen wird. Sie experimentieren mit anderen Berufs- und Karrierestrategien, setzen alte Statussymbole ausser Kraft und werden in den nächsten 20 Jahren unseren Arbeitsbegriff fundamental verändern und eine mehrheitsfähige Alternative zur Angestelltenkultur entwickeln: „Creative Work“. Ihren Namen verdanken sie übrigens vor allem der Fähigkeit, kreativ zu denken und zu handeln. Freude an ihrer Arbeit und die Weiterentwicklung ihrer Talente machen sie zu ihrer Priorität. Damit sind sie eigenverantwortliche Manager ihrer Fähigkeiten und Lebensunternehmer, die sich nicht mehr an Standard-Karrieren orientieren, sondern das Abenteuer individueller Lebens- und Arbeitsentwürfe wagen. Heute machen die Kreativarbeiter bereits zwischen 15% und 20% der Arbeitenden aus, Tendenz: steigend. Nicht, was jemand macht, sondern mit welcher Einstellung und welchem Lebenskonzept, ist für diese Zuordnung entscheidend. Auch die neuen Statussymbole geben Auskunft über diesen Einstellungswandel. Heute sind die klassischen Statussymbole materiell: Firmenwagen, Vielfliegerkarte. Der Preis: Unermüdlicher Einsatz, 24/7 Erreichbarkeit. Die Burn-out Statistiken zeigen, wie viele Menschen jährlich unter den multiplen Anforderungen zusammenbrechen. „Creative Work“ setzt auf immaterielle Statussymbole wie Zeitsouveränität, Gesundheit und inspirierende Netzwerke.

Kreativität und Einzigartigkeit anstatt Austauschbarkeit

Wer seine Karriere vom Herzen aus entwickelt, hat mehr Freude und Sinn beim Arbeiten und wird im unsicheren Umfeld von morgen zu den Gewinnern zählen. Das hat mehrere Gründe: Einzigartigkeit ist der beste Schutz vor der drohenden Austauschbarkeit, denn wer sich unterscheidet, macht es anderen leichter, sich für ihn zu entscheiden. Menschen, die ihre Stärken und Leidenschaften beim Arbeiten ganz ins Spiel bringen sind leistungsfähiger, besser und überzeugender als jemand, der „nur“ seinen Job macht. Ausserdem ist Uniquability eine große Kreativitätsquelle. Und darauf werden Unternehmen immer weniger verzichten wollen.

Die Ursache: Globaler Wettbewerb, steigender Innovationsdruck, zunehmendes Veränderungstempo – Kreativität ist die Quelle von Innovationen – und die sind kostbarer Treibstoff in einer multipolaren Wirtschaft mit übersättigten Massenmärkten und zunehmend komplexen Aufgaben. Natürlich gibt es auch weiterhin Routine und Standards – nur diese beherrschen Computer und Roboter am besten. Deshalb müssen Menschen in Zukunft vor allem jene Fähigkeiten entwickeln und einsetzen, die Maschinen nicht übernehmen können: kreatives Problemlösen und Erfinden sowie empathisches Einfühlen in Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner. Nur so können wir in der Ideen- und Beziehungswirtschaft mitspielen. Der Ruf nach mehr Kreativität ist also kein kurzlebiger Trend, er ist Notwendigkeit im Überlebenskampf von morgen.

Unternehmen, die bewusst Raum für Einzigartigkeit schaffen, handeln daher in vielerlei Hinsicht zukunfts- und wettbewerbsorientiert. Sie sichern sich einerseits die hohe Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter. Ausserdem zapfen sie eine unendlich grosse Kreativitätsquelle an. Das erfordert allerdings ein neues Selbstverständnis. Dann sind sie nicht mehr Kaderschmieden mit Standardkarrieren, sondern Uniquabilitypartner. Und der zeigt einen hohen Grad an Flexibilität und die Bereitschaft, Arbeitsbeziehungen zu gestalten, die der individuellen Lebenssituation und den Talenten tatsächlich entsprechen. Dazu müssen aber Bewertungstools sowie unsere derzeitige Einstellungspraxis auf die neuen Anforderungen ausgerichtet werden. Denn heute schauen wir vor allem in die Vergangenheit, auf formale Leistungsnachweise, die bestenfalls etwas über die fachliche Qualifikation aussagen. Hier ist viel Raum für innovative Methoden, die Unternehmen helfen, die Uniquability und eines Mitarbeiters besser zu verstehen und Auskunft über sein Zukunftspotential sowie seine Kulturkompatibilität geben.

Es gibt wirklich viel zu tun im neuen Jahr. Die Krise ist weniger Katastrophe als vielmehr eine Chance für zukunftsweisende Weichenstellungen. Das sieht man übrigens in der EU genauso: das europaweite Motto für 2009 lautet nicht etwa „Krise, Panik, Rezession“, sondern mutig und weitschauend „Kreativität und Innovation“. 

 

Imke Keicher

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