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Fachwissen

Wie Unsicherheit für den entscheidenden Wachstumsvorteil sorgen kann

Es gibt nach wie vor Unternehmer, die auf bessere oder gar gute Zeiten hoffen. Sie sehen die aktuelle Krisenzeit als Ausnahme und sehnen sich nach dauerhaftem Aufschwung. Doch die Konjunkturprognosen sprechen eine andere Sprache und das Wachstum bleibt unter den erhofften Werten. So schnell wird sich in Deutschland und Europa auch keine deutliche Änderung einstellen. Während diese Erkenntnis manchen Unternehmern Sorge und Angst macht, bleiben andere gelassen und entspannt – bei manchen kommt sogar Freude auf. Ihre Unternehmen wachsen als gäbe es schlichtweg keine Krise. Doch wie kann das sein und was machen diese Unternehmer anders?

Es gibt nach wie vor Unternehmer, die auf bessere oder gar gute Zeiten hoffen. Sie sehen die aktuelle Krisenzeit als Ausnahme und sehnen sich nach dauerhaftem Aufschwung. Doch die Konjunkturprognosen sprechen eine andere Sprache und das Wachstum bleibt unter den erhofften Werten. So schnell wird sich in Deutschland und Europa auch keine deutliche Änderung einstellen. Während diese Erkenntnis manchen Unternehmern Sorge und Angst macht, bleiben andere gelassen und entspannt – bei manchen kommt sogar Freude auf. Ihre Unternehmen wachsen als gäbe es schlichtweg keine Krise. Doch wie kann das sein und was machen diese Unternehmer anders?

Schwarz malen

Die Wirtschaftskrise ist in vollem Gange und das Wirtschaftswachstum steigt nicht in dem Maße, wie es sollte. Die Politik steht vor schwerwiegenden Entscheidungen. Die Abhängigkeiten innerhalb der europäischen Gemeinschaft sind mittlerweile so verschachtelt, dass jede Entscheidung gleichsam richtig wie falsch sein kann. Die Pro und Contra Seiten füllen ganze Listen und die Meinungen gehen stark auseinander. Pessimisten und Schwarzmaler sehen den Euro bereits untergehen, sogar die TUI berechnet intern die Reiseangebote bereits in Drachmen. An der New Yorker Börse werden ebenso Szenarien für eine Zeit nach dem Euro durchgerechnet. Es gibt noch unzählige weitere Munition für Schwarzmaler: Atomkrise, Terrorismus und Privatkredite hoher Politiker. Sie alle können Unsicherheit auslösen und sorgen für einen pessimistischen Blick in die Zukunft. Hinzu kommt, dass wir diesen Schlagzeilen beinahe machtlos gegenüberstehen und sie nicht beeinflussen können. Ebenso wenig lassen sich klare Entwicklungen erkennen, was zu weiterer Unsicherheit und Kopfzerbrechen führt. Wohin man sieht, es wird geschimpft, gejammert, schwarzgesehen und der Teufel an die Wand gemalt. Denkt man an Griechenland, so überschlagen sich die Katastrophenexperten in ihren Szenarien. Schenkt man ihnen Glauben, so kann die Europäische Union einpacken und zusperren. Doch lässt man den Sarkasmus etwas beiseite, bleibt durchaus die berechtigte Frage, wie es weitergehen soll.

Schwarz sehen

Die Frage lässt sich kurz und knapp beantworten: Es geht weiter, wie eh und je. Tatsächlich steht Europa vor einer großen Herausforderung, womöglich der größten in seiner Geschichte. Blickt man auf andere Kontinente, so gab und gibt es immer wieder vergleichbare oder gar größere Herausforderungen, die allesamt gemeistert wurden. Kurzum: Irgendetwas ist immer und damit gilt es umzugehen. Es müssen zudem nicht immer nur Katastrophen sein, die immense Auswirkungen haben. Selbst die Erfindung des Autos, des Computers oder der Dampfmaschine waren folgenschwere Einschnitte in die Wirtschaft. So großartig diese Meilensteine der Menschheit waren, so brachten sie doch auch immer auch Negatives mit sich. Die Dampfmaschine beispielsweise öffnete die Tür zur Industrialisierung, maschinenbetriebene Massenproduktion wurde immer alltäglicher und damit fielen viele Arbeitsplätze weg. Auch Computer veränderten die Struktur der Wirtschaft kolossal und nicht ausschließlich zum Guten.

Es soll hier jedoch nicht um die wirtschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte gehen – vielmehr um den Umgang damit! Jede Krise wird in den Medien kommuniziert wie eine Krankheit , eine Seuche, die über ein Land hereinfällt, unzählige Opfer fordert und ausgerottet werden muss. Krisen sind Krankheiten, die es zu bekämpfen und besiegen gilt – mit dieser Einstellung begegnen wir den Herausforderungen um uns herum und hoffen auf diesen seligen Zustand, den es nach der Krise wohl geben muss, einem Garten Eden gleich. Zwar hat ihn keiner bisher gesehen, aber hinter dem nächsten Hügel ist er bestimmt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wer sich die Mühe macht, alleine die europäischen Wirtschaftskrisen in einem Zeitstrahl aneinander zu reihen, wird feststellen dass immer Krise ist. Unsicherheit ist deshalb auch keine Krankheit, sondern vielmehr Normalität. Natürlich suchen die Medien nach Schlagzeilen und malen schwarz, doch keiner zwingt einen, die Dinge deshalb auch schwarz sehen zu müssen.

Schwarz lieben

Manche Unternehmer können bei den Abendnachrichten nur mit dem Kopf schütteln, weil sie wissen dass Krisen zum täglichen Geschäft gehören. Panikmache lässt sie kalt – vielmehr scheinen sie aufzublühen, je unwegiger das Gelände wird. Sie sehen womöglich genau so schwarz wie andere Unternehmer auch, aber sie mögen diese Farbe, ziehen Kraft aus ihr und nutzen sie als Antriebsmotor für Höchstleistungen. Dass dies ausschließlich eine Frage der inneren Haltung und Einstellung ist, zeigen die folgenden Praxistipps. Es geht schließlich nicht um ein heiles Überstehen der nächsten Krise, sondern um einen neuen Blick auf Krisen und eine positive Einstellung zur Unsicherheit. Es braucht schlichtweg Wissen darüber, wie man mit Krisen effektiv umgeht, um sie für sich nutzbar machen zu können.

1) Schwarz anders sehen

Schwarz ist nicht nur Synonym für Dunkelheit, Nacht, Krise, Trauer, Krankheit und Abgrund. Sie steht auch für Eleganz, Zurückhaltung, Macht, Verständnis und Fruchtbarkeit. Es kommt ausschließlich auf die Betrachtungsweise an! Ähnlich verhält es sich mit Unsicherheit. Sie geht immer einher mit Veränderung und ist damit ständiger Begleiter des alltäglichen Lebens. Je nachdem wie wir Veränderungen und Krisen erleben, machen sie folglich entweder Angst oder Freude!

So gibt es tatsächlich Führungskräfte, die mit steigender Unsicherheit und Stress zusehends gelassener und innovativer werden. Man könnte meinen, Stress tut ihnen gut. Tatsächlich nutzen sie ihn als Nervennahrung! Während sich manche Unternehmer nach Kontinuität und Sicherheit sehnen, genießen andere die Veränderung. Sie sind gelangweilt von zu viel Wiederholung, suchen die Abwechslung und das Abenteuer. Sie möchten flexibel sein dürfen und finden Entwicklungen spannend. Sie brauchen Unsicherheit geradezu und schöpfen daraus ihre Energie, ihre Kreativität und Motivation . Je herausgeforderter sie sind, desto ausgeglichener wirken sie. Für sie wäre es ein Graus, in einer durchorganisierten Struktur einer vorausgeplanten Tätigkeit nachzugehen. Lieber stehen sie täglich vor neuen Herausforderungen. Wie lässt sich dies erklären? Sie handeln schlichtweg nach ihrer eigenen Überzeugung und haben eine besondere Haltung zu Unsicherheit und Veränderung.

Ausgehend von 18 Lebensmotiven (vgl. msn-profile.de), treiben den Menschen unterschiedliche Motive an. Grundsätzlich unterscheidet man:

  1. Wissen Intellektualität und logische Zusammenhänge
  2. Prinzipientreue Aufstellung, Einhaltung eines Moralkodex und Prinzipien
  3. Macht Einfluss und Kontrolle, Übernahme von Verantwortung
  4. Status Suchen nach Aufmerksamkeit, Prestige und Reputation
  5. Ordnung Dinge organisieren, planen und kategorisieren
  6. Materielle Sicherheit Dinge sammeln und aufheben
  7. Freiheit Autarkie und Selbstbestimmung
  8. Beziehung Interaktion, Nähe und Freundschaft
  9. Hilfe/Fürsorge Andere unterstützen und selbstlos helfen
  10. Familie Eigene Familie und Nähe zu Familienmitgliedern
  11. Idealismus Soziale Gerechtigkeit und Fairness
  12. Anerkennung Positiver Selbstwert durch Feedback
  13. Wettkampf Wettbewerb- und Konkurrenzstreben
  14. Risiko Emotionaler Anspannung und risikofreudiges Leben
  15. Essen Nahrungsaufnahme und dem Genuss von Essen
  16. Körperliche Aktivität Bewegung und Einsatz des Körpers
  17. Sinnlichkeit Ästhetik, Sinnlichkeit und Erotik
  18. Spiritualität Einbindung in einem größeren Zusammenhang

Schnell wird deutlich, worauf der Wunsch nach Veränderung basiert. Eine starke Ausprägung in den Motiven Risiko, Wettkampf und Freiheit helfen dabei, Unsicherheit als spannende Herausforderung zu erleben. Hohe Prinzipientreue und materielle Sicherheit hingegen sorgen für ein ängstliches Erleben von Unsicherheit. Da jeder Mensch alle Motive in gewisser Ausprägung hat, sind diese Motive nicht unveränderlich und lassen sich deshalb beeinflussen. Die Selbstreflexion der eigenen Motive ist dabei der entscheidende Schritt zur Veränderung.

Praxistipp: elche Motive treiben Sie an? Was ist Ihnen besonders wichtig und warum? Mit der Beantwortung dieser Fragen bekommen Sie auf einfache Weise einen ersten Eindruck Ihrer Motive. Stellen Sie sich in einem zweiten Schritt in Frage: Sind Sie ein prinzipientreuer Mensch? Sind Ihnen Moralvorgaben sehr wichtig und sehnen Sie sich nach Sicherheit? Wie lassen sich dieses Bedürfnis mit Veränderungen und Unsicherheit in Einklang bringen? Ganz einfach, denn sie widersprechen sich gar nicht! Vielmehr brauchen Sie (ergänzende) Prinzipien, wie sie mit Unsicherheit und Veränderung umgehen können. Wirkliche Sicherheit entsteht auch erst dann, wenn Sie einen gelassenen Umgang mit Unsicherheit haben. Integrieren Sie Unsicherheit in Ihre persönlichen Motive und verändern Sie Ihre Haltung. Erleben Sie so die positiven Aspekte der Veränderung. Lernen Sie womöglich auch andere Seiten an sich kennen und entdecken Sie Ihre Abenteuerlust, weil Sie fortan im Einklang mit den eigenen Werten und Bedürfnissen sind.

2) Schwarz malen dürfen

Von Geschäftsführern und Führungskräften wird oft unmenschlich viel verlangt. Fragt man Mitarbeiter, was sie über ihre Vorgesetzten denken, so könnte man oftmals meinen, es ist die Rede von Maschinen und Übermenschen: Sie haben stets den Überblick, sind Vorbild, kennen jeden Mitarbeiter inklusive Lebenslauf und persönlicher Situation und werden nie krank . Schnell erinnern diese Aussagen an die Beschreibungen von Kindern, wenn diese über ihre idealisierten Väter sprechen: „Mein Papa kann alles!“. So unrealistisch dieses Bild ist, so sehr beherrscht es doch bis heute das Unternehmertum. Als Vorgesetzter muss man stets den Überblick und alles im Griff haben und auf alle Fragen eine Antwort haben. Etliche Sprichworte unterstreichen diese Denkweise, wie bspw. „Der Fisch stinkt stets vom Kopf“. Was steckt dahinter? Wenn etwas im Unternehmen schief läuft, liegt die Ursache dafür stets beim Kopf der Unternehmens, dem Inhaber. Je mehr sich Unternehmer in diese Rolle drängen lassen, desto schwerer ist die Last, die auf ihren Schultern weilt. Kommen nun noch unsichere Zeiten und besondere Herausforderungen hinzu, ist die Überforderung absehbar. Dieser Punkt stellte die maximal mögliche Distanz dar, die man zu der beschriebenen Gelassenheit und Abenteuerlust haben kann.

Um hier wieder Leichtigkeit und Gelassenheit zu schaffen, ist es wichtig, offen mit den eigenen Bedürfnissen umzugehen. Niemand ist der beschriebene Übervater, auch wenn viele Mitarbeiter dies gerne in ihrem Vorgesetzten sehen möchten. Vielmehr sind Unternehmer ebenso Menschen, die sich sorgen, unsicher und auch von Zeit zu Zeit ratlos sind. Wer es schafft mit diesen Zweifeln offen umzugehen, verteilt die Last auf verschiedene Schultern, wird offen für Impulse von Außen und kann sich motivieren lassen. An dieser Stelle ist es wichtig mit einem alten Missverständnis aufzuräumen: Ein Unternehmen fängt nicht an zu wanken, wenn der Unternehmer seine Untersicherheit zeigt. Tatsächlich beginnt der Schlingerkurs, wenn die Wahrnehmung der Mitarbeiter und das kommunizierte Selbstbild des Inhabers nicht mehr stimmig sind. Die Belegschaft eines Unternehmens ist gut darin, Stimmungen des Chefs wahrzunehmen, schließlich geht es um die eigene Existenz. Wenn der Chef zeitgleich berichtet, dass alles in bester Ordnung sei, so entsteht eine emotionale Dissonanz und der Chef wird nicht mehr als authentisch und aufrichtig erlebt. Dies ist der tatsächliche Auslöser für Krisen. Schnell brodelt die Gerüchteküche. Verheimlicht der Inhaber etwas? Was will er uns nicht sagen? Steht es so schlecht um das Unternehmen? Verlieren wir alle unsere Jobs? Die Spirale lässt sich beliebig weiterdrehen. Geht der Chef allerdings offen mit seinen eigenen Unsicherheiten um, wird er als stimmig und ehrlich erlebt und die Belegschaft fühlt sich ernstgenommen und ist gleichsam aufgefordert aktiv zu werden.

Praxistipp: Unsicherheit und Zweifel zu verbergen bringt nichts Gutes! Zeigen Sie Ihre Sorgen und Ratlosigkeit gegenüber Ihren Mitarbeitern. So steigen Sie aus der isolierten Alleinverantwortung aus und schaffen Platz für wertvolle Tipps, Ideen und Lösungsansätze. Der aus dem amerikanischen kommende Daueroptimismus findet sich zwar immer öfter auch in deutschen Unternehmen, ist aber alles andere als gesund. Im Gegenteil, er ist aufgesetzt, unrealistisch und macht neuesten Studien zu Folge sogar krank! Gesund ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Positivem und Negativem. Nur wer sich traut von Problemen zu sprechen, kann auch Lösungen finden. Ohne das Problem benannt zu haben, ist jede Lösung falsch!

3) Andere Farben entdecken

Ging es in den ersten beiden Tipps um das Entdecken der Farbe Schwarz als etwas Positives und den Mut auch selbst mal Pessimismus zu zeigen, also schwarz zu malen, geht es nun um andere Farben. Je mehr Farben auf der Palette zur Verfügung stehen, desto unterschiedlicher und realistischer werden die Bilder auf der Leinwand. Was heißt das konkret? Sammeln Sie neue Farben auf Ihrer Palette! Manche Unternehmer machen es bereits von sich aus. Man findet sie in Werbespots, wie bei Hipp Babynahrung und Liqui Moly Öle. Oder es ist gar verankert in den Unternehmensstatuten, wie bei Mc Donalds : Dort stehen Führungskräfte auch mal im Verkauf. Ziel ist es, den eigenen Horizont zu erweitern. Wer als Unternehmer selbst Hand anlegt, einen Tag mit seinen Mitarbeitern verbringt, sich nach Außen in Werbespots zeigt oder selbst am Produktionsband steht, der sammelt neue Eindrücke und gewinnt Erfahrungen. Er erweitert seine Farbpalette! Genau diese Erfahrungen helfen in Krisenzeiten auf ein erweitertes Repertoire an Wissen, Kenntnissen und Handlungskompetenzen zurückgreifen. So entsteht Gelassenheit! Wer in kontinuierlichem Kontakt mit seinen Mitarbeitern ist, weiß stets Bescheid über die Bedürfnisse und Nöte im Unternehmen und kann gelassen reagieren.

Praxistipp: Verbringen Sie einen Tag im Monat außerhalb Ihres Büros, aber innerhalb des Unternehmens. Arbeiten Sie mit in der Produktion, verkaufen Sie oder helfen Sie in der Verwaltung. Setzen Sie sich jede Woche einmal beim Mittagessen zu Ihren Mitarbeitern und hören Sie zu. Sammeln Sie neue Eindrücke, frischen Sie alte Kenntnisse wieder auf und erweitern Sie Ihr Repertoire. Setzen Sie sich so auch mit unliebsamen Themen auseinander und Angstthemen, die Ihnen schon lange im Magen liegen. So bleiben Sie auch in stürmischen Zeiten gelassen, weil Sie nichts aufgeschoben haben und gleichsam einen weit größeren Handlungsspielraum besitzen!

4) Nicht immer der schwarze Anzug

Bei Kleidung sagt man, dass man mit schwarz nie etwas falsch machen würde – elegant, zurückhaltend, dezent, unaufdringlich und zu den meisten Anlässen passend. Doch so einfach ist es leider nicht immer. Gerade wenn es um Entscheidungen geht, gibt es längst nicht mehr richtig oder falsch. Jede Entscheidung birgt immer Vor- und Nachteile, die sich teilweise gar nicht abschätzen lassen zum Zeitpunkt des Abwägens. Denkt man an die Rolle Deutschlands innerhalb der EU wird dies deutlich. Zahlt Deutschland weiterhin einen kapitalen Anteil des Rettungsschirms, fehlt dieses Geld im eigenen Haushalt. Reduziert Deutschland den eigenen Anteil, so bliebe womöglich mehr im eigenen Haushalt, nur fehlt es dann anderen Ländern. Deren Kaufkraft würde sinken, Deutschland könnte nicht mehr dorthin exportieren und so fehlt das Geld wieder im eigenen Haushalt. Diese Gedanken lassen sich endlos weiterführen. Gibt Deutschland einen Kredit an Griechenland, so ist das Land in der Lage seine Schulden bzw. Zinsen zu tilgen. Nachdem Deutschland ein großer Kreditgeber ist, wandert der Kredit schnurstracks wieder zurück nach Deutschland. Ist das nun sinnvoll oder Augenwischerei? Diese Entscheidung ist hochkomplex und zeigt, wie schwierig solche Entscheidungen in Zeiten flächendeckender Interdependenzen sind. Es gibt kein klares richtig oder falsch mehr. Diese Tatsache kann belasten, aber auch befreien, denn Entscheidungen führen somit nur zu neuen Entscheidungen, nicht aber unweigerlich ins Aus. Vielmehr sind sie mittlerweile immer so gut, wie konsequent sie umgesetzt werden.

Praxistipp: Wechseln Sie Ihren Anzug – entscheiden Sie schlicht einmal anders, als Sie dies für gewöhnlich tun! Je ungewöhnlicher Ihre Entscheidungen sind, desto größer wird Ihr Handlungsspielraum, weil sie immer mehr Entscheidungskonsequenzen kennenlernen. Beginnen Sie mit kleinen Entscheidungen und sehen Sie, wohin sie führen. Erweitern Sie so Ihre Entscheidungslandkarte und begehen Sie kontinuierlich neue Wege. So entsteht Gelassenheit, weil Ihnen fortan immer mehrere Alternativen zur Verfügung stehen!

5) Mit Farben spielen

Wer die Farben seiner Palette beherrscht, kann damit virtuos umgehen und kennt alle Variationsmöglichkeiten und ihre Wirkung. Ähnlich verhält es sich mit der Palette an Emotionen, die wir in uns tragen. Je besser sie uns bewusst sind, desto besser können wir damit umgehen. Im Umkehrschluss sind wir den Gefühlen ausgeliefert, die nicht reflektiert, verdrängt oder unterdrückt sind. Tatsächlich wirken Emotionen umso stärker, je stärker sie ignoriert werden. Wie ein quengelndes Kind, das immer lauter schreit, je länger es keine Beachtung findet. Um mit Unsicherheit gelassen umgehen zu können ist es also wichtig, sie sich selbst einzugestehen. Es ist nichts Schlimmes daran, unsicher zu sein und dies auch zu zeigen! Nur so verschwindet das Gefühl auch wieder, es will anerkannt werden. Letztendlich gibt es zwei Möglichkeiten: entweder das Gefühl beherrscht Sie, oder aber Sie beherrschen das Gefühl. Je besser Ihnen diese Mechanismen klar sind, desto besser können Sie mit Unsicherheit gelassen umgehen. Sie können sogar Kraft aus ihr schöpfen. Fernab der Wirtschaft ist dieses Denken bereits etabliert und wird als „neue Gelassenheit“ bezeichnet, wie die Friedrich-Ebert- Stiftung herausfand. Trotz Krise stieg das subjektive Sicherheitsempfinden in Privathaushalten um 0,3 Prozent an, anstatt abzufallen wie man zunächst vermuten könnte. Wer diese Herausforderung auf unternehmerischer Ebene ebenso umsetzen kann, hat einen klaren Vorsprung vor all denjenigen, die sich von der Unsicherheit krank machen lassen.

Praxistipp: Jeder ist von Zeit zu Zeit unsicher. Üben Sie einen offenen Umgang damit. Sie müssen es nicht gleich im Unternehmen ans Schwarze Brett heften. Sprechen Sie aber mit Menschen aus Ihrem privaten Umfeld darüber. Zeigen Sie Stück für Stück mehr Ihre Gefühle und geben Sie so etwas von Ihrer Alleinverantwortung ab. Suchen Sie sich empathische Gesprächspartner, die ein Verständnis für Gefühle haben und trauen Sie sich ihre Sorgen und Befürchtungen zu teilen. Dazu ist sicherlich ein großes Stück Vertrauen und auch Mut erforderlich. Sie werden aber spüren, wie erleichternd das Anerkennen dieser Gefühle sein kann. Dann halten Sie die Zügel in der Hand, nicht mehr Ihre Gefühle! Beginnen Sie mit kleinen Sorgen und kurzen Gespräche und steigern Sie sich Stück für Stück! Bereits die Angst vor solchen Gesprächen ist ein Gefühl, das es anzuerkennen gilt!

Fazit

Unsicherheit ist immer und überall. Sie gehört zum Privatleben genauso wie in die Wirtschaft und bleibt solange bestehen, solange es Menschen gibt. Es spielt dabei keine große Rolle, ob „außen“ Wirtschaftskrise oder Aufschwung herrschen, denn beides verunsichert letztendlich. Vielmehr geht es stets um den eigenen „inneren“ Umgang damit. Manche begegnen Unsicherheit mit einer umso prägnanter aufgesetzten Sicherheit und hoffen mit diesem Gegenpol ein Gleichgewicht zu schaffen. Doch auch übertriebener und künstlicher Optimismus ist ein hilfloser Versuch gegen die Unsicherheit anzukämpfen, denn sie lässt sich schlichtweg nicht bekämpfen – Sie gehört dazu! Je weniger dies verstanden ist, desto irrationaler und abenteuerlicher werden die Reaktionen darauf. Doch die helfen nicht und kosten viel Energie. Unsicherheit ist letztendlich einfach nur ein Gefühl, das uns entweder einschüchtern oder aber beflügeln kann. Je besser wir mit diesem ständigen Begleiter umgehen können, je tiefer das Verständnis dafür ist, desto besser können wir das Potential nutzen, das in ihm steckt. Unsicherheit ist ein starkes Gefühl – wäre es nicht klasse, wenn sich diese Energie konstruktiv und effektiv kanalisieren ließe? Letztendlich liegt es an jedem Einzelnen, wie er mit seinen Gefühlen umgeht und wie sie bei ihm zu einem Wettbewerbsvorteil werden können, denn an den äußeren Umständen lässt sich meist nur wenig ändern.

 

Johannes Schmeer

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